Drohende Vertreibung

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Vier Frauen und zwei Kinder gehen einen Hügel hoch, im Vordergrund stehen die Reste eines abgebrannten Baumes

Vertriebene Indigene in der kolumbianischen Region Chocó

In Kolumbien müssen etwa 500 Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Yukpa damit rechnen, nach Venezuela zurückgeschickt zu werden. Da die Yukpa über binationalen Status verfügen, würde eine solche Maßnahme ihre Rechte verletzen. Doch die kolumbianische Regierung verweigert ihnen diese Rechte und das damit einhergehende Aufenthaltsrecht.

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Dein Appell

Sehr geehrter Herr Präsident,

mit Sorge höre ich von der drohenden Vertreibung der Yukba.

Bitte sehen Sie von der Vertreibung der in Cúcuta ansässigen Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Yukpa ab und schicken Sie sie nicht gegen ihren Willen nach Venezuela zurück.

Sorgen Sie bitte dafür, dass Angehörige der Yukpa in Cúcuta und anderen umliegenden Städten auf kulturell angemessene Weise in den Genuss ihrer Rechte auf Leben, Gesundheit, Nahrung und Unterkunft kommen.

Setzen Sie bitte die vom Verfassungsgericht angeordneten Pläne zum Schutz der indigenen Gemeinschaft der Yukpa um. Konsultieren Sie hierzu die Angehörigen der Yukpa, die aus Venezuela nach Kolumbien gekommen sind, sowie ihre gemeinschaftlichen Organisationen.

Mit freundlichen Grüßen

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen oder direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken. Wähle einfach deine bevorzugte Versandmethode und die Sprache, in der du den Brief verschicken möchtest, aus.

Bitte abschicken bis: 30.04.2018

Appell an:

PRÄSIDENT

Señor Juan Manuel Santos

Presidente de la República

Palacio de Nariño, Carrera 8 Núm. 7-26

Bogotá

KOLUMBIEN

Sende eine Kopie an:

Staatliche Menschenrechtsbeauftragte
Consejera Presidencial  para los Derechos Humanos
Señora Paula Gaviria
Carrera 8 No.7-26
Bogotá D. C.
KOLUMBIEN

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau María Elvira Pombo Holguin
Taubenstr. 23
10117 Berlin

Fax: 030-2639 6125
E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co

Amnesty fordert:

  • Bitte sehen Sie von der Vertreibung der in Cúcuta ansässigen Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Yukpa ab und schicken Sie sie nicht gegen ihren Willen nach Venezuela zurück.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Angehörige der Yukpa in Cúcuta und anderen umliegenden Städten auf kulturell angemessene Weise in den Genuss ihrer Rechte auf Leben, Gesundheit, Nahrung und Unterkunft kommen.
  • Setzen Sie bitte die vom Verfassungsgericht angeordneten Pläne zum Schutz der indigenen Gemeinschaft der Yukpa um. Konsultieren Sie hierzu die Angehörigen der Yukpa, die aus Venezuela nach Kolumbien gekommen sind, sowie ihre gemeinschaftlichen Organisationen.

Sachlage

Etwa 500 Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Yukpa, die aus Venezuela nach Kolumbien gekommen waren, müssen damit rechnen, aus ihren Siedlungen vertrieben zu werden. Die Siedlungen befinden sich in der Stadt Cúcuta im Osten des Landes – eine im Stadtteil El Escobal und die andere unter der internationalen Grenzbrücke Francisco de Paula Santander. Der Dachverband indigener Gemeinschaften in Kolumbien (Organización Nacional Indígena de Colombia – ONIC) berichtete am 15. März, dass Polizeikräfte mit der Räumung dieser Siedlungen begonnen haben. Die Yukpa verfügen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit über binationalen Status, was bedeutet, dass sich die Angehörigen dieser indigenen Gemeinschaft sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien aufhalten dürfen. Allerdings besitzen die meisten Yukpa keine Ausweispapiere und können ihren Status daher nur schwer nachweisen. Da ihre Rechte auch in Venezuela nicht garantiert sind, kommen sie immer wieder nach Kolumbien zurück.

Angehörige der Yukpa, die sich in Cúcuta niedergelassen haben, sind seit dem 1. Oktober 2017 bereits zweimal auf der Grundlage eines bürgermeisterlichen Erlasses vertrieben worden. Man zwang sie, nach Venezuela zurückzukehren und gab dann vor, sie seien freiwillig zurückgekehrt, um sie so in die Kategorie „ausländische Staatsangehörige“ einordnen zu können. Die betroffenen Angehörigen der Yukpa leben derzeit unter prekären Bedingungen und ohne Zugang zu Grundversorgungsleistungen wie Trinkwasser, Nahrungsmittel, Gesundheit und Bildung.

Laut der kolumbianischen Verfassung sind Angehörige binationaler indigener Gemeinschaften wie kolumbianische Staatsangehörige zu behandeln. Institutionell gesehen sollten die Yukpa daher genauso behandelt werden wie kolumbianische indigene Gemeinschaften, die von einer Krise in ihrem Territorium betroffen sind. Das Verfassungsgericht ordnete im Jahr 2009 an, Pläne zum Schutz von 34 indigenen Gemeinschaften auszuarbeiten und umzusetzen, die in Kolumbien von bewaffnetem Konflikt und Vertreibung betroffen sind. Hierzu zählen auch die Yukpa.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die indigene Gemeinschaft der Yukpa lebt auf beiden Seiten der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela. In Kolumbien lebten 2005 laut einer Volkszählung 4.761 Angehörige der Yukpa. In Venezuela hielten sich 2011 laut Zensus 10.640 Yukpa auf. Ihr angestammtes Territorium existierte bereits vor der heutigen venezolanisch-kolumbianischen Grenze und laut ethnographischer Daten besteht ein reger Austausch zwischen den auf beiden Seiten der Grenze lebenden Gruppen und Familien. Die Gemeinschaft der Yukpa ist somit beiden Ländern zuzuordnen.

In Lateinamerika gibt es geschätzte 108 transnationale indigene Gemeinschaften. Nach Angaben des Nationalen Planungsinstituts DNP (2010) verfügen 35 % der in Kolumbien ansässigen indigenen Gemeinschaften über Angehörige, die sich über Kolumbien hinaus auch in anderen Ländern aufhalten.