Familie droht Abschiebung

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Sri Lanka

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In Sri Lanka sind die Mitglieder einer katholischen Familie aus Pakistan festgenommen worden, weil ihre Visa abgelaufen waren. Die Familie war aus Pakistan geflohen, weil sie dort um ihr Leben fürchtete, und hatte in Sri Lanka Asylanträge gestellt. Amnesty International erfuhr am 31. Mai, dass ihre Haftbedingungen extrem schlecht  sind und die Gefahr besteht, dass sie abgeschoben werden. Die Abschiebung nach Pakistan würde sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen aussetzen, da sich die dortige Sicherheitslage für Minderheiten in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert hat.

Setzt euch für die von Abschiebung bedrohte Familie ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

mit großer Sorge verfolge ich die Situation der Familie John. Deswegen wende ich mich heute an Sie: Famile John sollte nicht nach Pakistan zurückgeschoben werden, weil ihnen dort Verfolgung und Gewalt drohen. Bitte sorgen Sie dafür, dass die Familie eine sichere Unterkunft erhält und Zugang zu medizinischer Versorgung hat.

Der Familie muss Zugang zu einem fairen Asylverfahren erhalten, damit sorgfältig geprüft wird, welche Gefahren ihnen drohen, wenn sie nach Pakistan zurückkehren. Niemand darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihr oder ihm schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dear Minister Tilak Marapana,

I am writing to urge you to stop the deportation of a Pakistani Christian family from Sri Lanka, who have been arrested and are being kept at the refugee centre in Mirihana for overstaying their visas. Naseem John, Nida John, Nobil Zain, Sylvester John, Hina Milword and Keshwan Milword fled serious threats to their lives in Pakistan and were forced to seek sanctuary in Sri Lanka. In addition to the trauma faced in their home country, the family had to endure the trauma of being displaced by violent mobs following the Easter Sunday attacks from their home in Dalupotha. They are currently being kept in terrible conditions, where the youngest member of the family has been separated from his mother because of the segregation in camps.

The John family should not be deported to Pakistan where more harm awaits them. I ask you to ensure that they have a safe place to stay with access to food and medicine. There must be a fair process before a deportation, to properly evaluate the threat that these families might be exposed to upon return. No one should be forcibly returned to a country where they are at risk of serious human rights violations.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 16.07.2019

Appell an:

Minister Tilak Marapana

Sir, Baron Jayatilaka Mawatha

Colombo 00100

SRI LANKA

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER DEMOKRATISCHEN SOZIALISTISCHEN REPUBLIK SRI LANKA
S.E. Herrn Karunasena Hettiarachchi
Niklasstr. 19
14163 Berlin
Fax: 030-8090 9757

E-Mail: slemb.berlin@mfa.gov.lk

 

Amnesty fordert:

  • Famile John sollte nicht nach Pakistan zurückgeschoben werden, weil ihnen dort Verfolgung und Gewalt drohen. Bitte sorgen Sie dafür, dass die Familie eine sichere Unterkunft erhält und Zugang zu medizinischer Versorgung hat.
  • Der Familie muss Zugang zu einem fairen Asylverfahren erhalten, damit sorgfältig geprüft wird, welche Gefahren ihnen drohen, wenn sie nach Pakistan zurückkehren. Niemand darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihr oder ihm schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.

Sachlage

Einer pakistanischen Familie christilichen Glaubens droht die Abschiebung aus Sri Lanka. Die Familienangehörigen – im Alter zwischen elf und 57 Jahren – sind festgenommen worden und werden in einer Flüchtlingseinrichtung in Mirihana festgehalten, weil ihre Visa abgelaufen waren. Naseem John, Nida John, Nobil Zain, Sylvester John, Hina Milword und Keshwan Milword befanden sich in Pakistan in Lebensgefahr und suchten Zuflucht in Sri Lanka.

Neben dem Trauma, das sie in ihrem Heimatland erlitten, wurden die Mitglieder der Familie einem weiteren Trauma ausgesetzt, als sie nach den Anschlägen vom Ostersonntag 2019 von einer aufgebrachten Menschenmenge mit Gewalt aus ihrem Zuhause in Dalupotha vertrieben wurden. Sie werden derzeit unter extrem schlechten Bedingungen in einem Flüchtlingslager festgehalten. Der jüngste Sohn der Familie ist von der Mutter getrennt untergebracht, weil männliche und weibliche Bewohner_innen in dem Lager getrennt leben müssen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Laut Aussagen von Flüchtlingen und Asylsuchenden konnten diese relativ friedlich in Sri Lanka leben, obwohl es gelegentlich zu Feindseligkeiten kam. Das änderte sich jedoch nach den Angriffen vom Ostersonntag 2019, bei dem unter anderem ein Anschlag auf die St. Sebastian-Kirche  in Negombo verübt wurde, bei dem über 100 Menschen starben. Die Ereigniss vom 21. April haben dazu geführt, dass viele Flüchtlinge und Asylsuchende Angst haben, sich außerhalb ihrer Übergangsunterkünfte zu bewegen. Einige fühlen sich in Sri Lanka nicht mehr sicher.

Seit dem 22. April begannen Gruppen junger teilweise bewaffneter Männer in der an der Ostküste von Sri Lanka gelegenen Stadt Negombo damit, Flüchtlinge und Asylsuchende aus Ländern mit mehrheitlicher muslimischer Bevölkerung zu vertreiben.

In Pakistan gibt es nur mangelhafte Schutzmechanismen für Minderheiten, insbesondere im Hinblick auf die Blasphemiegesetze des Landes. Pakistans Blasphemiegesetze sind überaus vage formuliert und beinhalten hohe Strafen. Diese Gesetze werden auch angewandt, um gegen religiöse Minderheiten vorzugehen, persönliche Rachefeldzüge auszutragen und Gewalt durch Milizen zu rechtfertigen. Auf der Grundlage weniger oder keiner Beweise müssen die der Blasphemie Beschuldigten ihre Unschuld beweisen, während aufgebrachte und gewalttätige Gruppen die Polizei, Zeug_innen, Rechtsbeistände und Richter_innen einschüchtern.

Ein Beispiel dafür ist der Fall von Asia Bibi, einer in Armut lebenden christlichen Landarbeiterin, die acht Jahre unter konstruierten Blasphemievorwürfen im Todestrakt verbringen musste. Nachdem Asia Bibi im November 2010 zum Tode verurteilt worden war, nahmen zwei bekannte Politiker, Salmaan Taseer und Shahbaz Bhatti, sich ihres Falls an und riefen den damaligen pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari auf, sie zu begnadigen. Salmaan Taseer, der Gouverneur von Punjab und Gegner der pakistanischen Blasphemiegesetze, wurde im Januar 2011 von seinem eigenen Leibwächter ermordet. Zwei Monate darauf wurde der einzige Christ im Kabinett, Shahbaz Bhatti, vor dem Haus seiner Mutter in Islamabad erschossen, weil er sich ebenfalls des Falls angenommen hatte.

Drei Jahre nachdem der Oberste Gerichtshof Pakistans Asia Bibis Rechtsmittel zugelassen hatte, sprach er sie am 31. Oktober 2018 aus Mangel an Beweisen von allen Vorwürfen frei. Nach Verkündung des Urteils brachen in pakistanischen Großstädten gewaltsame Proteste aus. Daraufhin entschied eine Regierungsdelegation, dass Asia Bibi die Ausreise verweigert werde und der Oberste Gerichtshof einen „Antrag auf Überprüfung“ anhören müsse, der die Aufhebung des Freispruchs verfolgte. Asia Bibi konnte letztendlich erst sechs Monate nach ihrem Freispruch das Land verlassen.