Fünf ehemalige Mitglieder der Fortschrittspartei

Zeichnung einer Hand mit einer Schleife um den Zeigefinger

GERARDO ANGÜE MANGUE, CRUZ OBIANG EBELE, JUAN ECOMO NDONG, EMILIANO ESONO MICHÁ UND GUMERSINDO RAMÍREZ FAUSTINO

Fünf ehemalige Mitglieder der Fortschrittspartei von Äquatorialguinea (Partido del Progreso de Guinea Ecuatorial – PPGE) werden in einem Gefängnis in der Hauptstadt Malabo unter Bedingungen in Haft gehalten, die offenbar grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gleichkommen.

Gerardo Angüe Mangue, Cruz Obiang Ebele, Juan Ecomo Ndong, Emiliano Esono Michá und Gumersindo Ramírez Faustino waren im März und April 2008 willkürlich festgenommen worden. Sie sollen in der Haft gefoltert und gezwungen worden sein, „Geständnisse“ zu unterschreiben. Anschließend wurden sie des illegalen Besitzes von Waffen und Munition sowie der Zugehörigkeit zu einer verbotenen Vereinigung angeklagt, was sich auf die frühere Mitgliedschaft in der Fortschrittspartei bezog.

Ihr Prozess, zu dem sie erst wenige Tage vor Beginn einen Rechtsanwalt einschalten durften, fand im Juni 2008 statt. Er endete mit einem Schuldspruch wegen illegalen Waffen- und Munitionsbesitzes, obwohl weder bei den Männern selbst noch in ihren Wohnungen Waffen gefunden worden waren. Auch dem Gericht wurden keine Beweise zur Erhärtung der Anklage vorgelegt. Amnesty International betrachtet die Männer als gewaltlose politische Gefangene, deren Festnahme und Verurteilung politisch motiviert waren.

Gerardo Angüe Mangue und die übrigen vier ehemaligen PPGE-Mitglieder wurden bis November 2009 ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten. Seither dürfen sie einmal pro Woche jeweils am Samstag von ihren Familien besucht werden, allerdings immer nur für maximal 15 Minuten. Zudem kann das Gefängnispersonal Besuche jederzeit ohne Angabe von Gründen untersagen. Da die Verpflegung im Gefängnis ausgesprochen dürftig ist, sind die Männer darauf angewiesen, von ihren Familien mit Nahrungsmitteln versorgt zu werden. Auch für die Versorgung der Männer mit Medikamenten zur Behandlung chronischer Erkrankungen müssen die Familien aufkommen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Präsidenten von Äquatorialguinea mit der Forderung, die fünf Männer unverzüglich und bedingungslos freizulassen. Geben Sie Ihrem Unverständnis darüber Ausdruck, dass bekannt gewordene Berichte über Folterungen an den Männern bislang nicht untersucht worden sind.

Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an

General Teodoro Obiang Nguema Mbasogo Presidente de la República Gabinete del Presidente de la República Malabo ÄQUATORIALGUINEA Fax. (00 240) 333 09 3313 oder (00 240) 333 09 3334 (Standardbrief Luftpost bis 20 g: € 1,70)

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an

Botschaft der Republik Äquatorialguinea, S.E. Herrn Cándido Muatetema Rivas Rohlfsstraße 17-19 14195 Berlin Fax 030 - 8866 - 3879