Marokko/Westsahara - Ali Aarrass

Ali Aarrass

Ali Aarrass

Juni 2014

2006 ermittelten spanische Behörden gegen den in Belgien lebenden Ali Aarrass wegen Terrorismusverdachts, fanden allerdings weder Hinweise noch Belege. Aufgrund neuer Terrorismusvorwürfe der marokkanischen Behörden lieferten sie den belgisch-marokkanischen Staatsangehörigen 2010 dann doch an Marokko aus. Wie der UN-Menschenrechtsausschuss zuvor bereits befürchtet hatte, wurde er dort nach seiner Ankunft gefoltert. 2011 wurde Ali Aarrass aufgrund von Geständnissen, die er unter Folter unterzeichnet hatte, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde im Berufungsverfahren auf zwölf Jahre reduziert. Ali Aarrass berichtete, dass er nach seiner Ankunft in Marokko zwölf Tage in Isolationshaft in einem geheimen Verhörzentrum des marokkanischen Geheimdienstes DST in Témara festgehalten und gefoltert wurde. Dabei habe man die Foltermethode „Falaqa“ angewendet. Hierbei erhält der Betroffene äußerst schmerzhafte Schläge auf die Fußsohlen. Außerdem habe man ihm Elektroschocks an den Hoden verabreicht, ihn über längere Zeiträume an den Handgelenken aufgehängt und mit Zigaretten verbrannt. 2013 gelang es ihm, Skizzen der erlittenen Foltermethoden aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Außerdem berichtet Ali Aarrass von Misshandlungen durch das Gefängnispersonal im Gefängnis Salé II in der Nähe der marokkanischen Hauptstadt Rabat, darunter Schlafentzug oder den Befehl, sich in seiner Zelle nackt auszuziehen. Im Juli und August 2013 befand er sich im Hungerstreik aus Protest gegen die Behandlung im Gefängnis, das Durchwühlen seiner Zelle sowie die Verweigerung seiner Rechte auf Telefongespräche, Zugang zu seiner Post, Hofgang und die Möglichkeit, zu duschen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den marokkanischen Justizminister und fordern Sie ihn auf, umgehend Ermittlungen zu den Foltervorwürfen von Ali Aarrass einzuleiten. Diese Ermittlungen müssen auch seine Inhaftierung beim DST beinhalten. Fordern Sie außerdem, dass ein Beschluss der UNO-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen umgesetzt wird, wonach Ali Aarrass umgehend aus der Haft entlassen werden muss.

Schreiben Sie in gutem Englisch, Französisch, Arabisch oder auf Deutsch an: Minister of Justice and Liberties, El Mustapha Ramid Ministère de la Justice et des libertés Place El Mamounia – BP 1015 Rabat MOROCCO (Anrede: Your Excellency / Exzellenz) (Standardbrief Luftpost bis 20g: 0,75 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft des Königreichs Marokko S. E. Herrn Omar Zniber Niederwallstr. 39, 10117 Berlin Fax: 030 - 20 07 61 91 E-Mail: kontakt@botschaft-marokko.de