Ni Yulan

Frau im Rollstuhl

Die chinesische Aktivistin Ni Yulan

Ni Yulan setzt sich seit vielen Jahren für Opfer von Zwangsräumungen in Peking ein. Seither wurde sie unzählige Male schikaniert, misshandelt und gefoltert. 2002 wurde Ni Yulan auf einer Polizeidienststelle so schwer gefoltert, dass sie seitdem im Rollstuhl sitzt. Die Aktivistin wurde außerdem mehrfach inhaftiert. Aber auch nach ihrer Freilassung werden Ni Yulan und ihre Familie von den Behörden beschattet, drangsaliert und misshandelt. Zudem berichtet Ni Yulan, dass die Familie seither mindestens sieben Mal aus ihrer Wohnung vertrieben bzw. daran gehindert wurde, eine Wohnung zu mieten. 

So unterzeichnete Ni Yulan am 6. April 2017 einen Mietvertrag und zahlte die Miete für 14 Monate im Voraus. Nur drei Tage später teilte ihr der Makler mit, der Eigentümer wolle das Mietverhältnis wieder beenden. Sie erhielt jedoch nur einen Bruchteil der bereits gezahlten Miete zurück. Da die Familie deshalb nicht ausziehen und sich eine neue Bleibe suchen konnte, blieb sie in der Wohnung. Wenige Tage darauf drangen Unbekannte dort ein und zerstörten die Wasser- und Stromleitungen sowie die Internetverbindung. Zwei Tage später wurden auch die Türen und Fenster der Wohnung zerstört. Am 15. April erschienen gegen 23 Uhr 30 Unbekannte in der Wohnung. Sie zerrten Ni Yulan, ihren Ehemann und ihre Tochter hinaus und zwangen sie in zwei Lieferwagen. Sie fuhren mit den Familienangehörigen durch die Stadt und ließen sie erst gegen 1 Uhr nachts weit entfernt von der Wohnung wieder frei. Als die Familie zu ihrer Wohnung zurückkam, war das Schloss ausgetauscht und ihr Hab und Gut vor die Tür gestellt worden. Ihre Wertgegenstände und Ausweise waren entwendet worden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit in Peking und bitten Sie ihn, dafür zu sorgen, dass Ni Yulan und ihre Familie nicht mehr drangsaliert werden. Bitten Sie ihn, eine umfassende, transparente und unabhängige Untersuchung der Drangsalierungen und Misshandlungen, denen Ni Yulan und ihre Familie ausgesetzt sind, einzuleiten und sicherzustellen, dass die Verantwortlichen in Übereinstimmung mit internationalen Standards vor Gericht gestellt werden.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:

Wang Xiaohong
Director of Beijing Municipal Public Security Bureau
No.9 Dongdajie
Qianmen
Dongchengqu
Beijingshi 100740
VOLKSREPUBLIK CHINA
(Anrede: Dear Director / Sehr geehrter Herr Direktor)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Volksrepublik China
S. E. Herr Mingde Shi
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Fax: 030 - 27 58 82 21
(Standardbrief: 0,70 €)

Appell an:

Wang Xiaohong
Director of Municipal Public Security
No.9 Dongdajie, Qianmen, Dongchengqu
Beijingshi 100740, CHINA