Mitglieder von SINALTRAINAL

Javier Correa

Javier Correa

Als Gustavo Gómez im August 2009 seine Haustür öffnete, standen zwei bewaffnete Männer vor ihm. Sie feuerten zehn Schüsse auf ihn ab, die ihn tödlich verletzten. Gustavo Gómez war Mitglied der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie SINALTRAINAL.

Im Gegensatz zu anderen Gewerkschaftern scheint Gómez zuvor keine Morddrohungen erhalten zu haben. Seit der Gründung von SINATRAINAL
im Jahr 1982 sind mindestens 22 Gewerkschaftsmitglieder getötet worden. Er ist bislang das letzte Opfer. Allerdings bestehen von Seiten paramilitärischer Gruppen aktuell Morddrohungen gegen die drei führenden Gewerkschaftsmitglieder Luis Javier Correa Suárez, José Domingo Florez und Luís Eduardo García. Im November 2009 erreichte den Präsidenten von SINATRAINAL, Luis Javier Correa, eine Morddrohung per Handy. Das Mobiltelefon war ihm vom Innenministerium und dem Programm für Rechtsschutz überlassen worden. Der Anrufer sagte: „Javier Correa, du hast bis zum 22. Zeit, zurückzutreten. Es wird keinen zweiten Anruf geben.“ Die Behörden haben zwar Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um die Gewerkschaftsmitglieder zu schützen. Doch verlangt ein umfassender Schutz auch, dass die Täter strafrechtlich verfolgt werden.

Im Kontext des seit vierzig Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien werden Gewerkschafter von den Sicherheitskräften und deren
paramilitärischen Verbündeten immer wieder beschuldigt, „subversiv“ zu sein. Gewerkschaftsmitglieder sind häufig in Gefahr, Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden in Kolumbien über 2.000 Gewerkschafter getötet, und 138 fielen dem „Verschwindenlassen“ zum Opfer.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten von Kolumbien und fordern Sie eine unabhängige und vollständige Aufklärung der Tötung von Gustavo Gómez sowie dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Dringen sie darauf, dass José Domingo Florez, Luis Eduardo García, Luis Javier Correa, ihre Familien sowie andere Mitglieder von SINALTRAINAL in Absprache mit ihnen geschützt werden. Fordern Sie Untersuchungen zu allen Morddrohungen gegenüber SINALTRAINALMitgliedern sowie dass die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an

Presidente de la República
Sr. Alvaro Uribe Vélez
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá, KOLUMBIEN
Fax: (0057) 1 337 5890
(korrekte Anrede: : Estimado Sr
Presidente/Dear President)
Standardbrief Luftpost bis 20 g: € 1,70

Senden Sie bitte eine Kopie ihres Schreibens an

Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Maria Dora
Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de