Mexiko - Claudia Medina Tamariz

Claudia Medina Tamariz

Claudia Medina Tamariz

Mai 2014

Am 7. August 2012 brachen Marinesoldaten um 3 Uhr nachts in das Haus von Claudia Medina Tamariz in Veracruz ein. Gefesselt und mit verbundenen Augen wurde sie in einem Lieferwagen zu einem Marinestützpunkt gebracht. Ihren Angaben zufolge musste sie dort Elektroschocks über sich ergehen lassen und wurde von Soldaten geschlagen und getreten. Sie berichtet außerdem von sexuellen Übergriffen. Anschließend wurde sie auf einen Stuhl gefesselt und in die brennende Nachmittagssonne gesetzt. Claudia Medina wurde unter anderem „Mitgliedschaft in einer kriminellen Bande“ vorgeworfen, was sie entschieden bestreitet. Am 8. August brachte man sie gemeinsam mit anderen Inhaftierten in das Büro des Generalstaatsanwalts. Dort wurde sie gezwungen, eine Erklärung zu unterschreiben, die sie nicht durchlesen durfte. Eine knappe Woche nach ihrer Festnahme zog sie ihre Aussage zurück und berichtete von den Umständen ihrer Festnahme und der Folter. Bis auf illegalen Waffenbesitz wurden alle Anschuldigungen fallen gelassen. Claudia Medina kam bis zur genauen Klärung der Umstände gegen Kaution frei. Als sie wegen illegalen Waffenbesitzes im September 2012 vor Gericht stand, beschrieb sie noch detaillierter die Folter, die sie ertragen musste. Daraufhin ordnete der Richter die Untersuchung der Vorwürfe durch die Generalstaatsanwaltschaft an. Doch bis heute ist niemand für die Folter an Claudia Medina zur Rechenschaft gezogen worden. Sie hat wiederholt nachgefragt und sogar Beschwerde bei der Nationalen Menschenrechtskommission eingereicht. Die Behörden sind ihren Verpflichtungen aus dem Istanbul-Protokoll allerdings noch immer nicht nachgekommen. Danach muss Claudia Medina medizinisch und psychologisch untersucht werden, um die Folter und ihre Folgen zu dokumentieren.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den mexikanischen Generalstaatsanwalt und fordern Sie ihn auf, effektive Ermittlungen zu den von Claudia Medina Tamariz erhobenen Folter- und Misshandlungsvorwürfen einzuleiten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung müssen öffentlich gemacht werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Fordern Sie außerdem, dass Claudia Medina Tamariz medizinisch und psychologisch untersucht wird, wie es die Regeln der Vereinten Nationen vorschreiben.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an: Jesús Murillo Karam Federal Attorney General Paseo de la Reforma 211-213 Col. Cuauhtémoc, C.P. 06500 México D.F., MEXIKO (Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt) (Standardbrief Luftpost bis 20g: 0,75 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten I. E. Frau Patricia Espinosa Cantellano Klingelhöferstr. 3, 10785 Berlín Fax: 030 - 26 93 23 700 E-Mail: mail@mexale.de