Aktuell Israel und besetzte Gebiete 08. Juli 2015

Israel/Palästina-Konflikt

Konflikt Israel-Palästina
Digitale Plattform zeigt Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht

Palästinensischer Junge sitzt über den Ruinen seiner zerstörten Heimat, September 2014, Gaza

08. Juli - Amnesty International hat mit dem Recherche-Projekt Forensic Architecture ein investigatives Online-Werkzeug entwickelt, das helfen soll, israelische Angriffe im Gazastreifen abzubilden, die während des Konflikts zwischen Juli und August 2014 erfolgt sind. Dieses Werkzeug soll dazu beitragen, Rechenschaft für begangene Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht einfordern zu können.

Die Gaza-Plattform ermöglicht den Nutzern, Daten über israelische Militäraktionen im Jahr 2014 im Gazastreifen nachzuverfolgen und zu analysieren. Sie dokumentiert über 2500 einzelne Angriffe, die in dem 50-tägigen bewaffneten Konflikt verübt wurden. Damit wird ein Muster aufgezeigt, das die systematischen Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch die israelischen Streitkräfte aufdeckt. Die bereits veröffentlichten Daten werden in den kommenden Monaten noch ergänzt und aktualisiert.

Wie funktioniert die Plattform?

Die Plattform bildet Zeitpunkt und Ort jedes Angriffs auf einer interaktiven Landkarte ab und klassifiziert diese anhand zahlreicher Kriterien wie Art des Angriffs, Angriffsziel und Anzahl der Opfer. Wenn verfügbar, werden die Informationen durch Fotos, Videos und Augenzeugenberichte sowie Satellitenbilder ergänzt. Mit Hilfe von neuer Datenvisualisierung und der Technologie der digitalen Abbildung können die Nutzer diese Informationen einsehen und gezielt durchsuchen. Ziel ist es, Muster des Vorgehens der israelischen Streitkräfte zu identifizieren und publik zu machen, um festzustellen, ob einzelne Angriffe Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, Kriegsverbrechen eingeschlossen, darstellen.

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Ein Team von Expert_innen in London und im Gazastreifen hat monatelang Informationen zusammengetragen und in die Plattform eingespeist. Dabei haben die Menschenrechtsorganisation Al Mezan, die im Gazastreifen ansässig ist, das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (Palestinian Center for Human Rights - PCHR) und Amnesty International zusammengearbeitet.

Bewaffnete palästinensische Gruppen haben während des bewaffneten Konflikts tausende Raketen- und Mörserangriffe durchgeführt und dabei wahllos wirkende Waffen, die nicht gezielt gegen militärische Ziele gerichtet werden können, eingesetzt. Dabei wurden sechs Zivilisten in Israel getötet. Amnesty International hat wiederholt diese wahllosen Angriffe als schwere Verletzungen des humanitären Völkerrechts und als Kriegsverbrechen kritisiert, wie der Bericht „Unlawful and deadly: Rocket and Mortar attacks by Palestinian armed groups during the 2014 Gaza/Israel conflict“ dokumentiert.

Hier geht es zu "The Gaza Platform"

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