Kampagnen Deutschland 09. September 2021

Briefmarathon an Schulen: Fragen und Antworten

Kinder stehen nebeneinander in einer Reihe und werfen Zettel und Briefe in die Luft

Auf dieser Seite findest du eine Auswahl der häufigsten Fragen in Bezug auf den Briefmarathon an Schulen. Hast du Fragen, die hier nicht beantwortet werden?

Wir freuen uns auf eine Kontaktaufnahme per Mail: briefmarathon-schule@amnesty.de

Was ist der Briefmarathon an Schulen?

Rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember koordiniert Amnesty International seit 20 Jahren den Briefmarathon – die weltweit größte Briefaktion für Menschen in Not und Gefahr. Dabei schreiben innerhalb weniger Tage Hunderttausende Menschen in allen Teilen der Welt Millionen von Briefen. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, deren Rechte verletzt werden und sie appellieren an Regierungen, die Menschenrechte zu achten.

Auch zahlreiche Schulen und Jugendeinrichtungen nehmen jedes Jahr an dieser Aktion teil. Für Jugendliche wird diese Aktion "Briefmarathon an Schulen" genannt.

Kann ein Jugendverband beim "Briefmarathon an Schulen" mitmachen?

Ja! Teilnahmeberechtigt sind Schulen, Gruppen von Jugendlichen (auch außerhalb eines Klassenverbandes), Jugendeinrichtungen, Universitäten sowie Jugendgruppen von Amnesty International. Ursprünglich wurde diese Schreib-Aktion für Schulen initiiert, daher der Name Briefmarathon an Schulen. Jugendverbände sind ebenfalls herzlich eingeladen, an der Schreib-Aktion teilzunehmen!

Was bewirkt der Briefmarathon an Schulen?

Mit der Schreib-Aktion wird für Jugendliche hier in Deutschland das Bewusstsein für Menschenrechte, Verantwortung und Unrecht gestärkt und es wird ihnen vermittelt, dass sie handlungsmächtig sind und etwas bewirken können.

Ziel des Briefmarathons an Schulen ist eine interaktive, partizipative und somit nachhaltige Menschenrechtsbildung. Die grundlegende Idee der Menschenrechte sowie einzelne konkrete Rechte werden dadurch erfahrbar gemacht. Anhand der bearbeiteten Fälle wird zusätzlich auch eine Verbindung zu tagesaktuellen politischen Geschehnissen und der Menschenrechtslage in verschiedenen Ländern der Welt hergestellt.

Wenn ein einzelner Brief bei den Verantwort­lichen von Menschenrechtsverletzungen ankommt, kann es sein, dass dieser vielleicht nicht viel bewirkt.
Wenn Machthabende aber Hunderttausende Briefe aus aller Welt bekommen, kann das ein starkes Mittel gegen Folter sein, gegen die Unterdrückung Andersdenkender, gegen unfaire Gerichtsverfahren. Denn Regierungen schätzen es gar nicht, wenn international bekannt wird, welches Unrecht in ihrem Land geschieht. Menschenrechtsverletzungen schaden nicht nur dem Image eines Staates, sondern können sich zum Beispiel auch negativ auf die wirtschaftlichen Entwicklung auswirken.

Den Jugendlichen soll aufgezeigt werden, dass sie gemeinsam mit Hunderttausenden anderen Menschen, die ebenfalls Briefe schreiben, etwas bewirken können.
Mit den Briefen können sie zum Schutz von Menschen in Gefahr beitragen. In den letzten 20 Jahren konnten wir für zahlreiche Menschen Freilassungen, faire Prozesse oder verbesserte Haftbedingungen erreichen. Jeder Brief zählt! Hier geht es zu den Erfolgen.

Funktioniert der Briefmarathon an Schulen auch während der Pandemie?

Ja! Im letzten Jahr konnte der Briefmarathon an Schulen glücklicherweise trotzdem durchgefüht werden. Die Appellbriefe können auch online unterschrieben werden. Eine Schulstunde wurde online durchgeführt.

https://www.youtube.com/embed/uRa-jFmi0gY

Ist es erlaubt, mit Jugendlichen politisch aktiv zu werden?

Der Einsatz für Menschenrechte ist die Entscheidung jeder einzelnen Person. Beim Briefmarathon muss – wie grundsätzlich bei der Beschäftigung mit politischen Themen in der Schule – der "Beutelsbacher Konsens" zur politischen Bildung berücksichtigt werden. Dieser fordert das Neutralitätsgebot ein, verbietet aber keinesfalls die Auseinandersetzung mit politischen Inhalten. Im Beutelsbacher Konsens regeln das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot und das Prinzip der Schüler_innenorientierung, wie politische Themen im Unterricht zu behandeln sind. Das Schreiben von Briefen ist für Menschen jeden Alters erlaubt, es ist aber absolut freiwillig und darf den Jugendlichen nicht aufgezwungen werden.

Mehr Informationen findest du auf unser Bildungsseite: https://www.amnesty.de/mitmachen/qa-zu-menschenrechtsbildung

Ist die Teilnahme am Briefmarathon mit Risiken verbunden?

Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Jugendliche negative Konsequenzen befürchten, wenn Sie sich beim Briefmarathon engagieren. Amnesty International ist bisher kein Fall bekannt, bei dem eine Person aus Deutschland bzw. eine Person, die nicht in den betreffenden Ländern selbst ihren Wohnsitz hat, negative Konsequenzen erfahren hat wegen ihres Engagements beim Briefmarathon.  Allein durch die Menge der Briefe ist es eher unwahrscheinlich, dass die Behörden Namen und Adressen der Absender_innen personalisiert erfassen und speichern: Denn die Briefe Ihrer Schüler_innen werden zeitgleich mit Zehntausenden weiteren Briefen aus aller Welt bei den Adressat_innen ankommen. Sollten einige Jugendliche dennoch Bedenken haben, so können die Briefe beispielsweise auch ohne Angabe der eigenen Adresse oder des Nachnamens verschickt werden.

Vorsichtshalber sollten aber Jugendliche, die aus einem Fall - Land kommen, für dieses Land keinen Brief schreiben.

Ist die Teilnahme am Briefmarathon an Schulen mit Kosten verbunden?

Um die Kosten für Jugendverbände / Schulen so gering wie möglich zu halten, sollen die Briefe gesammelt (nicht in einzelnen Umschlägen und nicht einzeln frankiert) spätestens bis zum 31.12.21, in einem frankierten Umschlag/Paket (am besten nach Einsatzfall sortiert und gezählt) zusammen mit dem Antwortformular an Amnesty International geschickt werden. Für teilnehmende Jugendverbände / Schulen entstehen also nur die Kosten für das Porto für den einmaligen Versand der gesammelten Briefe an Amnesty International. Die Adresse von Amnesty International ist:

Amnesty International Deutschland e.V.
Briefmarathon an Schulen
Zinnowitzer Straße 8
10115 Berlin

Amnesty International leitet die Briefe dann kostenfrei per Post an die jeweiligen Adressen weiter.

Was ist der Unterschwied zwischen einem Solidaritätsbrief und einem Appellbrief?

Appellbriefe richten sich direkt an die Regierungen. In diesen Briefen fordern wir Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangen freizulassen oder Ermittlungsverfahren einzustellen.

Solidaritätsbriefe richten sich direkt an die Menschen in Not. Mit diesen Briefen wollen wir unsere Solidarität mit den betroffenen Menschen ausdrücken und ihnen Mut, Durchhaltewillen und Kraft wünschen. Bei den Solidaritätsbriefen sind der Kreativität der Jugendlichen keine Grenzen gesetzt.

In welcher Sprache sollen die Briefe geschrieben werden?

Die Appellbriefe zeigen den Verantwortlichen von Menschenrechtsverletzungen, dass ihre Taten gesehen und nicht hingenommen werden. Mit den Solidaritätsbriefe zeigen wir den Betroffenen Unterstützung und wollen ihnen Mut machen.

Es ist schön, wenn die Briefe auf Englisch oder in einer Landessprache geschrieben werden. Dennoch: Es ist kein Problem, wenn ihr eure Briefe auf Deutsch schreibt. Die Wirkung beruht unter anderem darauf, dass Briefe aus einer Vielzahl von Staaten bei den betreffenden Behörden eines Landes eintreffen. Sie verfehlen auch dann ihre Wirkung nicht, wenn sie nicht alle übersetzt werden. In einigen Staaten werden die Briefe jedoch auch von Übersetzungsabteilungen in die Landessprache übertragen.

Wo bestelle ich die Materialien?

Hier kannst du ab Oktober kostenlos Materialien für den Briefmarathon an Schulen bestellen: https://shop.schulen.briefmarathon.de/

Gibt es die Möglichkeit, Amnesty International in die Schule einzuladen?

In vielen Regionen in Deutschland gibt es ehrenamtliche Gruppen und Expert_innen, die Workshops anbieten. Kontaktiere uns unter bildung@amnesty.de

Wohin müssen die Briefe verschickt werden?

Die Briefe sollen gesammelt und nicht in gesonderten Umschlägen und einzeln frankiert verschickt werden.
Am besten werden sie nach Einsatzfall sortiert und gezählt und zusammen mit dem Antwortformula spätestens bis zum 31.12.21 in einem frankierten Umschlag / Paket an Amnesty International geschickt werden:

Amnesty International Deutschland e.V.
Briefmarathon an Schulen
Zinnowitzer Straße 8
10115 Berlin

Amnesty International leitet die Briefe dann kostenfrei per Post an die jeweiligen Adressen weiter.

Woher weiß Amnesty International, wie viele Briefe insgesamt geschrieben wurden?

Im Büro von Amnesty International Deutschland werden alle Briefe gezählt. Dadurch wissen wir genau, wie viele Briefe für welchen Fall geschrieben wurden.

Gibt es für die teilnehmenden Klassen / Gruppen etwas zu gewinnen?

Jede Klasse / Jugendgruppe erhält für die Teilnahme am Briefmarathon an Schulen einen Dankesbrief sowie eine Urkunde. Unter den teilnehmenden Gruppen verlosen wir jedes Jahr einen Workshop. Die aktivste Jugendgruppe / Klasse, welche die meisten Briefe geschrieben hat, erhält ebenfalls einen Preis als Dankeschön.

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