Kamerun - Mindestens 130 Jungen und Männer verschwunden

Zeichnung einer Hand mit einer Schleife um den Zeigefinger

September 2016

Am 27. Dezember 2014 riegelten kamerunische Sicherheitskräfte im Rahmen einer Fahndungsoperation die Ortschaften Magdeme und Doublé im Bezirk Mayo-Sava in der Region Extrême-Nord ab und nahmen mehr als 200 Männer und Jungen willkürlich fest. Grund für den Einsatz waren mehrere vorausgegangene Angriffe der bewaffneten Gruppe Boko Haram. In der Nacht starben mindestens 25 Männer in einer provisorischen Zelle der Gendarmerie von Maroua. Der Aufenthaltsort von mindestens 130 Männern und Jungen ist bis heute ungeklärt. Im Juli 2016 erfuhr Amnesty International von der kamerunischen Regierung, dass bezüglich der 25 Todesfälle in Haft bald ein Verfahren vor dem Militärgericht in Yaoundé beginnen soll. Die Identität der verstorbenen Männer ist nach wie vor nicht öffentlich bekannt. Die Familien der Verstorbenen können in dem Verfahren offenbar als Zivilkläger auftreten. Über den Aufenthaltsort der etwa 130 „verschwundenen“ Männer und Jungen weiß die Regierung eigenen Angaben zufolge nichts. Es ist davon auszugehen, dass sie Opfer des Verschwindenlassens geworden sind. Amnesty International ist nicht bekannt, dass in ihrem Fall eine Untersuchung eingeleitet worden wäre. Die Familien der Betroffenen appellieren weiterhin an die Behörden, den Verbleib der „Verschwundenen“ preiszugeben, die Identität der im Gewahrsam gestorbenen Männer öffentlich zu machen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten von Kamerun, in denen Sie ihn bitten, dafür zu sorgen, dass die Familien der gestorbenen Männer eine offizielle Bestätigung über deren Tod erhalten sowie genaue Informationen über die Todesursache, die Todesumstände und den Ort, an dem sie begraben wurden. Fordern Sie ihn auf, sicherzustellen, dass eine umfassende, unparteiische und unabhängige Untersuchung des Verschwindenlassens der etwa 130 Jungen und Männer aus Magdeme und Doublé eingeleitet wird, die Ergebnisse veröffentlicht werden und die Verantwortlichen für das Verschwindenlassen und die Todesfälle in fairen Verfahren ohne Rückgriff auf die Todesstrafe vor Gericht gestellt werden. Bitten Sie ihn zudem um die Zusicherung, dass die betroffenen Familien angemessen entschädigt werden.

Schreiben Sie in gutem Englisch, Französisch oder auf Deutsch an: Paul Biya P.O. Box 95 Yaoundé KAMERUN (Anrede: Your Excellency / Exzellenz) Fax: 00 237 – 222 219 376 E-Mail: contact@presidenceducameroun.com oder cellcom@prc.cm (Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,90 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Kamerun S.E. Herrn Jean-Marc Mpay Ulmenallee 32, 14050 Berlin Fax: 030 – 89 00 57 49 E-Mail: berlin@ambacam.de