COVID-19: Kein Schutz für Menschenrechtlerin

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Karte von Mexiko

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Die Menschenrechtsverteidigerin und Feministin Clemencia Adelaida Salas Salazar stand drei Jahre unter Polizeischutz – bis zum 30. März. Dann zog das Sekretariat für Öffentliche Sicherheit des Bundesstaates Yucatán den ihr bis dahin gewährten Begleitschutz zurück. Die Kräfte würden jetzt für die Eindämmung der Corona-Pandemie gebraucht.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

mit großer Sorge verfolge ich die Situation von Clemencia Adelaida Salas Salazar. Ich fordere Sie nachdrücklich auf, Clemencia Adelaida Salas Salazar unverzüglich und im Einvernehmen sowohl mit ihr als auch mit den höchsten internationalen Menschenrechtsstandards, unbeschadet des Rechts auf Gesundheit für alle Bürger_innen von Yucatán, wieder Schutzmaßnahmen zu gewähren.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Mtro. Mauricio Vila Dosal,

I write to express my concern about the recent withdrawal of protection measures to Clemencia Adelaida Salas Salazar despite protective measures granted to her by the National Human Rights Commission (CNDH) since March 2017.

I urge the government of Yucatan to immediately restore these measures in accordance with the highest international human rights standards, in agreement with Adelaida and without prejudice to the right to health for all citizens in Yucatan.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 30.05.2020

Appell an:

Mtro. Mauricio Vila Dosal

Gobernador Constitucional del Estado de Yucatán

Calle 61 x 60 y 62

Centro, C.P. 97000

Mérida, Yucatán, MEXIKO

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S.E. Herr Rogelio Granguillhome Morfin
Klingelhöferstraße 3

10785 Berlin
Fax: (030) 269 323 700
E-Mail: mexale@sre.gob.mx

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf, Clemencia Adelaida Salas Salazar unverzüglich und im Einvernehmen sowohl mit ihr als auch mit den höchsten internationalen Menschenrechtsstandards, unbeschadet des Rechts auf Gesundheit für alle Bürger_innen von Yucatán, wieder Schutzmaßnahmen zu gewähren.

Sachlage

Seit März 2017  gewährte die Nationale Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de los Derechos Humanos - CNDH) Clemencia Adelaida Salas Salazar Schutzmaßnahmen . Nun berichtet die Menschenrechtsverteidigerin, dass das Sekretariat für Öffentliche Sicherheit des Bundesstaats Yucatán im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ihre Bodyguards abgezogen hat. Diese sind für Clemencia Adelaida Salas Salazar allerdings überlebenswichtig: Aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit ist sie einem ständigen hohen Risiko ausgesetzt.

Vorbeugungsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ergriffen werden, dürfen keine Menschenrechtsverteidiger_innen gefährden. Auch unter den aktuellen Bedingungen müssen sie, im Rahmen des Möglichen, ihre Tätigkeit fortsetzen können. Der Bundesstaat Yucatán darf Maßnahmen zum Schutz vor der COVID-19-Pandemie nicht als Vorwand benutzen, um den Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen zu lockern oder ganz aufzuheben.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Clemencia Adelaida Salas Salazar setzt sich im mexikanischen Bundesstaat Yucatán für die Frauenrechte ein. Sie ist eine Repräsentantin der zivilgesellschaftlichen Nationalen Beobachtungsstelle für Frauenmorde (Observatorio Ciudadano Nacional del Feminicidio - OCNF), die sämtliche Frauenmorde im Land dokumentiert – eine Arbeit, die von Regierungsseite nicht geleistet wird. Außerdem ist sie die gesetzliche Vertreterin der Organisation Ni una Más A.C., die in Yucatán zu unaufgeklärten Verbrechen an Frauen arbeitet und Teil des landesweiten Netzwerks von Menschenrechtsverteidigerinnen in Mexiko (Red Nacional de Defensoras de Derechos Humanos en México) ist.

Im Jahr 2017 – nach der Ermordung von Emma Gabriela Molina Canto – gewährte die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) Clemencia Adelaida Salas Salazar wegen ihrer Arbeit als Menschenrechtsverteidigerin Schutzmaßnahmen, um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit zu schützen. In einer Erklärung vom 10. April 2020 verurteilte die CNHD die Aufhebung dieser Maßnahmen und betonte, dass Clemencia Adelaida Salas Salazar nach wie vor in unmittelbarer Gefahr sei.

Nach Informationen von Amnesty International wird der Abzug der Bodyguards von den Behörden des Bundesstaates Yucatán damit begründet, dass diese für andere Aufgaben im Rahmen der Eindämmungsmaßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie gebraucht würden. Neben Clemencia Adelaida Salas Salazar soll noch eine weitere Menschenrechtsverteidigerin in Yucatán von derselben Problematik betroffen sein.