16 Geflüchtete und Asylsuchende

Physische Landkarte von Afrika mit Amnesty-Report-Icon

Briefe gegen das Vergessen - August 2020

Am 17. Januar 2019 nahmen Angehörige der Polizei und der Einwanderungsbehörde willkürlich 16 Geflüchtete und Asylsuchende im Flüchtlingslager Maratane in der Provinz Nampula fest. Zwei Tage später wurden sie auf eine Polizeiwache in der Hafenstadt Pemba in der Provinz Cabo Delgado verlegt. Bis heute kennen die Inhaftierten weder die Gründe ihrer Festnahme noch die gegen sie erhobenen Anklagen.

Die Haftbedingungen in der Polizeiwache sind unmenschlich: Es fehlt an sauberem Trinkwasser, angemessener Nahrung, Sanitäreinrichtungen und Matratzen. Die 16 Inhaftierten hatten seit ihrer Festnahme keinen Kontakt mehr zu ihren Familien, da eine Reise vom Flüchtlingslager Maratane nach Pemba zu teuer und zu gefährlich ist. Zudem ist die Gesundheit der Inhaftierten gefährdet, weil die Behörden bislang keine Maßnahmen ergriffen haben, um sie vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen.

Die mosambikanische Regierung ignoriert alle Anfragen zu diesem Fall – sowohl die von Amnesty International als auch die der lokalen Vertretungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte und des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge. Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen hat am 7. Mai 2020 darauf hingewiesen, dass ihre Fragen zu dem Fall, die sie am 27. September 2019 an die Regierung gestellt hatte, immer noch nicht beantwortet waren. Da die Regierung auf öffentlichen Druck erfahrungsgemäß empfindlich reagiert, ist es wichtig, der Forderung nach einer Freilassung der 16 willkürlich Inhaftierten Nachdruck zu verleihen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an die Justizministerin Mosambiks und fordern Sie die umgehende Freilassung der 16 Geflüchteten und Asylsuchenden, ihre Rückkehr in das Flüchtlingslager Maratane in Nampula sowie vollumfängliche Entschädigungs- und Wiedergutmachungsleistungen. Erinnern Sie sie außerdem an die menschenrechtlichen Verpflichtungen Mosambiks, wonach niemand unter Druck gesetzt werden darf, Rückführungsanträge zu unterschreiben, und Asylsuchende nicht in ihre Herkunftsländer oder andere Staaten abgeschoben werden dürfen, in denen ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.

Schreiben Sie in gutem Englisch, Portugiesisch oder auf Deutsch an:
Justizministerin

Helena Kida
Av. Olof Palme 46/4
Maputo
MOSAMBIK

E-Mail: mjcr@mjcr.gov.mz
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin)
(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 €)

Senden Sie bitte Kopien Ihres Schreibens an:
Botschaft der Republik Mosambik

S. E. Herrn Sérgio Nathú Cabá
Stromstraße 47, 10551 Berlin
Fax: 030 – 398 765 03
E-Mail: info@embassy-of-mozambique.de
(Standardbrief: 0,80 €)

Appell an:

Justizministerin

Minister of Justice

Helena Kida

Av. Olof Palme 46/48

Maputo

MOSAMBIK

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Mosambik
S. E. Herrn Sérgio Nathú Cabá
Stromstraße 47
10551 Berlin