Erfolg Aktuell China 01. Februar 2013

Familie durfte Gao Zhisheng besuchen

Gao Zhisheng

Gao Zhisheng

1. Februar 2013 - Gute Nachrichten! Familienmitglieder von Gao Zhisheng durften den chinesischen Anwalt am 12. Januar im Gefängnis besuchen. Dies war das erste Mal seit neun Monaten, dass man ihm Besuch gestattet hatte.

Das Treffen erfolgte unter strengen Auflagen: Der Bruder von Gao Zhisheng und sein Schwiegervater durften ihn nur eine halbe Stunde lang sehen. Es war ihnen nicht erlaubt, Fragen zu seiner Behandlung im Gefängnis oder zu Einzelheiten seines Falls zu stellen. Auch Fragen, ob er im Gefängnis Briefe erhalten habe, waren nicht zugelassen. Seine Familie durfte ihm 600 Yuan (etwa 70 Euro) aber keine Kleidung oder andere Grundbedarfsartikel schicken. Gao Zhisheng wirkte körperlich gesund und geistig klar, er sprach jedoch kaum während des Besuchs und stellte nicht viele Fragen. Er sagte nur, seine Ehefrau Geng He solle sich gut um die Kinder kümmern und sich nicht zu viele Sorgen um ihn im Gefängnis machen.

Nachdem bekannt geworden war, dass Familienmitglieder den chinesischen Anwalt Gao Zhisheng am 12. Januar im Gefängnis besuchen durften, richtete seine Frau folgende Nachricht an die AktivistInnen von Amnesty International:

„Nach dem Briefmarathon von Amnesty International Ende des Jahrs und dem Einsatz der internationalen Gemeinschaft durften zwei Mitglieder unserer Familie Gao Zhisheng dieses Jahr am 12.Januar ein zweites Mal besuchen. Es ist nur eine kleine Verbesserung, aber sie wäre ohne das Interesse der internationalen Gemeinschaft und den Einsatz und die Unterstützung der Mitglieder von Amnesty International nicht möglich gewesen. Dafür sind meine Familie und ich sehr dankbar. Ich hoffe, Amnesty International wird sich weiter für meinen Mann einsetzen, sodass immer mehr Menschen von seinem Schicksal erfahren, bis er wieder in Freiheit ist.“

Briefaktion für Gao Zhisheng in Griechenland

Briefaktion für Gao Zhisheng in Griechenland

Es ist sehr schwierig, zu beurteilen, aus welchem Grund der Besuch der Familie erlaubt wurde. Dennoch ist es gut möglich, dass der große Einsatz der Menschen, die im Rahmen des Briefmarathons aktiv geworden sind, dazu beigetragen hat. Seine Familie ist dafür sehr dankbar. Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich für Gao Zhisheng eingesetzt haben und Sie bitten, weiter seine sofortige Freilassung zu fordern.

Hintergrund

Gao Zhisheng war ein erfolgreicher Anwalt. 2001 wurde er vom chinesischen Justizministerium als einer der zehn besten Rechtsanwälte des Landes ausgezeichnet.

Doch als er sich vor Gericht für Menschenrechtsaktivisten und Anhänger der in China verfolgten spirituellen Bewegung Falun Gong einsetzte, nahm sein Leben eine dramatische Wendung.

Gao Zhisheng fiel in Ungnade: Er verlor seine Arbeit, wurde misshandelt, gefoltert und unter Hausarrest gestellt. Schließlich verschleppten ihn die chinesischen Sicherheitskräfte und hielten ihn über ein Jahr versteckt. In einem Interview berichtete Gao Zhisheng über die Zeit seines "Verschwindens" und die erlittene Folter. Er sagte, einmal sei er 48 Stunden lang so heftig geschlagen und gequält worden, dass er mehr tot als lebendig gewesen sei. Seine Frau und seine Kinder haben unter dem Druck der Behörden das Land verlassen.

Derzeit ist Gao Zhisheng im Gefängnis des Kreises Shaya im Nordwesten Chinas inhaftiert.

Gao Zhisheng sitzt in Haft, weil er sich für die Rechte seiner Mitbürger eingesetzt hat. Er wird misshandelt und gefoltert, weil er vor Gericht für diejenigen kämpfte, denen in China elementare Rechte verweigert werden. Amnesty International setzt sich im Rahmen des Briefmarathons dafür ein, dass Gao Zhisheng sofort und bedingungslos freigelassen wird.

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