Hinrichtungstermin aufgeschoben

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Clinton Young sollte am 26. Oktober hingerichtet werden. Nun verfügte das Berufungsstrafgericht von Texas einen Hinrichtungsaufschub und verwies den Fall an das Gericht zurück, welches das Todesurteil verhängt hatte. Dort soll geklärt werden, ob in Clinton Youngs Prozess falsche oder irreführende Zeugenaussagen berücksichtigt worden waren.

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Sachlage

Clinton Young war 2003 im Zusammenhang mit tödlichen Schüssen auf Doyle Douglas und Samuel Petrey im November 2001 wegen Mordes schuldig gesprochen worden. Der Schuldspruch der Geschworenen im zweiten Mordfall war die Voraussetzung für den Schuldspruch und das Todesurteil. Der einzige Beleg, der auf ihn als denjenigen hinwies, der Samuel Petrey erschoss, war die Aussage von David Page - der zweite, der bei diesem Mord anwesend war. David Page sagte aus, dass Clinton Young Samuel Petrey aus einer Entfernung von etwa zwei bis dreieinhalb Metern erschossen habe. Die Wunden des Opfers weisen jedoch darauf hin, dass er aus einer Entfernung von maximal 0,6 Metern erschossen worden war. Seit dem Prozess machten vier Personen eidesstattliche Aussagen, die Clinton Youngs Angabe unterstützen, dass er Samuel Petrey nicht erschossen habe. Laut seinen Rechtsbeiständen unterstützt auch das Untersuchungsergebnis der Schmauchspuren an einem Paar Handschuhen, das am Tatort des Mordes an Samuel Petrey gefunden wurde, seine Unschuldsbehauptung.

Am 2. Oktober reichten die Rechtsbeistände eine Eingabe gegen die Hinrichtung ein, in der sie mehrere Ungereimtheiten im Prozess gegen Clinton Young geltend machten. Dazu zählt auch die Feststellung, dass im Prozess falsche oder irreführende Zeugenaussagen gegen ihn eingesetzt worden seien. In einer Verfügung vom 18. Oktober wies das Berufungsstrafgericht von Texas auf eine Entscheidung in einem anderen Fall vom Dezember 2009 hin, derzufolge „die wissentliche oder unwissentliche Verwendung einer falschen Zeugenaussage oder eines Meineids gegen das Rechtsstaatsprinzip verstößt.“ Diese Entscheidung erging, nachdem Clinton Young im März 2009 einen Antrag auf richterliche Haftprüfung gestellt hatte. Da diese Rechtsgrundlage damals also noch nicht verfügbar war, erfüllt Clinton Young nach texanischem Recht die Voraussetzungen für eine weitere Eingabe. Das Berufungsstrafgericht von Texas verfügte einen Hinrichtungsaufschub und verwies den Fall zur Klärung n das Gericht zurück, welches das Todesurteil verhängte.

Seit 1976 wurden in den USA 1.461 Menschen hingerichtet, 544 davon allein in Texas. In diesem Jahr gab es 20 Hinrichtungen, sechs davon in Texas.

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