Amnesty Report Burkina Faso 11. Mai 2011

Burkina Faso 2011

 

Amtliche Bezeichnung: Burkina Faso Staatsoberhaupt: Blaise Compaoré Regierungschef: Tertius Zongo Todesstrafe: in der Praxis abgeschafft Einwohner: 16,3 Mio. Lebenserwartung: 53,7 Jahre Kindersterblichkeit (m/w): 160/154 pro 1000 Lebendgeburten Alphabetisierungsrate: 28,7%

Ein Mann starb nach Misshandlungen durch die Polizei, zwei weitere wurden bei anschließenden Protesten von Angehörigen der Sicherheitskräfte erschossen. Mindestens eine Person wurde zum Tode verurteilt. Trotz der Verpflichtung von offizieller Seite, die gesundheitliche Betreuung für Schwangere zu verbessern, blieb die Müttersterblichkeitsrate hoch.

Tod in Gewahrsam und außergerichtliche Hinrichtungen

Im Juni 2010 wurde der mutmaßliche Drogenhändler Arnaud Somé von der Polizei in Gaoua, 400 km nördlich der Hauptstadt Ouagadougou, festgenommen. Er starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, die ihm durch Schläge und schwere Misshandlungen zugefügt worden waren. In den darauffolgenden Tagen kam es in Gaoua zu gewalttätigen Protesten gegen Folter in Gewahrsam, die von der Polizei niedergeschlagen wurden. Die Polizei setzte scharfe Munition ein und tötete zwei Männer, Sié Bouréma Kambou und Etienne Da. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, jedoch lagen zum Ende des Berichtsjahrs noch keine Ergebnisse vor.

Todesstrafe

Im Juni wurde Alaye Diakité von der Strafkammer des Berufungsgerichts in Bobo-Dioulasso für den Mord an seinem Halbbruder zum Tode verurteilt.

Recht auf Gesundheit – Müttersterblichkeit

Im Februar 2010 verpflichtete sich Präsident Blaise Compaoré während eines Treffens mit dem kommissarischen Generalsekretär von Amnesty International, alle finanziellen Hindernisse für den Zugang zu Notfallgeburtshilfe und Verhütungsmitteln im Rahmen einer Strategie zur Bekämpfung der Müttersterblichkeit zu beseitigen.

Im April unterstützte Burkina Faso im UN-Menschenrechtsrat eine Resolution zur Müttersterblichkeit. Darin wurden die Berücksichtigung der Menschenrechte im Sinne von Maßnahmen gegen vermeidbare Todesfälle von Schwangeren sowie mehr Engagement und politische Entschlossenheit gefordert.

Trotz dieser Verpflichtungen waren Ende 2010 noch keine nennenswerten Maßnahmen ergriffen worden, um die gesundheitliche Versorgung von Schwangeren zu verbessern. So mussten Frauen Gebühren zahlen, wenn sie ihr Kind in staatlichen Einrichtungen zur Welt brachten. Die Verfügbarkeit von Verhütungs- mitteln und Beratungsdiensten für die Familienplanung war nach wie vor gering.

Amnesty International: Mission und Berichte

Eine hochrangige Delegation von Amnesty International stattete Burkina Faso im Februar einen Besuch ab.

Burkina Faso: Giving life, risking death (AFR 60/001/2010)

Burkina Faso: President commits to lifting financial barriers to maternal health in a meeting with Amnesty International, 12 February 2010

Burkina Faso: Briefing to the UN Committee on the Elimination of Discrimination against Women (AFR 60/012/2010)

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