Hinrichtung abwenden!

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Gelb gekleidete Aktivisten mit Fackeln und einem Transparent gegen die Todesstarfe, dahinter ein Gebäude

Amnesty-Mahnwache gegen die Todesstrafe in den USA vor der US-Botschaft in Berlin im Jahr 2010

Rodney Reed soll am 20. November in Texas hingerichtet werden. Er war 1998 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, hat die Tat jedoch stets abgestritten. Mehrere Expert_innen und Zeug_innen haben in eidesstattlichen Erklärungen die Beweislage und Verurteilung von Rodney Reed infrage gestellt.

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Dein Appell

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* * * Mit der Bitte um Weiterleitung an Gouverneuer Abott, Texas * * *

Sehr geehrter Herr Gouverneur,

mit großer Sorge habe ich erfahren, dass Rodney Reed am 20. November hingerichtet werden soll, obwohl Zweifel an seiner Schuld bestehen.

Bitte empfehlen Sie dem Begnadigungsausschuss, Rodney Reed zu begnadigen, und geben Sie dem entsprechenden Antrag statt.

Stoppen Sie bitte die Hinrichtung von Rodney Reed und setzen Sie auch alle weiteren geplanten Exekutionen aus.

Mit freundlichen Grüßen

* * * Please forward to Governor Abbott * * *

Dear Governor Abbott,

Rodney Reed has been on death row since 1998 and faces execution on 20 November. He maintains his innocence and several experts cast doubts on his conviction.

Rodney Reed was convicted of the 1996 murder of a white woman. DNA testing of semen from her body was matched to that of Rodney Reed, a black man, who claims they had a consensual romantic relationship. New witnesses have corroborated this. Forensic experts dispute the time of death as stated at trial, questioning the timeline implicating Reed. Texas courts have repeatedly denied requests for DNA testing of other key evidence.

The death penalty is the ultimate denial of human rights. Since 1973, 166 people have been exonerated from US death rows on innocence grounds.

I urge you to recommend and grant clemency to Rodney Reed and stop his and any future executions. 

Yours sincerely,

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 20.11.2019

Appell an:

Gouverneur von Texas

Greg Abbott

Office of the Governor

P.O. Box 12428

Austin, Texas 78711

USA

Fax: (00 1) 512 463 5745

E-Mail: über das Kontaktformular: https://www.txdirectory.com/contact/

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika

S. E. Herrn Richard Allen Grenell

Pariser Platz 2

10117 Berlin

Fax: 030-83 05 10 50

E-Mail: feedback@usembassy.de

Amnesty fordert:

  • Bitte empfehlen Sie dem Begnadigungsausschuss, Rodney Reed zu begnadigen, und geben Sie dem entsprechenden Antrag statt.
  • Stoppen Sie bitte die Hinrichtung von Rodney Reed und setzen Sie auch alle weiteren geplanten Exekutionen aus.

Sachlage

Rodney Reed wurde 1998 wegen des Mordes an Stacey Stites zum Tode verurteilt und befindet sich seither im Todestrakt. Rodney Reed ist schwarz, Stacey Stites war eine weiße Frau, die am 23. April 1996 in Texas getötet wurde. Ihre Leiche wies DNA-Spuren auf, die Rodney Reed zugeordnet wurden. Seinen Angaben zufolge hatte er mit Stacey Stites eine einvernehmliche romantische Beziehung. Sie war mit einem weißen Polizisten verlobt und Rodney Reed stritt zunächst ab, sie zu kennen, da er befürchtete, für ihren Mord verantwortlich gemacht zu werden. Seither haben mehrere Zeug_innen ihre Beziehung bestätigt. Im Gerichtsverfahren sagte ein forensischer Gutachter aus, dass die DNA-Spuren von Rodney Reed an der Leiche von einer Vergewaltigung stammen, die zeitgleich mit dem Mord stattgefunden haben soll. Er zog seine Aussage später zurück. Andere Expert_innen zweifeln den vor Gericht angegebenen Todeszeitpunkt und die Beweislage gegen Rodney Reed an.

Es gab bereits 2015 einen Hinrichtungstermin, der jedoch aufgrund neuer Beweise ausgesetzt wurde. Allerdings haben die texanischen Gerichte wiederholt Anträge abgewiesen, die neuen Beweise auf DNA-Spuren testen zu lassen. Stattdessen wurde ein neuer Hinrichtungstermin für den 20. November 2019 festgelegt. Am 21. Oktober baten die Rechtsbeistände von Rodney Reed den Gouverneur von Texas um einen Hinrichtungsaufschub von 30 Tagen, damit der Begnadigungsausschuss eine mögliche Umwandlung des Todesurteils prüfen kann. Am 30. Oktober wurde ein Gnadengesuch eingereicht.

Internationale Schutzmechanismen für zum Tode verurteilte Personen schreiben vor, dass die Todesstrafe nur dann verhängt werden darf, wenn die Schuld der angeklagten Person in eindeutiger und überzeugender Weise, die keine andere Erklärung des Sachverhalts zulässt, nachgewiesen wurde.

Amnesty International wendet sich in allen Fällen, weltweit und ausnahmslos gegen die Todesstrafe, da sie das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben verletzt und die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen darstellt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Einschätzungen von Gutachter_innen und weitere Beweise schüren Zweifel an der Version der Staatsanwaltschaft und den forensischen Beweisen, auf die sie sich stützt. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass die DNA-Spuren von Rodney Reed an der Leiche von einer Vergewaltigung stammen, die zeitgleich mit dem Mord um etwa 03:00 Uhr am 23. April 1996 stattgefunden haben soll. Der forensische Gutachter der Staatsanwaltschaft hat seither eine Stellungnahme unterzeichnet, in der er der Staatsanwaltschaft vorwirft, sein Gutachten missbraucht zu haben. Er erklärt, dass seine Einschätzung „vor Gericht nicht als präzise Feststellung des Todeszeitpunktes von [Stacey] Stites hätte verwendet werden dürfen“ und dass sich das Sperma schon seit mehr als 24 Stunden vor ihrem Tod in ihrem Körper hätte befunden haben können. Dies deckt sich mit der Aussage von Rodney Reed, in diesem Zeitraum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Opfer gehabt zu haben. Drei forensische Patholog_innen sind ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass keine Beweise dafür vorliegen, dass Stacey Stites Opfer eines sexuellen Übergriffes geworden ist, statt mindestens 24 Stunden vor ihrem Tod einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Sie stellten fest, dass sie vor 24:00 Uhr am 22. April 1996 getötet wurde und dass sie etwa vier bis sechs Stunden mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden gelegen haben muss, bevor sie an den Ort gebracht wurde, an dem man sie letztlich fand. Einer der Gutachter führte an, dass die forensischen Beweise die Version der Staatsanwaltschaft über den Todeszeitpunkt „medizinisch und wissenschaftlich unmöglich“ machen. Ein anderer kam zu dem Ergebnis, „dass es auf Grundlage der forensischen Beweise aus medizinischer Sicht an Sicherheit grenzt, dass [Rodney] Reed für ein Verbrechen hingerichtet werden soll, das er nicht begangen hat.“

Bei der Todesstrafe handelt es sich um die ultimative Verweigerung der Menschenrechte. Seit 1973 wurden in den USA 166 Todesurteile aufgehoben, nachdem sich herausstellte, dass die Verurteilten unschuldig waren.