Amnesty Report Kenia 01. Oktober 2009

Mit Menschenrechten gegen Armut

Menschen in Armut sind besonders oft von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Wer nicht lesen und schreiben kann, kennt seine Rechte nicht gut genug und ist staatlicher Willkür ausgesetzt. Wer ständig schikaniert wird, fühlt sich ohnmächtig. Wer nie gefragt wird, verliert seine Stimme. Gerade Menschen in Armut sind darauf angewiesen, dass der Staat ihre Rechte respektiert.

 

Ein Kreislauf aus Armut und Menschenrechtsverletzungen

Menschenwürdige Lebensbedingungen, medizinische Versorgung, Zugang zu Bildung sind Rechte, die viele Staaten ihren BürgerInnen verweigern. Wo Regierungen sich der Verantwortung entziehen, herrscht ein Kreislauf aus Armut und Menschenrechtsverletzungen, der schwer zu durchbrechen ist: Armut ist in vielen Fällen eine Folge von Menschenrechtsverletzungen und wird durch Menschenrechtsverletzungen verfestigt.

In der Kampagne „Mit Menschenrechten gegen Armut“ dokumentiert Amnesty International schwere Menschenrechtsverletzungen an Menschen in Armut. Dazu gehören menschenunwürdige Wohnbedingungen und rechtswidrige Zwangsräumungen, Müttersterblichkeit nach vermeidbaren Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, aber auch die gesundheitsgefährdende Verseuchung der Umwelt durch Unternehmen.

Menschen in Armut brauchen eine Stimme

Amnesty International wendet sich an die verantwortlichen Regierungen und Unternehmen, protestiert gegen das Unrecht, fordert konkrete Verbesserungen und gibt Menschen in Armut eine Stimme: Mit Menschenrechten gegen Armut. Und mit Ihrem Einsatz.

Müttersterblichkeit ist nicht nur die Folge, sondern auch ein Grund für Armut: Jährlich verlieren zwei Millionen Kinder ihre Mütter und sind dadurch einem größeren Armutsrisiko ausgesetzt. So müssen ältere Kinder, meist Mädchen, den Haushalt führen und können nicht mehr zur Schule gehen. Vermeidbare Müttersterblichkeit ist ein Menschenrechtsskandal. Gleichgültigkeit und Diskriminierung führen zur Missachtung der Menschenrechte von Frauen, ihres Rechts auf Leben und ihres Rechts auf Gesundheit.

In der UN-Millenniumserklärung von 2000 haben sich alle Staaten verpflichtet, die Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2015 um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Dennoch ist bis heute zu wenig geschehen. Die Sterblichkeitsrate werdender Mütter sank laut Weltbevölkerungsbericht 2008 in der Zeit von 1990-2005 nur um weniger als 1%. Vor allem in afrikanischen Ländern der Sub-Sahara und in Südasien hat es keine Fortschritte gegeben.

Mehr Informationen

Hier finden Sie mehr Informationen zu der Kampagne "Mit Menschenrechten gegen Armut":

"Mutter werden. Ohne zu sterben"

"Das Recht auf Wohnen"

 

 

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