Auf offener Strasse festgenommen und spurlos verschwunden

Collage mit: Junger Mann, der in die Kamera lächelt. Im Hintergrund sind Ausschnitte einer Stadt und Drahtzaun.

Ägypten geht massiv gegen engagierte Menschen vor: Sicherheitskräfte in Zivil nahmen Ibrahim Ezz El-Din auf offener Straße in Gewahrsam. Seitdem ist er verschwunden.

Hintergrundinformationen

Ibrahim Ezz El-Din arbeitete für die Nichtregierungsorganisation "Ägyptische Kommission für Rechte und Freiheiten" (ECRF). Der 26-Jährige setzte sich für das Recht auf Wohnen ein – vor allem für den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und gegen rechts widrige Zwangsräumungen. Als er am 11. Juni 2019 abends auf dem Heimweg war, um stellten ihn vier Sicherheitskräfte in Zivil und nahmen ihn mit.

Seine Mutter ging sofort zur lokalen Polizeiwache. Doch die Polizei bestritt die Festnahme und verweigerte jegliche Auskunft über Ibrahims Verbleib. Seitdem versucht seine Familie, unermüdlich herauszufinden, wo er festgehalten wird. 

In Ägypten sind Hunderte Menschen verschwunden – oft werden sie von "Sicherheitskräften" monatelang in geheimer Haft festgehalten, ohne Kontakt zu ihren Familien oder Rechtsbeiständen und ohne Anklage. Sie sind allein deshalb inhaftiert, weil sie auf friedliche Weise Kritik am Staat geübt oder Menschen rechte eingefordert haben. In den vergangenen drei Jahren wurden neben Ibrahim Ezz El-Din schon vier weitere Mitarbeiter_innen der Organisation ECRF festgenommen.