Erfolg Vereinigte Staaten von Amerika 17. Mai 2017

USA: Chelsea Manning ist endlich frei!

Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning im Frebruar 2015

Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning im Frebruar 2015

17. Mai 2017 - Chelsea Manning ist wieder frei. Amnesty International begrüßt ihre längst überfällige Freilassung aus dem Militärgefängnis. Manning war dafür bestraft worden, dass sie während ihrer Arbeit beim US-Militär vertrauliche Informationen - auch über mögliche Kriegsverbrechen des US-Militärs - öffentlich gemacht hatte.

"Auf diesen Tag, an dem dieser Leidensweg für Chelsea Manning ein Ende hat, haben Tausende von Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty International hingearbeitet", sagte Margaret Huang, geschäftsführende Direktorin von Amnesty International in den USA.

"Die Behandlung von Chelsea ist besonders haarsträubend angesichts der Tatsache, dass niemand für die mutmaßlichen Verbrechen verantwortlich gemacht wurde, die sie ans Licht gebracht hat. Heute feiern wir ihre Freilassung, aber wir werden weiterhin darauf drängen, dass eine unabhängige Untersuchung der mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen stattfindet, die sie öffentlich gemacht hat. Zudem verlangen wir, dass Schutzmechanismen eingerichtet werden, die sicherstellen, dass Whistleblowerinnen und Whistleblower wie Chelsea nie wieder so schlecht behandelt werden."

Grausame und erniedrigende Behandlung Amnesty hat sich seit 2013 für die Freilassung von Chelsea Manning eingesetzt, die wegen Spionage und Verrats von einem Militärgericht zu 35 Jahren Haft verurteilt worden war. Diese Strafe übersteigt das Strafmaß für Mord, Vergewaltigung oder Kriegsverbrechen beim US-Militär. Nach einem Suizidversuch wurde sie zudem für elf Tage in Einzelhaft gesperrt – unter Bedingungen, die der UN-Sonderberichterstatter über Folter als grausam, unmenschlich und erniedrigend bezeichnete. Hinzu kam, dass Manning (bis 2014 Bradley Manning) nach dem Beginn ihrer Geschlechtsangleichung im Gefängnis wiederholt die nötige medizinische Behandlung verweigert wurde.

Amnesty machte im Briefmarathon 2014 auf ihren Fall aufmerksam. Fast eine Viertelmillion Menschen engagierten sich und riefen den damaligen US-Präsidenten Barack Obama dazu auf, sie freizulassen.

In einem Brief an Amnesty schrieb Chelsea Manning damals: "Ich unterstütze eure Arbeit zum Schutz von Menschen, denen Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde versagt wird. Mir scheint, dass die Transparenz einer Regierung eine fundamentale Voraussetzung für die Garantie und den Schutz der Freiheit und der Würde aller Menschen ist."

Unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzte Obama im Januar 2017 schließlich Mannings Haftstrafe und machte den Weg frei für ihre Freilassung im Mai.

"Die Freilassung von Chelsea zeigt einmal mehr, dass Menschen die Macht haben, Ungerechtigkeit zu besiegen. Das soll all jene Aktivistinnen und Aktivisten ermutigen, die sich für den Schutz der Menschenrechte weltweit einsetzen", sagte Margaret Huang.

Weitere Erfolgsmeldungen finden Sie auf www.amnesty.de/erfolge

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