Jiang Tianyong

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Jiang Tianyong, 2016

Briefe gegen das Vergessen - August 2019

Dem bekannten Menschenrechtsanwalt Jiang Tianyong wurde 2009 aufgrund seines Aktivismus die Anwaltslizenz entzogen. Er setzte seine Arbeit als Menschenrechtsverteidiger jedoch trotz anhaltender Schikane, Inhaftierung und körperlicher Übergriffe fort.
Das Mittlere Volksgericht der Stadt Changsha sprach Jiang Tianyong am 21. November 2017 der „Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht“ schuldig. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis und einem dreijährigen Entzug seiner politischen Rechte verurteilt. Im Gefängnis verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Eigenen Angaben zufolge wurde er gezwungen, zweimal am Tag ein unbekanntes Medikament einzunehmen. Sein Vater sah, wie er an einen Eisenstuhl gefesselt war.
Seit dem 28. Februar 2019 ist Jiang Tianyong wieder frei, wird jedoch streng überwacht. Er muss dringend ärztlich untersucht werden. Bisher war es ihm jedoch nicht möglich, einen Arzttermin zu vereinbaren, da er befürchtet, seine medizinische Versorgung könnte durch die Anwesenheit seiner Überwacher_innen beeinflusst werden. Da er das Land nicht verlassen darf, kann er auch keine Gesundheitsversorgung im Ausland in Anspruch nehmen.
Bitte schreiben Sie bis 30. September höflich formulierte Briefe an den Leiter des Büros für Öffentliche Sicherheit in Luoshan und fordern Sie ihn auf, die Überwachung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Jiang Tianyong und seiner Familie einzustellen. Bitten Sie ihn zudem, dafür zu sorgen, dass Jiang Tianyong uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hat.

Schreiben Sie in gutem Chinesisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Zhou Conggui
Xingzheng Dadao 16
Luoshan Xian, Xinyang Shi
Henan Sheng
VOLKSREPUBLIK CHINA
E-Mail: luoshangov@163.com
(Anrede: Dear Director / Sehr geehrter Herr Direktor)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft der Volksrepublik China
S. E. Herrn Ken Wu
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Fax: 030 – 27 58 82 21
E-Mail: chinaemb_de@mfa.gov.cn, presse.botschaftchina@gmail.com

(Standardbrief: 0,80 €)

 

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Sehr geehrter Herr Direktor,

dem bekannten Menschenrechtsanwalt Jiang Tianyong wurde 2009 aufgrund seines Aktivismus die Anwaltslizenz entzogen. Er setzte seine Arbeit als Menschenrechtsverteidiger jedoch trotz anhaltender Schikane, Inhaftierung und körperlicher Übergriffe fort.
Das Mittlere Volksgericht der Stadt Changsha sprach Jiang Tianyong am 21. November 2017 der „Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht“ schuldig. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis und einem dreijährigen Entzug seiner politischen Rechte verurteilt. Im Gefängnis verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Eigenen Angaben zufolge wurde er gezwungen, zweimal am Tag ein unbekanntes Medikament einzunehmen. Sein Vater sah, wie er an einen Eisenstuhl gefesselt war.
Seit dem 28. Februar 2019 ist Jiang Tianyong wieder frei, wird jedoch streng überwacht. Er muss dringend ärztlich untersucht werden. Bisher war es ihm jedoch nicht möglich, einen Arzttermin zu vereinbaren, da er befürchtet, seine medizinische Versorgung könnte durch die Anwesenheit seiner Überwacher_innen beeinflusst werden. Da er das Land nicht verlassen darf, kann er auch keine Gesundheitsversorgung im Ausland in Anspruch nehmen.
Deswegen fordere ich Sie höflich auf, die Überwachung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Jiang Tianyong und seiner Familie einzustellen. Sorgen Sie bitte außerdem dafür, dass Jiang Tianyong uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hat.

Mit freundlichen Grüßen,

 

Dear Director,

Jiang Tianyong is a well-known human rights lawyer, whose activism resulted in him being disbarred in 2009. He continued his work as a human rights defender, despite suffering ongoing harassment, detention and physical beatings. Jiang Tianyong was found guilty of “inciting subversion of state power” by the Changsha City Intermediate People’s Court on 21 November 2017. He was sentenced to two years’ imprisonment and deprivation of political rights for three years. In prison, Jiang’s health deteriorated rapidly. He said he was force-fed unknown medication twice a day, and his father reported seeing his hands and feet cuffed to an iron chair. According to his wife Jin Bianling, Jiang remains under heavy surveillance, despite having been released from prison on 28 February 2019. Everywhere he goes, he is closely followed by a group of unidentified people. Since his release Jiang Tianyong has needed a medical check-up. However, he has been unable to schedule an appointment out of concern that the presence of unidentified people will influence the medical care he receives. As Jiang is banned from leaving China, it is currently impossible for him to seek medical care overseas. Jiang Tianyong requires access to adequate healthcare immediately, as the consequences of being tortured in prison continue to impact his health. Jiang suffers from sharp pain in the spine and his eyes tear up when they come into contact with light or wind.

I respectfully urge you to stop the surveillance and restrictions of freedom of movement on Jiang Tianyong and his family. Please also ensure that Jiang Tianyong has unrestricted access to medical care.

Sincerely,

 

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Bitte abschicken bis: 30.09.2019

Appell an:

Zhou Conggui

Xingzheng Dadao 16

Luoshan Xian, Xinyang Shi

Henan Sheng

VOLKSREPUBLIK CHINA

 

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Volksrepublik China
S. E. Herrn Ken Wu
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Fax: 030 – 27 58 82 21
E-Mail: chinaemb_de@mfa.gov.cn, presse.botschaftchina@gmail.com