Termine

"NAWI - Dear Future Me"

Sonntag, 14. Juni 2026, 17.00 bis 19.00 Uhr

Film

Beschreibung

Kampf gegen Kinderehen

Nawi ist 13 Jahre alt. Sie lebt in einer Dorfgemeinschaft im Norden Kenias. Traditionen bestimmen den Alltag. Nawi ist eine sehr gute Schülerin. Sie möchte aufs Alliance-Girls-Gymnasium in der Hauptstadt Nairobi gehen. Sie träumt nämlich davon, Chirurgin, Rechtsanwältin oder vielleicht Architektin zu werden. Aber ihr Vater hat eine Menge Schulden. Deshalb will er seine Tochter mit einem viel älteren Mann verheiraten. Der bietet ihm 30 Schafe, 50 Ziegen und sechs Kamel als Brautpreis. Nawis Träume von einer selbstbestimmten Zukunft drohen zu zerplatzen.

Die Soester Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International präsentiert den deutsch-kenianischen Spielfilm „Nawi – Dear Future Me“ am Sonntag, 14. Juni, um 17 Uhr im SchlachthofKino


Mindestens zwölf Millionen Mädchen werden weltweit jährlich zur Heirat gezwungen. Das Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt leben, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Eine Kinderehe beeinträchtigt die Entwicklung eines Mädchens. Sie kann zu früher Schwangerschaft und damit zu einem Gesundheitsrisiko führen. Eine frühe Heirat bedeutet auch das abrupte Ende der Kindheit, denn die junge Ehefrau geht nicht mehr zur Schule und trägt stattdessen die Verantwortung für einen Haushalt. Verheiratete Mädchen werden außerdem oft aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen, sind isoliert und damit auch einem höheren Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Das Drehbuch des Films basiert auf einer preisgekrönten, von Schicksalen in ihrer eigenen Familie inspirierten Geschichte der jungen Autorin Milcah Cerotich. „Laiendarstellerin Michelle Lemuya Ikeny verkörpert die Heldin als ein still beobachtendes Mädchen, das mit Hilfe seines kleinen Bruders ohne Aufsehen seinen Weg zu gehen versucht“, schreibt epd-Film.

Aktuell engagiert sich Amnesty besonders im Kampf gegen Kinderehen in Iran. Von 2017 bis ´22 wurden hier allein 184 000 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. Da nicht alle Ehen eingetragen werden, dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen. Die Islamische Republik Iran hat die UN-Kinderrechtskonvention nur mit Einschränkungen ratifiziert. Ein Fokus der AI-Aktionen liegt auch auf der systematischen Diskriminierung der Frauen im iranischen Rechtssystem und in der iranischen Gesellschaft. Durch diese sind von der Kinderehe betroffene Frauen ohne Rechte und häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe ausgesetzt. Im Extremfall der Notwehr durch die Frau droht ihr trotz zum Tatzeitpunkt Minderjährigkeit die Todesstrafe.

Die Amnesty-Gruppe wird bei der Filmpräsensation über den Kampf gegen Kinderehen informieren.

Platzreservierung online unter:

https://booking.cinetixx.de/frontend/index.html?cinemaId=1973104027&showId=3522437593&bgswitch=false&resize=false#/show/1973104027/3522437593

Homepage SchlachthofKino:

https://schlachthof-soest.de/kino/

Veranstaltungsort

SchlachthofKino
Ulrichertor 4
Soest 59494
Deutschland