Neujahrsbotschaft von Salil Shetty: "Zusammen können wir viel erreichen"
Salil Shetty, internationaler Generalsekretär von Amnesty International
© Amnesty International
01. Januar 2014 - In seiner Neujahrsbotschaft wirft der internationale Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty einen Blick zurück auf den Briefmarathon 2013 und beschreibt, wie gewöhnliche Menschen gemeinsam Außergewöhnliches bewirken können.
Zum Beginn des neuen Jahres möchte ich darauf zurückblicken, was wir 2013 alles gemeinsam erreicht haben.
Aktion von Amnesty International in Togo im Rahmen des Briefmarathons im Dezember 2013
© Amnesty International
Noch immer sind wir damit beschäftigt, die Tweets, SMS, Petitionsunterschriften und Briefe zu zählen, doch schon jetzt ist klar, dass im Dezember mehrere hunderttausend Menschen in bis zu 80 Ländern an unserer größten internationalen Kampagne, dem Briefmarathon, teilgenommen haben. Bewaffnet mit Stiften und Tastaturen forderten wir die Behörden auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen, sich der Wahrheit zu stellen und Unrecht zu beenden. Die Zukunft wird zeigen, wie erfolgreich unsere Aktionen waren, denn häufig läuft die Maschinerie der Macht langsam.
Doch es ist wichtig, dass Sie eines wissen: Sobald Sie eine E-Mail, ein Fax oder einen Brief verschicken, werden diese zu Teilen von etwas Größerem. Wenn in einem Gefängnis auf einmal Hunderte Nachrichten eintreffen, wissen die Verantwortlichen, dass wir sie im Blick haben. Und die Person in der Gefängniszelle weiß: Wir warten mit ihr gemeinsam darauf, dass sich die Tür in die Freiheit wieder öffnet.
Die Freilassung von Yorm Bopha im November war eine gewaltige Ermutigung für alle, die sich für sie eingesetzt hatten. Yorm Bopha war in Kambodscha inhaftiert, weil sie die Wohnrechte ihrer Gemeinde verteidigt hatte. Sie hat sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern von Amnesty für ihren Einsatz Aktionen zu ihren Gunsten bedankt. Wir kämpfen weiter, damit ihr Urteil vollständig aufgehoben wird.
Teilnehmerin am Amnesty-Briefmarathon in Buenos Aires in Argentinien am 07.12.2013
© AI Argentina
Aktivismus für die Menschenrechte kann eine langwierige Angelegenheit sein. Der neue internationale Waffenhandelsvertrag, der im April 2013 verabschiedet wurde, zeigt dies anschaulich. Zwanzig Jahre harte Arbeit und gemeinsame Aktionen der gesamten Amnesty-International-Bewegung und unseren wichtigsten Partnern waren nötig, um so weit zu kommen. Aber wir haben es geschafft! Seitdem haben 115 Staaten den Vertrag unterschrieben und es folgen noch mehr. Wir wollen gemeinsam erreichen, dass dieser Vertrag eine wirkliche Veränderung im Leben der von Waffengewalt bedrohten Menschen schafft.
Nun, zu Beginn des Jahres 2014, liegen viele Herausforderungen vor uns. Von Syrien bis in die Zentralafrikanische Republik werden Menschenrechte noch immer in ungeheurem Ausmaß verletzt. Vom Aufdecken der Verletzungen durch ihre Dokumentation bis zu Kampagnen und Lobbyarbeit für einen Wandel – uns ist klar, dass Unrecht an einem Ort Unrecht überall bedeutet. Daher werden wir auch weiterhin für Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten.
Danke, dass Sie ein Teil von Amnesty International sind – zusammen können wir viel erreichen.