Das Haus der 28 Türen
Das Haus der 28 Türen. Installation der Künstlergruppe "Bewegung Nurr"
© Bewegung Nurr
11. Juli 2014 - Die Installation "Das Haus der 28 Türen" der Berlin-Dresdner Künstlergruppe "Bewegung Nurr" wird vom 26. Juli bis zum 10. August 2014 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin errichtet und setzt sich mit der Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen auseinander, die häufig unter schwierigsten Umständen und Entbehrungen nach Europa gelangen.
In der Europäischen Union und an ihren Grenzen werden täglich die Menschenrechte von MigrantInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden verletzt. Zahlreiche Todesfälle und die weitverbreitete Inhaftierung von Asylsuchenden zeugen vom Versagen der europäischen Migrationspolitik.
Nach den Bootsunglücken vor Lampedusa im Oktober 2013, die mehr als 500 Menschen das Leben kosteten, sprachen VerteterInnen der EU und der Mitgliedstaaten Solidaritätsbekundungen aus und forderten, weitere Tragödien auf See vor ihren Grenzen zu verhindern. Trotz der Einrichtung einer spezialisierten Task Force noch im selben Monat folgten kaum gemeinsame Anstrengungen durch die Europäische Union. Stattdessen zieht Europa seine Grenzzäune höher, um die flüchtenden Menschen draußen zu halten. Dies zwingt die Menschen dazu, immer gefährlichere Routen einzuschlagen.
Die Installation "Das Haus der 28 Türen" der Berlin-Dresdner Künstlergruppe "Bewegung Nurr" (Florian Göpfert, Alekos Hofstetter und Christian Steuer) setzt sich mit der Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen auseinander, die auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben oftmals unter schwierigsten Umständen und Entbehrungen nach Europa gelangen. Sie ist allen Menschen gewidmet, die durch die Zerstörung der Lebensgrundlagen in ihrer Heimat, durch Kriege, Umweltkatastrophen sowie menschenunwürdige Lebensbedingungen zu Flüchtlingen geworden sind.
Die Installation wird für den Zeitraum 26. Juli – 10. August 2014 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin errichtet (Haupteingang Oderstraße, 12049 Berlin-Neukölln). Die multifunktionale Architektur des Kunstwerks ist als Kommunikationsraum und Bühne konzipiert: Die Installation besteht aus 28 aneinandergereihten Türen, die die derzeit 28 EU-Länder symbolisieren und einen großen Innenraum verschließen. Von außen hermetisch scheinend, öffnet sich die Architektur von innen durch eine transparente Dachkonstruktion zum Himmel. Die Architektur des Rundbaus verbildlicht die Differenz zwischen innen und außen, zwischen innerhalb der Europäischen Union und jenseits ihrer Grenzen, zwischen gelungener und gescheiterter Flucht. Im Innenraum werden auf drei Monitoren drei persönliche Geschichten von derzeit in Berlin lebenden Flüchtlingen gezeigt. Die Videoinstallation verknüpft die individuelle Erinnerung der Flüchtlinge mit der Frage, welche Rolle das seit Jahren andauernde Flüchtlingsdrama im kollektiven Gedächtnis der Europäer spielt.
Während der Laufzeit des Projektes werden in der Installation auf dem Tempelhofer Feld sowie an weiteren Orten Veranstaltungen wie Diskussionen, Präsentationen sowie Theater-, Film- und Musikaufführungen stattfinden.
Die Auftaktveranstaltung findet am 24.07. um 19 Uhr im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien (Mariannenplatz 2, 10997 Berlin) statt: Neues Europa, Festung Europa? Wenn Kunst die Politik treffen will
Ab Samstag, den 26.07. finden im "Haus der 28 Türen" auf dem Tempelhofer Feld verschiedene Veranstaltungen statt.
Am Samstag den 02. August 2014 findet im "Haus der 28 Türen" um 19 Uhr die Lesung "Dorthin kann ich nicht zurück" – Ankommen in Europa mit Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Amnesty-Asylgruppe Berlin-Brandenburg statt. Gelesen wird eine Sammlung von Berichten von Flüchtlingen über ihr Herkunftsland, die Flucht und die Situation in ihrem Ankunftsstaat.