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Entführt, weil er Verschwindenlassen anprangerte

Portät von Germain Rukuki + grafische Elemente (Briefumschlag, Schriftrolle) + Schrift: Idris freilassen!

Appell Text

Exzellenz,

ich fordere Sie auf, Idris Khattak freizulassen. Er ist Pakistans führender Experte für das Thema "Verschwindenlassen". Nun fiel er selbst dem Verschwindenlassen zum Opfer. 

Sollten glaubwürdige und zulässige Beweise dafür vorliegen, dass er eine international anerkannte Straftat verübt hat, dann sorgen Sie bitte dafür, dass er umgehend ein faires Verfahren vor einem regulären Zivilgericht bekommt, ohne auf die Todesstrafe zurückzugreifen. Andernfalls lassen Sie ihn bitte sofort und bedingungslos frei.

Seine Töchter haben Idris Khattak seit seiner Verschleppung im November 2019 nicht mehr gesehen. Sie kennen weder seinen Aufenthaltsort noch wissen sie, ob er die Medikamente erhält, die er benötigt. Sie wünschen sich nichts mehr, als dass ihr Vater wieder in Sicherheit bei ihnen zu Hause ist.

Sie haben versprochen, das Verschwindenlassen unter Strafe zu stellen. Jetzt haben Sie Gelegenheit, dieses Versprechen einzulösen.

 

Hochachtungsvoll

Hintergrundinformationen

Idris Khattak ist Experte zum Thema "Verschwinden-Lassen" in Pakistan. Er hat dieses völkerrechtliche Verbrechen jahrelang für Amnesty International und Human Rights Watch dokumentiert - bis er selbst am 13. November 2019 "verschwand".

In Pakistan lassen die Behörden regelmäßig Menschenrechtler_innen wie Idris und andere Kritiker_innen "verschwinden", um sie zum Schweigen zu bringen. Idris befand sich auf dem Heimweg aus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, als er in seinem Mietwagen angehalten und verschleppt wurde. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen; seine Familie hatte keinen Kontakt mehr zu ihm.

"Ich schaue mir Fotos von Papa an und wünsche mir nichts mehr, als dass er zur Tür hereinkommt und wieder bei uns ist", sagt Talia, Idris Khattaks Tochter. "Wir haben Antworten verdient, und er verdient es, von Gesetzen geschützt zu werden."

Talia (20) erhielt Drohungen als sie mit Unterstützung durch Amnesty damit begann, ihren Vater zu suchen und für seine Rückkehr zu kämpfen. Doch Talias Mut zahlte sich aus. Im Juni gaben die pakistanischen Behörden zu, dass sie Idris in Gewahrsam halten und ihn wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen anklagen werden. Sie machten aber keine Angaben zu seinem Aufenthaltsort.

Seine Familie befürchtet, dass Idris wegen Spionage vor Gericht gestellt wird. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 14 Jahre Gefängnis oder sogar die Todesstrafe.

Wende Dich auch direkt an die Familie von Idris!

Zeig seinen Töchtern Talia und Shumaisa deine Solidarität. Du erreichst sie auf Twitter unter: @TaliaKhattak und @shumaisa77. Oder du schickst deine Botschaft an:

Amnesty International South Asia Regional Office

23/2 Horton Place

Colombo 07

Sri Lanka