Aktuell Deutschland 12. August 2015

ARD-Themenabend zu deutschen Waffenexporten

Spielfilm "Meister des Todes"
ARD-Themenabend zu deutschen Waffenexporten

Protagonist Peter Zierler im Film "Meister des Todes" erfährt hautnah, wie tödlich die Waffen seiner Firma sein können

Am 23. September veranstaltet die ARD einen Themenabend zu deutschen Waffenexporten in Unruheregionen. Dazu werden der Spielfilm "Meister des Todes" und die Dokumentation "Tödliche Exporte - wie das G36 nach Mexiko kam" gezeigt. Schon vorher gibt es Vorführungen in ausgewählten deutschen Städten. Amnesty ist Kooperationspartnerin und wird mit Infoständen und Experten vor Ort sein.

Deutsche Waffen tauchen in vielen Krisengebieten der Welt auf – trotz einer relativ restriktiven Genehmigungspraxis der Bundesregierung. Das Risiko von Menschenrechtsverletzungen mit deutschen Waffen war dabei häufig kein Grund, Rüstungsfirmen Exporte zu verbieten. Und Rüstungsfirmen selbst machen meist keine Anstalten, ihre Verpflichtungen und Sorgfaltspflichten für Menschenrechte einzuhalten. Der Thriller "Meister des Todes" greift diese Thematik auf und erzählt von einer solchen Firma. Die Geschichte des Films ist fiktiv, wenn auch inspiriert von aktuellen Recherchen.

Im Film geht es um Gewehre, die in mexikanische Bundesstaaten gelangen, in denen gravierenden Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Und das, obwohl dafür keine Genehmigung vorliegt und die Endverbleibserklärungen andere Empfänger ausweisen. Die illegale Weitergabe in diese Regionen organisiert und verschleiert die fiktive Firma HSW. Fehlende Vor-Ort-Endverbleibskontrollen begünstigen diese unerlaubte Weiterleitung.

Als er mit eigenen Augen ansehen muss, wie in Mexiko oppositionelle Demonstranten mit den Gewehren "seiner" Firma erschossen werden, gerät der Protagonist des Films, ein junger Familienvater und Mitarbeiter von HSW, in einen Gewissenskonflikt und packt aus.

Inspiriert von realen Ereignissen

Der Film beleuchtet, wie leicht deutsche Rüstungsunternehmen Festlegungen in Rüstungsexportgenehmigungen umgehen und so zu Menschenrechtsverletzungen beitragen können. Es wird auch aufgezeigt, welche Rolle deutsche Politik und Verwaltung dabei spielen. Regisseur Daniel Harrich stützt seine Geschichte auf reale Ereignisse: Auf die Lieferung von G36-Schnellfeuergewehren von Heckler und Koch nach Mexiko in den Jahren 2003 bis 2011.

In der Dokumentation "Tödliche Exporte - Wie das G36 nach Mexiko kam" wird diesem Sachverhalt explizit und vertiefend nachgegangen. Die investigative Recherche von Daniel Harrich geht dem Verdacht nach, dass Manager der schwäbischen Firma Heckler & Koch unter den Augen der Genehmigungsbehörden einen illegalen Waffendeal einfädelten. Es geht um ein Millionengeschäft und die Frage: Hat Heckler & Koch beim Verkauf von G36-Sturmgewehren nach Mexiko deutsche Gesetze gebrochen und gezielt die Rüstungsexportkontrollen umgangen? Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit 2010.

Forderung einer wirksamen Vor-Ort-Kontrolle

Zusätzlich zu dem Spielfilm und der Dokumentation wird es auch eine Webdokumentation geben, welche die erschreckenden Ergebnisse einer intensiven Recherche zum Thema Waffenexporte in Deutschland und Mexiko offenlegt. Die Website zum Themenabend ist unter www.DasErste.de/waffenexporte abrufbar.

„Wirksame Vor-Ort-Kontrollen für deutsche Waffenexporte einführen und umsetzen!“- dies ist eine langjährige Forderung von Amnesty und so begleitet Amnesty die Vorab-Ausstrahlung des Spielfilms als Kooperationspartnerin.

Der Film wird in den Tagen vor dem 23.09. an folgenden Orten gezeigt:

Vorab-Ausstrahlungen "Meister des Todes"

10. September: Köln, Kleiner Sendesaal im Funkhaus (WDR5)
Anmeldung erfolgt über die Webseite von WDR5 bis zum 08.09.

10. September: Wiesbaden, Murnau Filmtheater (HRinfo)
_Verlosung über die Webseite von HRinfo_

14. September: Erfurt, dasdie (MDR)

15. September: Berlin, Kino Babylon (RBB radioeins)
Anmeldung erfolgt über die Webseite von RBB radioeins

16. September: Stuttgart, Haus der Geschichte (SWR2/SWRinfo)
Verlosung über das Stuttgarter Haus der Geschichte

17. September: Hamburg, Alabama-Kino
Verlosung über die Facebook-Seite von Amnesty International Deutschland (bereits vorbei)

21. September: Saarbrücken, Filmhaus Saarbrücken (SRinfo)
Verlosung über die Facebook-Seite von Amnesty International Deutschland (bereits vorbei)

Karten sind nicht im freien Verkauf erhältlich. Eine kleine Anzahl an Karten wurde darüber hinaus auf der Facebook-Seite von Amnesty verlost.

Weitere Informationen finden Sie hier im Amnesty Journal

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Amnesty Journal 06/07 2017 Deutschland

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