Frauenrechtlerin droht Folter

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Yasaman Aryani schaut aufmerksam in die Kamera

Frauenrechtlerin Yasaman Aryani im Iran

*** Teilerfolg: Yasaman Aryani ist wieder im Frauentrakt des Evin-Gefängnisses *** Am 5. Oktober wurde die Feministin Yasaman Aryani überraschend von der Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses in Teheran in die Abteilung 2A verlegt, die den Revolutionsgarden unterstellt ist. Sie ist in Haft, weil sie sich gegen den Zwang wehrt, dass alle Frauen im Iran ein Kopftuch tragen müssen. Yasaman Aryani wird ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten und läuft Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

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Dein Appell

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Lassen Sie Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavar bitte unverzüglich und bedingungslos frei, da sie gewaltlose politische Gefangene sind und sich nur wegen ihres friedlichen Einsatzes für die Frauenrechte im Iran in Haft befinden.

Bitte sorgen Sie dafür, dass Yasaman Aryani vor Folter oder anderer Misshandlung geschützt ist und dass ihre Familie und ihr Rechtsbeistand über den Grund für ihre Verlegung unterrichtet werden. Gewähren sie den drei Frauen regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl.

Dear Mr Raisi,

On 5 October 2019, 24-year-old women’s rights defender Yasaman Aryani was transferred from the women’s section of Evin prison to section 2A, which is under the control of the Revolutionary Guards. On 6 October 2019, when her family went to the prison for a scheduled visit, they were informed she had been moved the previous night and were not permitted to see her. Since then, despite their repeated requests for information, her family has been denied knowledge about the reason for the transfer. Individuals held in section 2A are typically held in solitary confinement, interrogated by the Revolutionary Guards, denied access to lawyers and subjected to torture and other ill-treatment. Yasaman Aryani is being held incommunicado and is at risk of torture and other ill-treatment.    

Yasaman Aryani was arrested in April 2019 alongside her mother, Monireh Arabshahi, and Mojgan Keshavarz. The three women’s rights defenders were arrested in relation to a video that went viral on social media on International Women’s Day, 8 March 2019, in which they were seen peacefully campaigning against Iran’s forced veiling laws by handing out flowers to women on a train in Tehran while unveiled. Following their arrests, they were held in prolonged solitary confinement and pressured to appear before a camera “confessing” that foreign elements were behind their activism against forced veiling, and “repenting” their actions. 

In July 2019, Branch 28 of the Revolutionary Court in Tehran sentenced Yasaman Aryani and Monireh Arabshahi each to 16 years in prison and Mojgan Keshavarz to 23 years and six months in prison. All three sentences consist of a one-year term for “spreading propaganda against the system”, a five-year term for “gathering and colluding to commit crimes against national security” and a 10-year term for “inciting and facilitating corruption and prostitution” through promoting “unveiling”. Mojgan Keshavarz’s sentence includes an additional seven years and six months for “insulting Islamic sanctities”. Their trial was grossly unfair; they were refused access to their lawyers in pre-trial detention and, during the trial, the judge rejected their requests to access their lawyers and said their lawyers would not be allowed to access their court files or represent them until the appeal stage. If their convictions and sentences are upheld on appeal, each of the three women will be required to serve 10 years of their prison sentences.

I urge you to release Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani and Mojgan Keshavarz immediately and unconditionally as they are all prisoners of conscience, jailed solely for their peaceful activities defending women’s rights in Iran. Pending their release, I urge you to ensure that Yasaman Aryani is protected from torture and other ill-treatment and that her family and lawyer are informed of the reason for her transfer, and to guarantee all three women regular contact with their families and lawyers of their choosing.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 21.11.2019

Appell an:

Oberste Justizautorität

Ebrahim Raisi

c/o Permanent Mission of Iran to the UN

Chemin du Petit-Saconnex 28

1209 Geneva

SCHWEIZ

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Islamischen Republik Iran
S.E. Herrn Mahmoud Farazandeh
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin

Fax: 030 83 222 91 33
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavar bitte unverzüglich und bedingungslos frei, da sie gewaltlose politische Gefangene sind und sich nur wegen ihres friedlichen Einsatzes für die Frauenrechte im Iran in Haft befinden.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass Yasaman Aryani vor Folter oder anderer Misshandlung geschützt ist und dass ihre Familie und ihr Rechtsbeistand über den Grund für ihre Verlegung unterrichtet werden. Gewähren sie den drei Frauen regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl.

Sachlage

In dem am 8. März 2019 online verbreiteten Video zum Weltfrauentag „Der Tag wird kommen, an dem Frauen nicht mehr kämpfen müssen“, sieht man wie Yasaman Aryani einer Frau mit Kopftuch eine Blume übergibt und ihrer Hoffnung Ausdruck verleiht, eines Tages Seite an Seite mit ihr die Straße entlanggehen zu können, „ich ohne Kopftuch und du mit Kopftuch“. Nachdem das Video online gegangen war, wurde Yasaman Aryani am 10. April von Sicherheitskräften im Haus ihrer Familie in Teheran festgenommen. Als sich ihre Mutter Monireh Arabshahi am nächsten Tag im Vozara-Haftzentrum in Teheran nach dem Verbleib ihrer Tochter erkundigen wollte, wurde auch sie festgenommen und in das Gefängnis Shahr-e Rey in der Nähe von Teheran gebracht. Mojgan Keshavarz wurde zwei Wochen später, am 25. April, festgenommen und auch in das Gefängnis Shahr-e Rey gebracht.

Nach der Festnahme wurde Yasaman Aryani neun Tage im Teheraner Vozara-Haftzentrum in Einzelhaft und ohne Zugang zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand festgehalten. Während dieser Zeit war sie Opfer des Verschwindenlassens, da die Behörden ihrer Familie keine Informationen über ihr Schicksal und ihren Verbleib gaben. Nach ständigen Nachfragen ihrer Familie durfte sie ihre Angehörigen sechs Tage nach ihrer Festnahme kurz anrufen. Während ihrer Zeit in Einzelhaft wurde sie regelmäßig mit folgenden Dingen bedroht: Die Inhaftierung ihres Vaters und ihrer jüngeren Geschwister, wenn sie nicht vor einer Kamera ihre Ablehnung des Kopftuchzwangs zurücknähme, der Kampagne Weiße Mittwoche – eine beliebte Kampagne, die Frauen dazu ermutigt, Fotos und Videos von sich zu teilen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind und ihre Ablehnung der Gesetze zum verpflichtenden Tragen eines Kopftuchs ausdrücken und ihre Hoffnungen auf mehr Rechte für Frauen diskutieren – abschwöre und ihr „Bedauern“ darüber ausdrücke, dass sie sich von antirevolutionären Oppositionsagent_innen aus dem Ausland habe aufwiegeln lassen. Ihr wurde auch vorgemacht, dass die Außenwelt ihren Fall vergessen habe.

Am 18. April wurde Monireh Arabshahi in das Gefängnis Vozara überstellt. Ohne Erklärung wurden Yasaman Aryani und sie dann in einen Lieferwagen gezwungen und an einen unbekannten Ort in Teheran gebracht. Sobald sie den Lieferwagen verließen, wurden sie ohne ihre Zustimmung von Kamerateams der staatlichen Funk- und Fernsehanstalt gefilmt. Dann wurden sie in einen Raum gebracht, um von der Funk- und Fernsehanstalt „interviewt“ zu werden und als sie sich dagegen wehrten, sagte man ihnen, sie hätten keine Wahl und müssten die Fragen beantworten. Beide verbrachten dann die Nacht im Gefängnis Vozara und wurden am nächsten Tag in das Gefängnis Shahr-e Rey zurückgebracht. Am 13. August wurden Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavarz in das Evin-Gefängnis gebracht.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In dem am 8. März 2019 online verbreiteten Video zum Weltfrauentag „Der Tag wird kommen, an dem Frauen nicht mehr kämpfen müssen“, sieht man wie Yasaman Aryani einer Frau mit Kopftuch eine Blume übergibt und ihrer Hoffnung Ausdruck verleiht, eines Tages Seite an Seite mit ihr die Straße entlanggehen zu können, „ich ohne Kopftuch und du mit Kopftuch“. Nachdem das Video online gegangen war, wurde Yasaman Aryani am 10. April von Sicherheitskräften im Haus ihrer Familie in Teheran festgenommen. Als sich ihre Mutter Monireh Arabshahi am nächsten Tag im Vozara-Haftzentrum in Teheran nach dem Verbleib ihrer Tochter erkundigen wollte, wurde auch sie festgenommen und in das Gefängnis Shahr-e Rey in der Nähe von Teheran gebracht. Mojgan Keshavarz wurde zwei Wochen später, am 25. April, festgenommen und auch in das Gefängnis Shahr-e Rey gebracht.

Nach der Festnahme wurde Yasaman Aryani neun Tage im Teheraner Vozara-Haftzentrum in Einzelhaft und ohne Zugang zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand festgehalten. Während dieser Zeit war sie Opfer des Verschwindenlassens, da die Behörden ihrer Familie keine Informationen über ihr Schicksal und ihren Verbleib gaben. Nach ständigen Nachfragen ihrer Familie durfte sie ihre Angehörigen sechs Tage nach ihrer Festnahme kurz anrufen. Während ihrer Zeit in Einzelhaft wurde sie regelmäßig mit folgenden Dingen bedroht: Die Inhaftierung ihres Vaters und ihrer jüngeren Geschwister, wenn sie nicht vor einer Kamera ihre Ablehnung des Kopftuchzwangs zurücknähme, der Kampagne Weiße Mittwoche – eine beliebte Kampagne, die Frauen dazu ermutigt, Fotos und Videos von sich zu teilen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind und ihre Ablehnung der Gesetze zum verpflichtenden Tragen eines Kopftuchs ausdrücken und ihre Hoffnungen auf mehr Rechte für Frauen diskutieren – abschwöre und ihr „Bedauern“ darüber ausdrücke, dass sie sich von antirevolutionären Oppositionsagent_innen aus dem Ausland habe aufwiegeln lassen. Ihr wurde auch vorgemacht, dass die Außenwelt ihren Fall vergessen habe.

Am 18. April wurde Monireh Arabshahi in das Gefängnis Vozara überstellt. Ohne Erklärung wurden Yasaman Aryani und sie dann in einen Lieferwagen gezwungen und an einen unbekannten Ort in Teheran gebracht. Sobald sie den Lieferwagen verließen, wurden sie ohne ihre Zustimmung von Kamerateams der staatlichen Funk- und Fernsehanstalt gefilmt. Dann wurden sie in einen Raum gebracht, um von der Funk- und Fernsehanstalt „interviewt“ zu werden und als sie sich dagegen wehrten, sagte man ihnen, sie hätten keine Wahl und müssten die Fragen beantworten. Beide verbrachten dann die Nacht im Gefängnis Vozara und wurden am nächsten Tag in das Gefängnis Shahr-e Rey zurückgebracht. Am 13. August wurden Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavarz in das Evin-Gefängnis gebracht.

Wer im Iran als Frau ohne Kopftuch unterwegs ist, riskiert Festnahme, Stockhiebe oder eine Haft- bzw. Geldstrafe. Gesetze zur obligatorischen Verschleierung verstoßen gegen eine ganze Reihe von Menschenrechten, so zum Beispiel die Rechte auf Gleichstellung, Privatsphäre, freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit. Das Verschleierungsgesetz erniedrigt Frauen und Mädchen und beraubt sie ihrer Würde und Selbstachtung.