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Am Tag gegen Rassismus: Lesung aus dem Buch "Durch die Wand"

B-Eupen, 21. März 2018, 19 Uhr

Lesung Ehrenamtliche Gruppen

Schauspielerin Annette Schmidt (Theater K, Aachen) liest aus dem autobiografischen Buch, geschrieben von Nizaqete Bislimi. Wie hat die junge Frau es von einer Geflüchteten zur erfolgreichen Rechtsanwältin geschafft? Begleitet wird die Lesung von einem orientalisch angehauchten Konzert von Mah-e Manouche.

Nizaqete Bislimi hatte eine glückliche Kindheit, sie wuchs in der Geborgenheit einer Großfamilie auf, die mütterlicherseits den Roma angehörte; die Verwandten des Vaters waren Hashkali. Wie ihre albanischen Nachbarkinder ist sie muslimisch, besucht mit ihnen gemeinsam die Schule. Doch Anfang der 1990er-Jahre wachsen die Spannungen zwischen Serbinnen und Serben sowie Albanerinnen und Albernern. Die Volkszugehörigkeit der Eltern wird nun zunehmend zum Auslöser von Diskriminierungen und Ausgrenzungen. 1993 wird das 14-jährige Mädchen von Fluchthelferinnen und Fluchthelfern außer Landes gebracht.

Angekommen in Deutschland ist Nizaqete getrieben von einem Hunger nach Bildung. Weniger die Enge in den Flüchtlingsunterkünften werden zur Belastung für die Familie als vielmehr die existentiellen Sorgen um die ungewisse Zukunft. Erst 2007, also 14 Jahre später, erhielten Nizaqete Bislimi und ihre Familie das Aufenthaltsrecht. Zu dieser Zeit war sie bereits Referendarin im Staatsdienst und sprach deutsches Recht. Nizaqete Bislimi arbeitet heute als Rechtsanwältin in einer Essener Anwaltskanzlei und ist Erste Vorsitzende des Bundes Roma Verbands e.V.
 
"Es gibt viele erfolgreiche Roma in Deutschland. Doch die meisten geben sich nicht als Roma zu erkennen. Aus Angst vor den alten Stigmata", sagt Nizaqete Bislimi

Musikalische Begleitung:
Die Musik von Mah-e Manouche wurzelt in vielen Ländern, spricht mit verschiedenen Zungen und ist befreit von Ideologien. Der Orient in seiner breitesten Deutung ist die Sprache, Improvisation die Grammatik, denn der Mond der Manouche leuchtet überall gleich. Die Gesänge der Dichterin Sanaz Zaresani werden schwebend getragen durch die Musik von Sasan Azodi, und gemeinsam lassen sie eine eigene Ästhetik entstehen, eine künstlerische Welt, in welcher die Zuhörer sich wiederfinden können, um hier oder dort ihre Fata Morgana zu entdecken, schreiben Mah e-Manouche auf ihrer Homepage.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von Mah-e Manouche.

Herzliche Einladung zu dieser Konzertlesung.
Der Eintritt ist frei.
 

Veranstaltungsort
Alter Schlachthof
Rotenbergplatz 19
Eupen B-4700

Kontakt

Amnesty International, Asyl-Gruppe Eupen
Adalbertsteinweg 123a/b
52070 Aachen
Deutschland