Aktuell Irak 07. Dezember 2015

Irak: Wie der "Islamische Staat" zu seinen Waffen kam

Irak: Wie der "Islamische Staat" zu seinen Waffen kam

Gewehr des IS, beschlagnahmt durch die "Syrian Kurdish People's Protection Units" in Kobane im Februar 2015

08. Dezember 2015 - Jahrzehntelang gelangten ungehindert und unkontrolliert große Mengen von Waffen in den Irak. Dadurch verfügt der "Islamischer Staat“ (IS) inzwischen über ein riesiges Arsenal tödlicher Waffen, mit denen er im Irak und in Syrien massive Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.

Amnesty International hat für den heute veröffentlichten Bericht "Taking Stock: The arming of Islamic State" tausende Videos und Bilder verifiziert und von Experten analysieren lassen. Die Menschenrechtsorganisation belegt, dass die IS-Kämpfer Waffen benutzen, die hauptsächlich aus den Lagern der irakischen Armee stammen und in mehr als zwei Dutzend unterschiedlichen Ländern produziert wurden, unter anderem in Russland, China, den USA und Staaten der Europäischen Union.

"Das große und vielfältige Waffenarsenal des IS ist geradezu ein Paradebeispiel für die grauenhaften und weitreichenden Folgen eines rücksichtslosen Waffenhandels", sagt Patrick Wilcken, Amnesty-Researcher für Waffenhandel.

"Schlechte Regulierungen und eine mangelhafte Übersicht über Waffenlieferungen in den Irak, über Jahrzehnte hinweg, schufen für den IS und andere bewaffnete Gruppen ideale Bedingungen: Sie konnten ohne großen Aufwand an Waffen gelangen."

Die IS-Kämpfer haben nach der Eroberung von Mossul, der zweitgrößten Stadt des Irak, im Juni 2014 eine große Menge von Waffen der irakischen Armee erbeutet, produziert in aller Welt. Darunter waren Waffen und Militärfahrzeuge aus den USA, die sie dann dazu nutzten, weitere Teile des Landes einzunehmen – mit schrecklichen Folgen für die Zivilbevölkerung.

Mit der Vielzahl verschiedenster Waffentypen, die der IS erbeuten konnte, haben die Kämpfer schlimmste Menschenrechtsverletzungen wie Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen, Folter und Geiselnahmen begangen. Hunderttausende Menschen waren aufgrund dieser Gräueltaten gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie wurden zu Binnenvertriebenen oder Flüchtlingen.

Zahlen und Fakten zum Bericht finden Sie hier euch einen Blick.

Hier können Sie den vollständigen Bericht "Taking Stock: The arming of Islamic State" (PDF, englisch, 44 Seiten) herunterladen.

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