Covid-19 bedroht Indigene

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Protestmarsch der Organisation "Coordinadora Nacional por la Defensa de la Vida y la Soberanía" in der Provinz Azuay

Protestmarsch der Organisation "Coordinadora Nacional por la Defensa de la Vida y la Soberanía" in der Provinz Azuay

Am 1. Juli berichtete die Konföderation der Indigenen Nationalitäten des Ecuadoranischen Amazonas (CONFENIAE) von 1.215 bestätigten (45% von 2.673 getesteten Personen) und 622 Verdachtsfälle von Covid-19 in den Indigenen Amazonasgemeinschaften. Sie sind in erhöhter Gefahr durch den Mangel an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, Gesundheitsleistungen und Covid-19-Tests. Eine Ölkatastrophe am 7. April und saisonale Überschwemmungen haben die Umwelt, die Nahrungsmittel und Wasserquellen vieler indigener Gemeinschaften verschmutzt und das Risiko einer Infektion erhöht.

Setzt euch für die indigenen Völker ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Präsident,

mit großer Sorge habe ich von der Bedrohung der indigenen Gemeinschaften am Amazonas durch Covid-19 und eine Ölkatastrophe erfahren.

Ich fordere Sie höflich auf, umgehend einen Aktionsplan zu entwerfen und umzusetzen, um die indigenen Gemeinschaften im ecuadorianischen Amazonasgebiet vor der Covid-19-Pandemie zu schützen. Der Plan muss den Menschenrechtsstandards entsprechen und mit den Indigenenorganisationen und -Behörden konsultiert werden. Umfassen sollte der Plan: Aktionen, um die Verbreitung des Virus zu stoppen und gleichzeitig das Recht auf Leben, Gesundheit, Wasser, eine gesunde Umwelt und einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen

Dear President Lenín Moreno,

 

I write to you regarding the urgent situation of Indigenous Peoples in the Ecuadorian Amazon due to the COVID-19 pandemic. Indigenous organizations have denounced that the government’s response to this situation has been inadequate and ineffective so far, reporting that by 1 July 2020 there were 1,215 confirmed cases (45% of the 2,673 people tested) and 622 suspected cases of COVID-19 among Indigenous persons in the Ecuadorian Amazon.

 

I ask you to urgently design and implement an action plan to protect Indigenous Peoples in the Ecuadorian Amazon from the COVID-19 pandemic, complying with human rights standards and in consultation with Indigenous organizations and authorities. This plan should include, among others, actions intended to stop the spread of the virus while guaranteeing their rights to life, to health, to water, to a healthy environment and to an adequate standard of living.

                                                             

Yours sincerely,

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Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 13.08.2020

Appell an:

Präsident
Presidencia de la República del Ecuador
García Moreno N10-43 entre Chile y Espejo

170401, Quito
ECUADOR

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Ecuador
S.E. Herrn Manuel Antonio Mejia Dalmau
Joachimstaler Straße 12
10719 Berlin
Fax: 030 - 800 969 699
E-Mail: info@ecuadorembassy.de

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend einen Aktionsplan zu entwerfen und umzusetzen, um die indigenen Gemeinschaften im ecuadorianischen Amazonasgebiet vor der Covid-19-Pandemie zu schützen. Der Plan muss den Menschenrechtsstandards entsprechen und mit den Indigenenorganisationen und -Behörden konsultiert werden. Umfassen sollte der Plan: Aktionen, um die Verbreitung des Virus zu stoppen und gleichzeitig das Recht auf Leben, Gesundheit, Wasser, eine gesunde Umwelt und einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten.

Sachlage

Etwa 290.00 indigene Menschen, die zu zehn Nationen (Ethnien) gehören, leben im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Menschen in freiwilliger Isolation oder mit kürzlichem Kontakt zu anderen Menschen könnten sogar von der Ausrottung bedroht sein, da ihre Population häufig sehr klein und ihr Immunsystem durch die geringe genetische Diversität schwächer ist.

Indigenenorganisationen prangern an, dass die Maßnahmen der Regierung gegen die Corona-Pandemie bislang unangemessen und ineffizient sind. Sie berichteten am 1. Juli von 1.215 bestätigten und 622 Covid-19-Verdachtsfällen unter den indigenen Personen im ecudaorianischen Amazonasgebiet.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Angaben der Regierung gab es am 2. Juli 2020 50.915 bestätigte Fälle (41% der 121.328 getesteten Menschen) und 4.246 Verstorbene in Ecuador, das eine Gesamtbevölkerung von 17 Millionen Menschen hat.

Die Konföderation der Indigenen Nationen des Ecuadorianischen Amazonasgebiets (CONFENIAE) gibt an, dass sich unter der indigenen Bevölkerung am 1. Juli 2020 insgesamt 116 erkrankte Personen von Covid-19 erholt hatten und 25 daran gestorben waren. Zusätzlich waren zwölf Personen der Gruppe der Verdachtsfälle gestorben.

Zur Pandemie kommt erschwerend hinzu, dass am 7. April ein Leck im Transecuadorianischen Pipelinesystem SOTE und der Rohölpipeline OCP die Flüsse Coca und Napo verseuchte. Dies verschmutzte die Umwelt, das Wasser, die Nahrungsmittel und Lebensgrundlage von fast 120.000 Menschen, von denen 27.000 Indigene, überwiegend Kichwa und Shuar, sind.

Am 29. April reichte eine Gruppe von Indigenen- und Menschenrechtsorganisationen einen Antrag auf ein Verfassungsschutzverfahren ein und forderte Schutzmaßnahmen im Namen von fast 120.000 von der Ölkatastrophe betroffenen Menschen. Die Petition gibt die Verantwortung dem Ministerium für Energie und natürliche und nicht nachwachsende Rohstoffe, dem Ministerium für Umweltschutz, dem Gesundheitsministerium, der staatlichen Ölgesellschaft Petroecuador und dem Privatunternehmen OCP. Die Petitionssteller_innen berichteten, dass das verantwortliche Gericht das rechtsstaatliche Verfahren durch Unregelmäßigkeiten gefährdete.

Am 22. Juni machten Indigenen- und Menschenrechtsorganisationen in Ecuador eine Eingabe beim UN-Sonderberichterstatter für die Rechte der indigenen Völker zur Gefährdungslage der indigenen Gemeinschaften in Ecuador in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.