Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Über 40.000 Menschen demonstrierten Hand in Hand gegen Rassismus!

Aktion "Hand in Hand Gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt" am 19. Juni 2016 in Berlin: © Amnesty International, Foto: Henning SchachtAktion "Hand in Hand Gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt" am 19. Juni 2016 in Berlin: © Amnesty International, Foto: Henning Schacht

19. Juni 2016 - Hand in Hand standen am Samstag und Sonntag mehr als 40.000 Menschen in fünf deutschen Großstädten und zahlreichen weiteren Orten. In Berlin, Bochum, Hamburg, Leipzig und München verbanden die Demonstrantinnen und Demonstranten mit kilometerlangen Menschenketten kirchliche und soziale Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte, Kulturstätten und Rathäuser. Ihr Ziel: ein starkes Signal gegen Rassismus und für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland. Zu den bundesweiten Menschenketten hatten Amnesty International und 28 weitere Organisationen und Verbände gemeinsam aufgerufen.

In Berlin bildeten am Sonntag 9.000 Menschen eine bunte, 6,5 Kilometer lange Menschenkette von Kreuzberg bis zum Roten Rathaus. Zahlreiche Prominente reihten sich ein, darunter Landesbischof Markus Dröge, die Schauspieler Benno Fürmann und Katja Riemann, und Barbara John, die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Berlin.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sprach auf dem Oranienplatz: "Die große Mehrheit in Deutschland steht für Weltoffenheit und Menschlichkeit, nicht für dumpfen Rassismus. Wir haben es heute bewiesen, und werden es immer wieder beweisen - mit unserer täglichen Unterstützung für die Geflüchteten, ob Zuhause oder im Betrieb."

Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL, verurteilte die europäische Flüchtlingspolitik: "Europa macht die Grenzen dicht und verrät die Menschenrechte von Flüchtlingen. Man handelt in der irrigen Annahme, dadurch Rassisten im Zaum zu halten. Der Versuch der Abriegelung Europas gegen Flüchtlinge, ein Europa der Zäune, ist aber Wasser auf die Mühlen der Rassistinnen und Rassisten."

In einem großen Kreis durch die Innenstadt verknüpfte die Menschenkette in München mit 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern trotz strömenden Regens die israelische Kultusgemeinde, das Forum für Islam, zwei Kirchen, das Flüchtlingszentrum Bellevue di Monaco und das schwule Kommunikationszentrum Sub. Bei der Auftaktkundgebung am Stachus erklärte Günter Metzges, Geschäftsführender Vorstand der Bürgerbewegung Campact: "Wir wollen in einem Land leben, in dem sich niemand vor rechter Hetze und Gewalt fürchten muss. Wir wollen eine Politik, die Schutzsuchende nicht ertrinken lässt, sondern schützt. Dafür kämpfen wir mit den Menschenketten."

In Leipzig verband eine drei Kilometer lange Menschenkette lokale Moscheen, das Gewandhaus, Oper, Universität, Nikolaikirche, und das Synagogenmahnmal. Auch zahlreiche Motorradfahrer nahmen mit einem Motorradkorso auf Einladung des MC Kuhle Wampe teil.

Auf der Abschlußkundgebung auf dem Brückenfest 2.0 erklärte Julia Duchrow von Brot für die Welt: "Die Bundesregierung muss endlich die Ursachen für Flucht wie Rüstungsexporte in Krisenländer angehen. Sie darf die Kontrolle von Migration nicht auf Staaten wie Eritrea oder Ägypten abwälzen, die mit ihren Menschenrechtsverletzungen selbst Fluchtursachen schaffen."

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, sprach am frühen Abend in Hamburg vor 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Menschenkette, die die Hauptkirche St. Petri mit der Al Nour Moschee und der jüdischen Gemeinde verband: "Im Grunde unseres Herzens sehnen wir Menschen uns nach Aussöhnung, Verständnis und Toleranz, und es widerstrebt uns, Hass, Rassismus und Gewalt auszuüben. Laßt uns in jeder Stadt, Juden, Christen, Muslime und Humanisten für den Wert eintreten, der unser Menschsein im tiefsten Inneren ausmacht: Frieden."

Bereits am Samstag hatte sich der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske vor 8.500 Menschen in Bochum dafür ausgesprochen, gemeinsam mit den Arbeitgebern die Voraussetzungen für ein Integrationsjahr für Flüchtlinge zu schaffen, wie es auch die IG Metall fordert. "Für den sozialen Frieden ist es elementar wichtig, dass diejenigen, die im Niedriglohnbereich arbeiten, nicht das Gefühl bekommen, dass Flüchtlinge ihre Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern", so Bsirske.

Neben den fünf Großstädten demonstrierten auch in 16 weiteren Städten - darunter Bonn, Karlsruhe, Münster und Osnabrück - mehrere Tausend Menschen gegen Rassismus, für Menschenrechte und Vielfalt.

Werden auch die aktiv und setzen Sie ein Zeichen gegen Rassismus! Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition an den Bundesinnenminister und die Innenminister und -senatoren der Länder und fordern Sie, dass Menschen in Deutschland vor rassistischer Gewalt geschützt werden!