Bewohner von Port Harcourt

Menschen bilden Kreis aus Händen

Aktion gegen das Vergessen

Seit dem Jahr 2000 sind mehr als zwei Millionen Menschen Opfer von rechtswidrigen Zwangsräumungen in Nigeria geworden. Hunderttausenden droht weiterhin die Gefahr, obdachlos zu werden. Die Zwangsräumungen betreffen meist Randgruppen und SlumbewohnerInnen. Viele von ihnen haben bereits jahrelang ohne Zugang zuTrinkwasser, sanitären Anlagen, angemessener medizinischer Versorgung oder Bildung gelebt.

In einigen Fällen wandten die Sicherheitskräfte exzessive Gewalt gegen diejenigen an, die gegen die geplanten Zwangsräumungen demonstrierten. Am 12. Oktober 2009, als die BewohnerInnen der Ufersiedlung Bundu in Port Harcourt friedlich gegen eine geplante Zwangsräumung demonstrierten, schossen PolizistInnen und SoldatInnen wahllos in die Menge. Mindestens zwölf Menschen wurden lebensgefährlich verletzt, ein Mann starb.

Am 28. August 2009 wurde die Hafensiedlung Njemanze abgerissen und tausende von Männern, Frauen und Kindern in Port Harcourt wurden obdachlos. Die BewohnerInnen erhielten keine Informationen, keine Entschädigungen oder alternativen Unterkünfte und es stehen auch keine angemessenen Rechtsmittel zur Verfügung, obwohl dies in den internationalen Menschenrechtsabkommen gefordert wird.

Njemanze ist eine der über 40 Hafensiedlungen in Port Harcourt. Mehr als 200.000 Menschen droht dort die Zwangsräumung, wenn die Behörden weiterhin die geplanten Abrisse der verbliebenen Hafensiedlungen durchführen, ohne dass davor angemessene Menschenrechtsschutzbestimmungen umgesetzt werden. Die BewohnerInnen der Hafensiedlungen haben das Recht darauf, informiert zu werden und bei der Planung von Bau- und Wohnungsprojekten miteinbezogen zu werden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten von Nigeria und drücken Sie Ihre Sorge darüber aus, dass mehr als 200.000 BewohnerInnen der Hafensieldung in Port Harcourt vor einer rechtswidrigen Zwangsräumung stehen. Fordern Sie den Präsidenten dazu auf, eine nationale Wohnungspolitik einzuführen, die sicherstellt, dass die BewohnerInnen eine angemessene Ersatzunterkunft erhalten, und bis dahin ein Moratorium für Zwangsräumungen in Nigeria zu verhängen.

Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch an

His Excellency Goodluck Jonathan President of the Republic of Nigeria Office of the President Nigerian Presidential Complex Aso Rock Presidential Villa Abuja Federal Capital Territory NIGERIA (korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz) (Standardbrief Luftpost bis 20g: €0,75)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an

BOTSCHAFT DER REPUBLIK NIGERIA Neue Jakobstraße 4 10179 Berlin Fax: 030-21230212 E-Mail: info@nigeriaembassygermany.org