Erfolg Aktuell Aktuell Ägypten 13. Februar 2017

Shawkan wird medizinisch untersucht

Ägypten: Shawkan wird medizinisch untersucht

Der Fotograf Mahmoud Abu Zeid, auch bekannt unter dem Künslternamen Shawkan.

13. Februar 2017 – Der ägyptische Fotojournalist Shawkan sitzt seit dreieinhalb Jahren in Haft. Er wurde misshandelt und gefoltert, ihm droht die Todesstrafe. Jetzt wird er zumindest endlich medizinisch untersucht. Amnesty hatte sich im Rahmen des weltweiten Briefmarathons für ihn eingesetzt. Allein in Deutschland wurden 33.951 Appelle für ihn gesammelt.

Der inhaftierte Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid, der unter dem Künstlernamen Shawkan bekannt ist, wird medizinisch untersucht. Das ordnete das zuständige ägyptische Gericht an. Laut seiner Familie war Shawkan bereits vor seiner Festnahme an Hepatitis C erkrankt. Der zuständige Gefängnisarzt hatte im Widerspruch dazu einen guten Gesundheitsstatus attestiert.

Shawkans Rechtsanwältinnen und -anwälte hatten die nun angeordnete Untersuchung vor Gericht eingefordert. Der Fotojournalist ist seit dreieinhalb Jahren in Haft. Amnesty hatte sich unter anderem im Rahmen des Briefmarathons 2016 für ihn eingesetzt. Allein in Deutschland wurden 33.951 Appelle für ihn gesammelt.

Als er im August 2013 die gewaltsame Auflösung eines Protestcamps von Anhängerinnen und Anhängern des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo fotografierte, nahm die Polizei ihn fest. Er wurde gefoltert und misshandelt. Die Staatsanwaltschaft hat konstruierte Anklagen gegen den Fotografen erhoben, darunter "Teilnahme an einer illegalen Versammlung" und "Mord". Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Das bisherige Verfahren gegen ihn war unfair. Seinen Rechtsanwältinnen und -anwälten wurde der Zugang zu wichtigen Dokumenten verweigert. Die nächste Gerichtsverhandlung ist auf den 25. Februar verlegt. Neben ihm sind im gleichen Verfahren 738 weitere Personen angeklagt.

Amnesty wird den Fall weiter beobachten und gegebenenfalls zu einer erneuten Appell-Aktion aufrufen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.amnesty.de/briefmarathon

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