Usbekistan - Isroil Kholdorov

Menschen bilden Kreis aus Händen

Aktion gegen das Vergessen

Juli 2014

Isroil Kholdorov, ein Menschenrechtsverteidiger und gewaltloser politischer Gefangener, wurde im Februar 2007 in einem unfairen Gerichtsverfahren wegen Verbrechen gegen den Staat für schuldig befunden und zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Im Juni 2012 verfügte ein Gericht weitere drei Jahre Haft gegen ihn, weil er gegen Gefängnisregeln verstoßen haben soll. Er befindet sich derzeit in einem Gefangenenlager in der Region Kashkadarinskaia. Nach der gewaltsamen Niederschlagung von Demonstrationen in der Stadt Andischan im Jahr 2005 hatte Isroil Kholdorov mit internationalen Medien über Massengräber in und um Andischan gesprochen. Die Behörden bestritten die Berichte über Massengräber und warfen Personen, die diese Meldungen veröffentlichten, vor, die Interessen Usbekistans zu schädigen. Weil er befürchtete, festgenommen zu werden, floh Isroil Kholdorov nach Kirgisistan. Dort organisierte er im Mai 2006, als sich die Ereignisse von Andischan zum ersten Mal jährten, eine nicht genehmigte friedliche Demonstration in der Grenzstadt Kara-Suu. Im Juli 2006 gingen Menschenrechtsorganisationen in Kirgisistan und der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) davon aus, dass Isroil Kholdorov von Angehörigen der usbekischen Sicherheitskräfte verschleppt und gegen seinen Willen nach Usbekistan gebracht worden war. Andere Quellen, darunter auch seine Familie, gaben an, Isroil Kholdorov habe „freiwillig“ entschieden, nach Usbekistan zurückzukehren und die Behörden schriftlich darüber informiert. Laut diesen Berichten wurde er im September 2006 festgenommen, als er die Grenze von Kirgisistan nach Usbekistan überquerte. Er soll in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt gefoltert worden sein, um ihn zu zwingen, seine Beteiligung an einem gewaltsamen Versuch zum „Sturz der verfassungsmäßigen Ordnung Usbekistans“ zu gestehen. Zudem sollte er durch Folterungen für seine Äußerung über Massengräber in Andischan bestraft worden sein. Im Dezember 2006 wurde Isroil Kholdorov wegen versuchten Sturzes der verfassungsmäßigen Ordnung, Verbreitung von Material, das ein Sicherheitsrisiko darstellt, sowie der Organisation und Anführung einer verbotenen Organisation und illegalen Grenzübertritts angeklagt. Amnesty International vertritt die Auffassung, dass alle Anklagen – bis auf den illegalen Grenzübertritt – konstruiert waren und sich auf die friedliche oppositionelle Haltung und das menschenrechtliche Engagement von Isroil Kholdorov beziehen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den usbekischen Staatspräsidenten, in denen Sie ihn auffordern, Isroil Kholdorov sofort und bedingungslos freizulassen. Dringen Sie außerdem darauf, dass die Foltervorwürfe umfassend und unabhängig untersucht und die dafür Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Schreiben Sie in gutem Usbekisch, Russisch, Englisch oder auf Deutsch an: Islam A. KARIMOV Rezidentsia prezidenta ul. Uzbekistanskaia, 43 Tashkent 700163 USBEKISTAN (Anrede: Dear President Karimov / Sehr geehrter Herr Präsident) E-Mail: presidents_office@press-service.uz

(Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Usbekistan S. E. Herrn Durbek Amanov Perleberger Str. 62, 10559 Berlin Fax: 030-3940 9862 E-Mail: botschaft@uzbekistan.de