Mexiko - Tita und Rosendo Radilla

Zeichnung einer Hand mit einer Schleife um den Zeigefinger

Juli 2013

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Tita Radilla für diejenigen, die in Mexiko dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sind. Als Vizepräsidentin der „Asociación de Familiares de Detenidos Desaparecidos“ (AFADEM) fordert sie Gerechtigkeit für diejenigen, die während des „Schmutzigen Krieges“ in den sechziger bis achtziger Jahren „verschwunden“ sind, als Polizei und Militär im Namen der Aufstandsbekämpfung gegen mutmaßliche Befürworter kleiner bewaffneter Oppositionsgruppen vorgingen. Titas Vater, Rosendo Radilla, wurde 1974 im Bundesstaat Guerrero selbst zum Opfer von Verschwindenlassen durch das Militär. Seine Haft wurde nie offiziell bestätigt. Als die staatlichen Institutionen ihre Untersuchungen einstellten, wandte sich Tita Radilla an den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, der 2009 zu ihren Gunsten entschied: Das Gericht ordnete an, dass die für das Verschwindenlassen ihres Vaters Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen und Menschenrechtsverletzungen zukünftig nicht in den Zuständigkeitsbereich der Militärjustiz fallen dürfen. Bis auf einige Versuche, Rosendo Radillas sterbliche Überreste ausfindig zu machen, wurde beiden Forderungen nicht nachgekommen. Mexiko hat in jüngster Zeit einen rasanten Anstieg an Gewaltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen erfahren, die von Sicherheitskräften im Polizeieinsatz verübt wurden. Fälle von Verschwindenlassen, in die zum Teil auch Regierungsbeamte verwickelt sind, haben erheblich zugenommen.

Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an die mexikanischen Behörden. Fordern Sie, dass der Fall des „verschwundenen“ Rosendo Radilla vollständig untersucht wird und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Fordern Sie auch, dass Rosendo Radillas sterbliche Überreste ausfindig gemacht werden und seine Familie angemessen entschädigt wird. Bitten Sie weiterhin darum, dass das Militärgesetzbuch dahingehend geändert wird, dass in Übereinstimmung mit dem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs alle Fälle von Menschenrechtsverletzungen, die von Militärpersonal verübt werden, vor Zivilgerichten verhandelt werden.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an: Staatspräsident Enrique Peña Nieto Residencia Oficial de Los Pinos Col. San Miguel Chapultepec México D.F., C.P. 11850 MEXIKO (Anrede: Dear Mr President / Sehr geehrter Herr Präsident) Fax: 00 52 - 55 5093 4901 E-Mail: enrique.penanieto@presidencia.gob.mx (Standardbrief Luftpost bis 20g: € 0,75)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: I.E. Patricia Espinosa Cantellano Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin Fax: 030 - 26 93 23-700 E-Mail: mail@mexale.de