Begnadigung angekündigt

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 25. August teilte der Gouverneur von Arkansas mit, dass er beabsichtigt, das Todesurteil von Jason McGehee umzuwandeln. Dieser hätte am 27. April hingerichtet werden sollen. Ein Bundesrichter gewährte einen Hinrichtungsaufschub und der Begnadigungsausschuss empfahl eine Begnadigung. Der Gouverneur hat diese Empfehlung nun angenommen.

Hintergrund: Ballons steigen in den Himmel, Vordergrund: Schriftzug "Erfolg!"

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Sachlage

Im Sommer 1996 war der 15-jährige John Melbourne Teil einer Gruppe von Freunden, die in einem Haus in Harrison im US-Bundestaat Arkansas lebte. Die Gruppe benutzte gefälschte oder gestohlene Schecks. Laut Prozessakten brachten fünf Gruppenmitglieder – darunter Christopher Epps (19 Jahre alt), Ben McFarland (17 Jahre alt) und Jason McGehee (20 Jahre alt) – John Melbourne am 19. August 1996 ins 30 Kilometer von Harrison entfernte Omaha, da sie vermuteten, dass John Melbourne die Gruppe bei der Polizei „verpfiffen“ hatte. Dort schlugen sie über einen langen Zeitraum immer wieder auf den 15-Jährigen ein. Christopher Epps, Ben McFarland und Jason McGehee brachten ihn danach in ein Waldgebiet und strangulierten ihn abwechselnd. Der Polizei gegenüber sagte Ben McFarland aus, dass er John Melbourne strangulierte, als dieser starb.

Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe für die drei Männer. Im Laufe des Gerichtsverfahrens nannte er das Verbrechen eine „Gruppenaktivität“. Christopher Epps und Ben McFarland wurden zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung verurteilt. Im Januar 1998 wurde Jason McGehee als Letzter vor Gericht gestellt. Die Geschworenen sprachen sich für die Todesstrafe aus.

Alle drei Gerichtsverfahren wurden vom selben Richter geleitet. Der inzwischen pensionierte Richter sprach sich nun für die Umwandlung des gegen Jason McGehee verhängten Todesurteils aus. Aufgrund der Tatsache, dass im Januar 2017 Ben McFarlands Urteil einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bewährung zu einer 40-jährigen Haftstrafe umgewandelt wurde und er somit berechtigt ist, ab 2025 auf Bewährung entlassen zu werden, und dass Jason McGehees „eine außerordentliche Anpassung im Gefängnis“ zeigt, betrachtet der Richter das Todesurteil nun als „unverhältnismäßig“. Auch ein ehemaliger Leiter der US-Gefängnisbehörde in Arkansas unterstützt die Umwandlung seiner Strafe. Er beschrieb Jason McGehees „vorbildliches“ Verhalten im Todestrakt und die „beeindruckenden“ Akteneinträge bezüglich seines disziplinierten Verhaltens. Im April hatte der Begnadigungsausschuss mit sechs zu eins für die Begnadigungsempfehlung an den Gouverneur gestimmt. Jason McGehee wurde vom Bundesbezirksgericht ein Hinrichtungsaufschub gewährt, weil der verkürzte Zeitplan des Bundesstaates für die Prüfung von Gnadengesuchen nicht die gesetzlich vorgesehene Frist von 30 Tagen für die Übermittlung der Empfehlung des Begnadigungsausschusses ermöglicht hätte.

Am 25. August teilte Gouverneur Asa Hutchinson mit, dass er Jason McGehee begnadigen würde. In seiner Stellungnahme sagte er: „Meine Absicht, Herrn McGehee zu begnadigen basiert teilweise darauf, dass der Begnadigungsausschuss empfohlen hat, das Todesurteil in eine lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer Strafaussetzung zur Bewährung umzuwandeln. Bei meiner Entscheidungsfindung habe ich viele Faktoren berücksichtigt, unter anderem die gesamten Mitschriften des Gerichtsverfahrens, Treffen mit Familienangehörigen des Opfers und die Empfehlung des Begnadigungsausschusses. Darüber hinaus war auch die Ungleichheit zwischen der Strafe von Herrn McGehee im Vergleich zu denen der beiden Mitangeklagten ein Faktor, den ich bei meiner Entscheidung berücksichtigt habe.“

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.