Faire Hilfsleistungen von Nöten

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Menschenrechtler_innen in Honduras sind in Gefahr

Mexiko wurde am 19. September von einem schweren Erdbeben erschüttert. Hunderte Menschen kamen dabei ums Leben, Tausende wurden obdachlos und wichtige Versorgungsleistungen wurden an mehreren Orten unterbrochen. Die mexikanischen Behörden müssen sicherstellen, dass Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen unter Achtung der Menschenrechte für alle Betroffenen in gleichem Maße erfolgen.

Hilfsleistungen müssen allen gleichermaßen zugute kommen!

Appell an:

Vorsitzender, 53. Konferenz der Gouverneure

Miguel Ángel Mancera Espinosa

Montecito #38 piso 22 oficina 30

Col. Nápoles, Deleg. Benito Juárez

Ciudad de México, C.P. 03810 MEXIKO

Sende eine Kopie an:

Amnistía Internacional México
Luz Saviñon 519
Col. Del Valle, Del. Benito Juárez

Ciudad de México, C.P. 03100
MEXIKO

E-Mail: au@amnistia.org.mx

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Rogelio Granguillhome Morfin
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23 700
E-Mail: mail@mexale.de

Amnesty fordert:

  • Bitte stellen Sie sicher, dass der Wiederaufbau und die Hilfslieferungen unter Beachtung der Menschenrechte und ohne Diskriminierung vonstatten gehen und Sie die kulturellen und geschlechtsspezifischen Erfordernisse der Betroffenen einbeziehen.
  • Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass obdachlos gewordene Menschen sichere und angemessene Unterbringungsmöglichkeiten und Zugang zu notwendigen Grundleistungen erhalten.
  • Führen Sie bitte umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Vorwürfe über Baumängel und unzureichende Wartung von Gebäuden durch und prüfen Sie dabei die Verantwortung von Regierungsbeamt_innen, die für Baugenehmigungen und -kontrollen zuständig sind.
  • Bitte stellen Sie den einfachen Zugang zu wichtigen Informationen hinsichtlich der Sicherheit von Gemeinden durch den Risikoatlas für Mexiko-Stadt sowie ähnliche schriftliche Risikoeinschätzungen anderer Bundesstaaten zeitnah sicher.

Sachlage

Am 19. September erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,1 große Teile von Mexiko, insbesondere Mexiko-Stadt und die Bundesstaaten Guerrero, Mexico, Morelos, Oaxaca und Puebla. Mehr als 300 Menschen kamen dabei ums Leben und Tausende verloren ihr Zuhause und ihren Besitz. Unter Beteiligung von zivilen und militärischen Einsatzkräften und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft stellte die mexikanische Regierung Rettungsteams zusammen und leitete Notfallversorgungmaßnahmen ein. Im ganzen Land unternahmen Menschen gemeinsam große Anstrengungen, um Leben zu retten und die Betroffenen zu unterstützen.

Doch kurz nach dem Erdbeben tauchen auch Berichte über einen Mangel an Koordination zwischen den Behörden und die rechtswidrige Aneignung von Nahrungsmitteln und anderen für die Überlebenden bestimmten notwendigen Gütern auf. Ebenso wird über unzureichende Hilfslieferungen in viele der verwüsteten Gebiete berichtet, wovon vor allem kleine und arme Gemeinden betroffen sind. Laut Medienberichten könnten nach vorläufigen Einschätzungen von Expert_innen bei einigen der eingestürzten Gebäude Verstöße gegen die Bauvorschriften vorgelegen haben. Bereits am 7. September hatte ein Erdbeben der Stärke 8,2 die Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca im Süden Mexikos erschüttert. Zu dieser Zerstörung kommt nun die Verwüstung durch das Erdbeben vom 19. September hinzu. Mehr als 150.000 Haushalte sind von den beiden Erdbeben betroffen und mindestens 250.000 Menschen wurden dadurch obdachlos. Offizielle Schriftstücke zur Risikoeinschätzung und zu Vorkehrmaßnahmen sind bislang nicht veröffentlicht worden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

1985 wurden bei einem schweren Erbeben mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala große Teile von Mexiko-Stadt schwer beschädigt. Zentrale infrastrukturelle Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Straßen und Mediensitze wurden zerstört. In der Folge waren strengere Bauvorschriften erlassen worden. Der Einsturz von öffentlichen Gebäuden brachte unzulässige Baumängel und schwere Korruptionsfälle ans Licht. Doch es kam daraufhin nicht zu ernsthaften Ermittlungen hinsichtlich der Geschehnisse und die Verantwortlichen gingen straffrei aus.

Ein mexikanisches Bundesgesetz sieht die Schaffung eines Nationalen Risikoatlas für Mexiko vor. Auch die einzelnen Bundesstaaten und Mexiko-Stadt werden darin aufgefordert, ähnliche Vorkehrungen zu treffen. In der Regel werden solche Informationen jedoch nicht veröffentlicht, obwohl dies zu einer Verbesserung der Stadtplanung, der Bürgerbeobachtung von Bauindustrie und Großprojekten und der Evaluierung von Maßnahmen seitens der Politik beitragen könnte. Die mexikanische Gesetzgebung enthält eindeutige Bestimmungen zum Recht auf Informationen, die den Bürger_innen den Zugang zu den Risikoatlanten ermöglichen würde.

Bei dem Erdbeben in Südmexiko und Zentralamerika am 7. September 2017 mit einer Stärke von 8,2 auf der Richterskala kamen nach Schätzungen einhundert Menschen ums Leben. In Mexiko wurden Tausende Gebäude zerstört oder schwer beschädigt.