Iran: Keine Todesstrafe für Jugendliche!

Szene aus einem Amnesty-Video gegen die Todesstrafe

Szene aus einem Amnesty-Video gegen die Todesstrafe

Vor mehr als 20 Jahren hat der Iran die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, die die Todesstrafe für minderjährige Straftäterinnen und Straftäter verbietet. Doch in der Praxis verletzt das Land seine internationalen Verpflichtungen: In den Jahren von 2005 bis 2015 wurden im Iran mindestens 74 jugendliche Straftäterinnen und Straftäter hingerichtet. Nach UN-Angaben befanden sich 2014 mindestens 160 Personen im Todestrakt, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

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Dein Appell

Exzellenz,

ich bin besorgt wegen der andauernden Anwendung der Todesstrafe gegen zum Tatzeitpunkt jugendliche Straftäterinnen und Straftäter. 

Zwischen 2005 und 2015 verzeichnete Amnesty International mindestens 74 Hinrichtungen jugendlicher Straftäterinnen und Straftäter. Ein UN-Bericht vom August 2014 sprach von mehr als 160 jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern, die in iranischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung warten. Internationales Recht verbietet jedoch ausdrücklich die Anwendung der Todesstrafe bei jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern.

Ich möchte Sie bei allem Respekt daran erinnern, dass der Iran als Unterzeichnerstaat der Kinderrechtskonvention verpflichtet ist, niemand für eine Straftat, die er/sie vor Vollendung des 18. Lebensjahres begangen hat, zum Tode zu verurteilen. 

Ich bitte Sie daher dringend:

- unverzüglich die Todesurteile gegen alle jugendlichen Straftäterinnen und Straftäter umzuwandeln;

- sofortige Schritte zu unternehmen, um die Todesstrafe für alle Straftäterinnen und Straftäter unter 18 Jahren abzuschaffen.

Hochachtungsvoll

Hintergrundinformationen

Vor mehr als 20 Jahren hat der Iran die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, die die Todesstrafe für minderjährige Straftäterinnen und Straftäter verbietet. Doch in der Praxis verletzt das Land seine internationalen Verpflichtungen: In den Jahren von 2005 bis 2015 wurden im Iran mindestens 74 jugendliche Straftäterinnen und Straftäter hingerichtet. Nach UN-Angaben befanden sich 2014 mindestens 160 Personen im Todestrakt, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

Konfrontiert mit Kritik verweisen die iranischen Behörden auf Änderungen im islamischen Strafgesetz in den vergangenen Jahren. Demnach können Richter die Todesstrafe bei jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern durch andere Strafen ersetzen, wenn der Richter zu der Ansicht gelangt, dass die jugendliche Täterin oder der jugendliche Täter die Folgen der Tat nicht begreifen konnte oder wenn Zweifel an der geistigen Reife zum Tatzeitpunkt bestehen.

Tatsächlich werden jedoch weiterhin jugendliche Straftäterinnen und Straftäter hingerichtet. Die Überprüfung der Reife der minderjährigen Straftäterinnen und Straftäter besteht häufig lediglich in kurzen Befragungen durch den Richter. Im Fall der 23-jährigen Fatima Salbehi konzentrierten sich die Fragen des Richters darauf, ob sie betet, ob sie religiöse Bücher in der Schule gelesen hat und ob sie versteht, dass die Tötung eines Menschen verboten ist. Fatima Salbehi wurde im Oktober 2015 hingerichtet. Sie wurde zum Tode verurteilt, weil sie im Alter von 17 Jahren ihren Ehemann ermordet hat, mit dem sie ein Jahr zuvor zwangsverheiratet worden war.

Schlagworte

Iran Petition Todesstrafe