Schreib für Freiheit: Der Amnesty-Briefmarathon 2019

Collage: Foto-Ausschnitte von Amnesty Aktivist_innen und einer jungen Frau, die einen Brief schreibt. Die Collage ist mit kleinen Icons verziert.

Herzlichen Dank an alle, die beim Amnesty-Briefmarathon 2019 mitgemacht haben!

Auch 2019 haben Amnesty-Mitglieder und Unterstützer_innen trotz Schnee, Regen und Kälte auf Weihnachtsmärkten und in Gottesdiensten, in Bibliotheken, Jugendeinrichtungen oder Fußgängerzonen Briefe, Unterschriften und E-Mails gesammelt. Im Mittelpunkt der weltweiten Aktion standen junge Menschen, deren Rechte bedroht sind oder verletzt wurden.

Das Beispiel von Greta Thunberg, die 2019 von Amnesty mit dem "Ambassador of Conscience Award" ausgezeichnet wurde, zeigt, wie engagiert junge Menschen sind und mit welchem Erfolg! Amnesty will deshalb noch mehr junge Menschen motivieren, sich für ihre Rechte und die anderer einzusetzen.

2019 konnten wir unser Ergebnis erneut steigern. In Deutschland wurden 303.034 Briefe und Emails verschickt. Den Löwenanteil haben die Schulen beigetragen: Schüler_innen in 511 Schulen haben 147.839 Briefe geschrieben. Auch weltweit wurden so viele Briefe geschrieben wie noch nie: 6.609.837!

Allein für Yasaman Aryani wurden 1.000.000 Briefe geschrieben und es gibt eine Verbesserung: Die Strafe der jungen Frauenrechtlerin, die in der Teheraner U-Bahn ohne Kopfbedeckung Blumen verteilt hatte, ist von sechzehn auf neun Jahre reduziert worden und ihr Anwalt arbeitet nun daran, den Fall erneut vor Gericht zu bringen. Für Emil Ostrovko, den Schüler aus Belarus, der unschuldig wegen Drogenhandels in Kraft sitzt, haben sich immerhin die Haftbedingungen verbessert: Er hat jetzt Zugang zu medizinischer Versorgung und Amnesty verhandelt mit den belarussischen Behörden über die Haftbedingungen für junge Menschen. Auch für Marinel Ubaldo aus den Philippinnen gibt es eine erste positive Entwicklung: Das Innenministerium hat einen Bericht über die Situation ihrer Community nach dem Taifun Yolanda angefordert. Ein erster Schritt für konkrete Verbesserungen.
 

Für sie haben wir uns 2019 eingesetzt

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Gemeinsam etwas verändern!

Mit der gemeinsamen Aktion zeigt sich die Stärke der weltweiten Amnesty-Bewegung für einzelne Menschen aktiv zu werden: Einen einzelnen Brief können die Behörden ungelesen wegwerfen, aber Tausende von Nachrichten lassen sich nicht ignorieren!

Der Briefmarathon wirkt: Erfolge aus den zurückliegenden Jahren

Ein animiertes Portrait der beiden Künstler Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov mit einer Spraydose

Bayram Mammadov und Giyas Ibrahimov sind endlich frei! Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev unterzeichnete am 16. März 2019 anlässlich des Neujahrsfestes Nouruz einen Erlass zur Begnadigung der beiden Aktivisten. Bayram und Giyas waren seit 2016 inhaftiert, weil sie ein kritisches Graffiti auf eine Statue des früheren Präsidenten Heydar Aliyev gesprüht hatten.

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Porträtfoto von Vitalina Koval in einer städtischen Gasse

Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Innenministerium konnte Amnesty International auf über 400.000 Briefe verweisen, die Menschen aus aller Welt zur Unterstützung der LGBTI-Aktivistin Vitalina Koval verschickt haben. Die Appelle an die ukrainischen Behörden scheinen gewirkt zu haben: Sie untersuchen den Angriff auf Vitalina nun ausdrücklich als Hassverbrechen.

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Ein Mann kniet auf einem Teppich auf dem sich Briefe stapeln und hält auch zwei Briefe demonstrativ in der Hand

Für den tschadischen Blogger Mahadine haben mehr als eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt Briefe geschrieben und Petitionen unterzeichnet – vor allem während des Briefmarathons 2017: Im April 2018 ordnete ein Gericht seine Freilassung an.

Saman Naseem wurde im Iran im April 2013 zum Tode verurteilt

Saman Naseem kam als 17-Jähriger wegen "Feindschaft zu Gott" im Iran in Haft. Sein Todesurteil wurde 2018 in fünf Jahre Haft umgewandelt. Beim Briefmarathon 2015 waren rund 200.000 Menschen für ihn aktiv.

Saman
Naseem
Iran
Porträt von Phyoe Phyoe Aung

Mehr als 394.000 Briefmarathon-Nachrichten gingen 2015 an die Studentin Phyoe Phyoe Aung: Nach einem friedlichen Protest saß sie mehr als ein Jahr in Myanmar in Haft. Als sie 2016 freikam, sagte sie: "Wir sind nicht allein."

Phyoe Phyoe
Aung
Myanmar
Zwei Frauen stehen vor einer Wand und hängen Briefe und Bilder vom Briefmarathon auf

Mehr als eine halbe Million Menschen forderte beim Briefmarathon 2015 den Schutz von Mädchen vor Zwangsverheiratungen in Burkina Faso, zu dem sich die Regierung verpflichtete, nachdem sie "Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt" erhielt.

Mädchen
und junge Frauen
Burkina Faso
Porträtfoto von Fred Bauma

"Jeder Brief hat uns gestärkt", sagte der Jugendaktivist Yves Makwamba aus der Demokratischen Republik Kongo, als er im August 2016 freikam. Für ihn und Fred Bauma hatten sich beim Briefmarathon 2015 Menschen aus der ganzen Welt eingesetzt.

Fred Bauma und
Yves Makwambala
Demokratische Republik Kongo
Porträt von Albert Woodfox mit hochgehaltener Faust als Geste des Erfolgs

"Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden", sagte Albert Woodfox. Er kam 2016 nach 44 Jahren Einzelhaft frei.

Albert
Woodfox
USA
Porträtfoto von Moses Akatugba

Moses Akatugba aus Nigeria wurde im Alter von 16 Jahren zu Tode verurteilt. 2015 wurde er begnadigt und freigelassen. "Ich bin überwältigt. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty sind Heldinnen und Helden."

Moses
Akatugba
Nigeria
Porträtfoto von Liu Ping

Im Dezember 2014 durfte die inhaftierte chinesische Bürgerrechtlerin Liu Ping erstmals Besuch von ihrer Tochter erhalten. Von den Tausenden Briefen sei ihr keiner ausgehändigt worden, aber es bewege sie sehr, dass sie nicht vergessen sei.

Liu
Ping
China
Porträtfoto von Paraskevi Kokoni

Die Romni Paraskevi Kokoni überreichte mehr als 82.000 Briefmarathon-Appelle für neue, antirassistische Gesetze an den griechischen Justizminister. Auch die Männer, die sie rassistisch angegriffen hatten, wurden bestraft.

Paraskevi
Kokoni
Griechenland

Die Mobilisierung für den zu 1.000 Stockhieben verurteilten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi zeigte indirekt Wirkung: Das EU-Parlament forderte seine Freilassung – mit der ersten EU-Resolution für Menschenrechte in Saudi-Arabien.

Raif
Badawi
Saudi-Arabien
Porträt von Chelsea Manning

Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning sagt, sie habe jede der 17.000 Solidaritätsbotschaften, die sie im Gefängnis erhielt, gelesen. Im Mai 2017 kam sie vorzeitig frei, wie es Ex-US-Präsident Barack Obama noch angeordnet hatte.

Chelsea
Manning
USA

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