Aktuell Deutschland 04. Oktober 2010

Online-Aktion: Deutschland muss Abschiebungen von Roma stoppen!

Fast 10.000 Roma aus dem Kosovo sind in Gefahr, aus Deutschland abgeschoben zu werden

Fast 10.000 Roma aus dem Kosovo sind in Gefahr, aus Deutschland abgeschoben zu werden

6. Oktober 2010 - Eine wachsende Zahl von Roma und Angehörigen anderer ethnischer Minderheiten wird aus Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten in den Kosovo abgeschoben. Im Falle einer Rückführung in den Kosovo drohen Diskriminierung und Verfolgung.

Roma, Aschkali und Ägypter (RAE – Roma, Ashkali, Egyptians) sind die am stärksten benachteiligten und marginalisierten Minderheiten im Kosovo. In Bezug auf ihre bürgerlichen, politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte haben sie mit weit verbreiteter, systematischer Diskriminierung zu kämpfen. Dabei wird ihnen der Zugang zu Wohnraum, Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit erheblich erschwert. Sie stoßen auf ernsthafte Probleme bei der Beschaffung von Dokumenten. Viele von ihnen sind in Gefahr, de facto staatenlos zu werden.

Die meisten Roma, Aschkali und Ägypter, die in Deutschland leben, sind aufgrund des bewaffneten Konflikts von 1999 aus dem Kosovo geflohen. Andere verließen das Land schon in den frühen 90er Jahren als in der damaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien der Krieg ausbrach. In Westeuropa suchten sie internationalen Schutz.

Nach der einseitigen Erklärung der Unabhängigkeit des Kosovo im Februar 2008 übten Deutschland und andere EU-Mitgliedsstaaten zunehmend Druck auf die Behörden des Kosovo aus, mehr Rückkehrer wiederaufzunehmen. Viele westeuropäische Regierungen betrachten die Abschiebung von Roma, Aschkali und Ägyptern in den Kosovo als "sicher". Fast 10.000 Roma aus dem Kosovo, die derzeit in Deutschland leben, sind ausreisepflichtig und sind jetzt in Gefahr, abgeschoben zu werden.

Der Regierung im Kosovo fehlen die Mittel und der politische Wille, den zurückkehrenden Roma Hilfe zu leisten. Daher sind die deutschen Behörden verpflichtet, ihnen Schutz zu bieten, bis die erforderlichen Bedingungen für eine sichere und dauerhafte Rückkehr und Reintegration geschaffen sind und keine Menschenrechtsverletzungen mehr drohen.

Werden Sie jetzt aktiv!

Fordern Sie einen Abschiebestopp für Roma aus dem Kosovo!
Beteiligen Sie sich jetzt an der internationalen Online-Aktion gegen die Abschiebung von Roma aus Deutschland.
Schicken Sie mit wenigen Klicks eine E-Mail an den Hamburger Innensenator Heino Vahldieck, den Vorsitzenden der bundesweiten Innenministerkonferenz (IMK), die im November stattfindet.
Fordern Sie ihn auf, das Thema bei der Konferenz anzusprechen und sich gegen die Abschiebung von Roma, Aschkali und Ägyptern in den Kosovo einzusetzen.

Zur Aktion auf amnesty.org

Mehr dazu