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Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 18:00 - 20:00 Uhr

Vortrag Ehrenamtliche Gruppen

Die Entwicklungszusammenarbeit ist angewandte Menschenrechtspolitik – so die Theorie. Demokratische Verhältnisse, würdige Lebensbedingungen, wirtschaftliche und soziale Chancen gelten als die erstrebenswerten Ziele für Entwicklungskooperationen. Oft steht aber auch im Raum, dass die Entwicklungspolitik das politische Konzept Demokratie nur exportiert, damit die Menschen in den Partnerländern bleiben und nicht die Grenze zur Europäischen Union überschreiten – Entwicklungszusammenarbeit als Fluchtprävention. Oder dienen internationale Projekte auch der Sicherung von Absatzmärkten für exportstarke Länder?

Wie also funktioniert das System der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland eigentlich, welche Strukturen und Organisationen sind beteiligt, was geschieht mit den Geldern in den Partnerländern? Ist es eine reine staatliche Aufgabe oder ist der Privatsektor involviert? In Theorie und Praxis gibt der Vortrag Einblicke und hinterfragt kritisch, was es mit Hinblick auf die Menschrechte bringt, die Länder des globalen Südens zu unterstützen.

Frank Schmidt ist Wirtschaftsgeograf und hat sich viele Jahre mit den ökonomischen Beziehungen von Ländern und Kontinenten beschäftigt. Durch die Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, besonders in Osteuropa und Asien, hat er einen kritischen Blick auf die deutsche und internationale Entwicklungspolitik erworben. Als selbstständiger Berater und Dolmetscher begleitet und evaluiert er Kooperationsprojekte gemäß den Kriterien der OECD. Die Referententätigkeit in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland ergänzt sein Profil.

Die Veranstaltung ist Teil der Vorlesungsreihe "Wirtschaftliche und soziale Rechte":

Die Vorlesungsreihe "Wirtschaftliche und soziale Rechte" der Amnesty International Hochschulgruppe Göttingen wird sich mit einem Teilbereich der Menschenrechte beschäftigen, der oftmals erst im zweiten Atemzug genannt wird. Die sogenannten politischen und bürgerlichen Rechte, wie etwa Meinungs- und Pressefreiheit, werden häufig zuerst ausgerufen, wenn es um Menschenrechte geht so zumindest in Europa und Nordamerika. Nun einen Blick auf die "andere Seite" zu werfen, zu fragen, warum diese zum Teil als solche wahrgenommen wird, und sich mit Teilaspekten der wirtschaftlichen und sozialen Rechte zu beschäftigen, ist Ziel dieser Vorlesungsreihe. Darüber hinaus soll zur Diskussion angeregt werden.

Veranstaltungsort

Zentrales Hochschulgebäude (ZHG) 001
Platz der Göttinger Sieben
5
Göttingen 37073
Deutschland

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