Iran
Sicherheitskräfte und friedliche Protestierende in der iranischen Stadt Maschhad am 3. Januar 2026
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Aktuelle Lage (Januar 2026): Tödliche Gewalt gegen neue Protestwelle
Amnesty-Expertin Raha Bahreini über die Massaker im Iran
"Wir müssen klarstellen: Die iranischen Behörden haben zu massenhaften, rechtswidrigen Tötungen gegriffen, um jeglichen Widerstand auszulöschen und Protestierende zum Schweigen zu bringen, die grundlegenden Wandel sowie Respekt für ihre Menschenrechte und Würde gefordert haben. (...)
Wir rufen die Staaten dazu auf, den Sicherheitsrat zu drängen, die Situation im Iran an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen. Wir bitten außerdem unabhängige Staatsanwält*innen auf der ganzen Welt, strafrechtliche Ermittlungen nach dem Weltrechtsprinzip einzuleiten. Die Spirale aus Blutvergießen und Straflosigkeit muss enden."
Lies hier das komplette Statement von Raha Bahreini
Iran: Amnesty-Recherche belegt gezielte Gewalt iranischer Sicherheitskräfte
Seit dem 28. Dezember 2025 gehen im Iran wieder zahllose Menschen gegen Unterdrückung auf die Straße - sie fordern ein Ende der Islamischen Republik. Die Behörden reagieren erneut mit brutaler Härte.
Nach offiziellen Angaben sind seither mehr als 2.000 Menschen bei den aktuellen Protesten getötet worden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.
Amnesty International hat Videoaufnahmen verifiziert und Augenzeug*innen befragt, die von der Brutalität berichten. Die Beweise zeigen, dass Sicherheitskräfte gezielt und in einem bisher nicht bekannten Ausmaß töten.
Weiterführende Informationen zur Menschenrechtssituation im Iran:
- Die Behörden unterdrückten die Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit immer stärker.
- Frauen und Mädchen, lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) sowie Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten litten unter systemischer Diskriminierung und Gewalt.
- Die Behörden verschärften ihr Vorgehen gegen Frauen, die sich dem gesetzlichen Kopftuchzwang widersetzten.
- Auch Angehörige der Baha'i sowie afghanische Geflüchtete und Migrant*innen gerieten verstärkt ins Visier.
- Tausende Menschen wurden willkürlich inhaftiert, verhört, schikaniert und zu Unrecht strafrechtlich verfolgt, weil sie ihre Menschenrechte wahrgenommen hatten.
- Gerichtsverfahren verstießen weiterhin regelmäßig gegen internationale Standards.
- Verschwindenlassen sowie Folter und andere Misshandlungen waren auch 2024 an der Tagesordnung und kamen systematisch zur Anwendung.
- Die Behörden vollstreckten grausame und unmenschliche Strafen wie Auspeitschungen und Amputationen und verhängten willkürliche Todesurteile, vornehmlich gegen Angehörige ethnischer Minderheiten und Migrant*innen.
- Die im Zusammenhang mit den Gefängnismassakern im Jahr 1988 verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere fortgesetzte völkerrechtliche Verbrechen blieben nach wie vor straflos.
(Weitere ausführliche Informationen findest du im Länderkapitel "Iran" des Amnesty Jahresberichts 2024 | Berichtszeitraum: 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024)
Hier findest du unsere Appell-Aktionen und Informationen zur Lage der Menschenrechte in diesem Land.