Blumen verschenkt – 16 Jahre Haft

Collage mit: Porträt von einer jungen Frau. Im Hintergrund sind Ausschnitte von Fotos und einer Landkarte.

Yasaman Aryani hat es gewagt, gegen den Kopftuchzwang im Iran zu protestieren. Doch der Staat duldet keinerlei Kritik an frauenfeindlichen Gesetzen. Die junge Frau wurde zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Hintergrundinformationen

Am 8. März 2019, dem Internationalen Frauentag, protestierte Yasaman Aryani auf poetische Weise gegen den gesetzlichen Kopftuchzwang im Iran. Mit unbedeckten Haaren verteilte die 24-Jährige zusammen mit ihrer Mutter Monireh Arabshahi Blumen an die weiblichen Fahrgäste einer Teheraner U-Bahn.

Ein Video der Aktion zeigt, wie sie einer Frau mit Kopftuch eine Blume gibt und sagt, sie hoffe, eines Tages mit ihr durch die Straßen gehen zu können, "ich ohne Kopftuch und du mit".

Das Video verbreitete sich schnell in den sozialen Medien.

Einen Monat später wurde Yasaman Aryani inhaftiert und intensiv verhört. Sie sollte gestehen, dass "ausländische Elemente" sie angestiftet hätten, und ihr Verhalten "bereuen". Andernfalls würden ihre Freund_innen und Familienmitglieder festgenommen. Keine leere Drohung: Auch ihre Mutter wurde inhaftiert.

Am 31. Juli 2019 verurteilte ein Gericht Yasaman Aryani und ihre Mutter zu 16 Jahren Gefängnis – nur, weil sie dafür kämpfen, dass Frauen selbst entscheiden dürfen, wie sie sich kleiden.

Im Iran werden Frauen, die sich gegen Diskriminierung wehren, von den Gerichten drakonisch bestraft: Seit Anfang 2018 sind bereits mehr als 40 Frauen inhaftiert worden.