Gefangener schwer krank

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Porträt von Edem Bekirov, Ukraine

Edem Bekirov, Ukraine

Der Krimtatar Edem Bekirov befindet sich seit seiner Festnahme durch russische Sicherheitskräfte am 12. Dezember 2018 in Simferopol auf der Krim in Haft. Er ist auf einen Rollstuhl angewiesen und benötigt wegen schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen fachärztliche Hilfe, die in der Haftanstalt nicht zur Verfügung steht. Sein Rechtsbeistand verzeichnete nach seinem letzten Besuch am 24. Mai eine gravierende Verschlechterung des Gesundheitszustands von Edem Bekirov, was zu Besorgnis um sein Leben führte.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Generalmajor,

ich bin in großer Sorge um Edem Bekirov, der sich in der Untersuchungshafteinrichtung SIZO in Simferopol befindet.

Edem Bekirov ist auf einen Rollstuhl angewiesen, die Hafteinrichtung ist jedoch für Personen mit Behinderungen nicht geeignet. Dies führt dazu, dass er nicht an die frische Luft kann und keinen Zugang zu sanitären Anlagen hat. Darüber hinaus leidet er unter einer Reihe medizinischer Erkrankungen wie Diabetes, einer offenen Wunde an seiner Beinamputation sowie Herzproblemen nach einem Herzinfarkt und benötigt dringend ständige fachärztliche Betreuung, die in der Hafteinrichtung nicht zur Verfügung steht. Nach seinem letzten Besuch am 24. Mai berichtete sein Rechtsbeistand von einer sichtbaren Verschlechterung der Gesundheit von Edem Bekoriv. Die Familie von Edem Bekirov ist in großer Sorge wegen der unmenschlichen Bedingungen, denen er in der Haft ausgesetzt ist, und fürchtet angesichts der fehlenden ärztlichen Hilfe um sein Leben.

Die Bedingungen, unter denen Edem Bekirov inhaftiert ist, wie auch das Fehlen der von ihm dringend benötigten medizinischen Hilfe, verstoßen gegen seine Menschenrechte, gefährden sein Leben und stellen eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung dar.

Bitte sorgen Sie umgehend dafür, dass Edem Bekirov die ärztliche Versorgung erhält, die er benötigt. Sollte dies in der Hafteinrichtung nicht möglich sein, ist er in ein Krankenhaus zu verlegen.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Major General,

I am writing to you to express my concern regarding the deteriorating health of Edem Bekirov, who is currently held in the Simferopol SIZO after being detained on 12 December 2018 while he was visiting his mother in Crimea.

Edem Bekirov, who is a wheelchair user, is held in a detention centre that is not suitable for a person with a disability, and that prevents him from getting fresh air or access basic sanitation. Moreover, he has a number of medical conditions, including diabetes, an open wound on his amputated leg, and heart problems after a heart attack, that require specialised and constant medical care that is not available in the detention centre. After the most recent visit on 24 May, Edem Bekirov’s lawyer reported a visible deterioration of his health which raises concerns not only for his wellbeing but his life. Edem Bekirov’s family are extremely concerned about the inhumane conditions in which Edem Bekirov is being kept and that the lack of medical care and inadequate treatment is putting his life at risk.

The conditions in which Edem Bekirov is kept, including non-provision of the medical care he requires, violate his human rights, putt his life at risk and amount to inhuman and degrading treatment.

I therefore call on you to urgently ensure that Edem Bekirov is provided with the medical care he requires, including in a hospital outside of the penitentiary system if this is not available to him in detention.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 12.07.2019

Appell an:

Vadim V. Bulgakov

Head of the Federal Penitentiary Service Directorate

for Crimea

Ul. Gagarina 18-a, Simferopol

Krim, UKRAINE

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Russischen Föderation
S.E. Herrn Sergei Nechaev
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
Fax: 030-2299 397
E-Mail: info@russische-botschaft.de

Amnesty fordert:

  • Bitte sorgen Sie umgehend dafür, dass Edem Bekirov die ärztliche Versorgung erhält, die er benötigt. Sollte dies in der Hafteinrichtung nicht möglich sein, ist er in ein Krankenhaus zu verlegen.

Sachlage

Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Edem Bekirov gibt Anlass zur Sorge. Der Krimtatar befindet sich derzeit in der Untersuchungshafteinrichtung SIZO in Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Am 12. Dezember 2018 war er während eines Besuchs bei seiner Mutter auf der Krim festgenommen worden.

Edem Bekirov, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, befindet sich in einer Hafteinrichtung, die für Personen mit Behinderungen nicht geeignet ist. Dies führt dazu, dass er nicht an die frische Luft kann und keinen Zugang zu sanitären Anlagen hat. Darüber hinaus leidet er unter einer Reihe medizinischer Erkrankungen wie Diabetes, einer offenen Wunde an seiner Beinamputation sowie Herzproblemen nach einem Herzinfarkt und benötigt dringend ständige fachärztliche Betreuung, die in der Hafteinrichtung nicht zur Verfügung steht. Nach seinem letzten Besuch am 24. Mai berichtete sein Rechtsbeistand von einer sichtbaren Verschlechterung der Gesundheit von Edem Bekoriv. Die Familie von Edem Bekirov ist in großer Sorge wegen der unmenschlichen Bedingungen, denen er in der Haft ausgesetzt ist, und fürchtet angesichts der fehlenden ärztlichen Hilfe um sein Leben.

Die Bedingungen, unter denen Edem Bekirov inhaftiert ist, wie auch das Fehlen der von ihm dringend benötigten medizinischen Hilfe, verstoßen gegen seine Menschenrechte, gefährden sein Leben und stellen eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung dar.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Edem Bekirov gehört zur ethnischen Minderheit der Krimtatar_innen in der Ukraine. Ein Teil seiner Familie lebt noch auf der Krim-Halbinsel, die 2014 von Russland besetzt und annektiert wurde. Am 12. Dezember 2018 wurde Edem Bekirov bei einem Besuch bei seiner Mutter und anderen Angehörigen auf der Krim von russischen Sicherheitskräften inhaftiert. Nach seiner Festnahme wurde Edem Bekirov einer unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung unterzogen, erhielt keine medizinische Versorgung und zwei Tag lang weder Wasser noch Nahrung. Auch das Recht auf ein faires Verfahren wurde ihm verwehrt. Edem Bekirov wird des Besitzes und des Transports von Sprengstoffen und Munition beschuldigt. Diese Anschuldigungen werden von den russischen Strafverfolgungsbehörden häufig willkürlich gegen Einzelpersonen verwendet, insbesondere im Rahmen einer politisch motivierten Strafverfolgung. Edem Bekirov beteuert nach wie vor seine Unschuld.

Seit der Besetzung und völkerrechtswidrigen Annektierung der Krim durch die Russische Föderation 2014 hat Amnesty International die systematische Verfolgung von Angehörigen der Gemeinschaft der Krimtatar_innen durch russische Behörden dokumentiert (siehe beispielsweise den englischsprachigen Bericht In the dark: The silencing of dissent). Edem Bekirovs Fall hat international für Aufmerksamkeit gesorgt und wurde gemeinsam mit den Fällen anderer Krimtatar_innen durch internationale Organisationen wie dem Europarat und der Europäischen Union öffentlich gemacht.