Aktuell 16. November 2015

So funktioniert der Amnesty-Briefmarathon

Jedes Jahr fordern Hunderttausende Menschen weltweit anlässlich des “Internationalen Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember, Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Außerdem schicken sie Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden. Unsere Erfahrung haben gezeigt, was der gemeinsame Einsatz für Menschenrechte bewirkt: Zu Unrecht inhaftierte Menschen werden freigelassen, diskriminierende Gesetzestexte geändert und politische Aktivistinnen und Aktivisten in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt.

Die Erfolge des Briefmarathons an Schulen

Aktion von Amnesty International in Togo im Rahmen des Briefmarathons im Dezember 2013

"Wie kann ich all diesen Menschen, die mich unterstützen, danken?"

Das sagte der inhaftierte saudiarabische Blogger Raif Badawi, als er erfuhr, dass Menschen auf der ganzen Welt seine Freilassung fordern. Raif Badawi wurde zu 1.000 Stockhieben, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil er eine kritische Internet-Plattform ins Leben gerufen hatte. Der Blogger gehörte zu den Menschen, die 2014 im Mittelpunkt des Briefmarathons standen. Der weltweite Protest zeigte Wirkung: Raif Badawi ist zwar noch nicht frei, doch die Vollstreckung der grausamen Prügelstrafe wurde ausgesetzt.

Der Briefmarathon findet jedes Jahr rund um den "Internationalen Tag der Menschenrechte" im Dezember statt und ist mittlerweile die größte internationale Amnesty-Aktion: 2016 schrieben beispielsweise Menschen aus fast 200 Ländern zusammen insgesamt 4,6 Millionen Briefe – so viele wie nie zuvor! Alleine aus Deutschland wurden über 320.000 Appelle und Solidaritätsschreiben verschickt.

Das gemeinsame Briefeschreiben zeigt die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen auf der ganzen Welt auf das Schicksal Einzelner. Die unzähligen Briefe zeigen den Betroffenen und ihren Familien, dass sie nicht allein sind. Und sie machen Regierungen Druck:

Einen einzelnen Brief können die Behörden ungelesen wegwerfen, aber Tausende von Schreiben, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, lassen sich nicht ignorieren!

Das beweist auch der Fall des Nigerianers Moses Akatugba, für den sich Amnesty beim Briefmarathon 2014 einsetzte. Er war als Minderjähriger festgenommen, gefoltert und später zum Tode verurteilt worden. Nachdem der zuständige Gouverneur zahllose Appelle erhalten hatte, begnadigte er Moses Akatugba im Mai 2015 und ließ ihn frei. Er berief sich dabei ausdrücklich auf den Protest von Amnesty.

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