Aktuell Haiti 18. November 2009

Haiti: Hunderttausende Kinder leben als moderne Sklaven

Ehemalige und heutige Hausmädchen, Haiti, August 2006

Ehemalige und heutige Hausmädchen, Haiti, August 2006

18. November 2009 - Die Regierung Haitis muss Kinder, die als Hausangestellte arbeiten, besser vor Ausbeutung und Missbrauch schützen, fordert Amnesty International vor dem Weltkindertag am 20. November.

In Haiti arbeiten Hunderttausende von Kindern in den Haushalten anderer Menschen. Sie werden von ihren meist mittellosen Familien als Angestellte verkauft. In ihrem neuen Heim müssen die Kinder hart arbeiten und werden dafür kaum oder gar nicht entlohnt. Die UN-Sonderberichterstatterin über zeitgenössische Formen der Sklaverei, Gulnara Shahinian, sprach nach ihrem Besuch in Haiti im Juni 2009 von einer „modernen Form der Sklaverei“.

Schätzungen zufolge schuften etwa 200.000 Kinder in haitianischen Haushalten. Die Mehrheit sind Mädchen. Sie leben in totaler Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber und werden häufig Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Einige Mädchen wagen, zu fliehen. Viele landen auf der Straße und müssen ihre Körper für Sex verkaufen, um zu überleben.

Die haitianischen Gesetze schützen Kinder bisher nur unzureichend. Das 2003 verabschiedete Kinderschutzgesetz und auch der 2007 vom Sozialministerium ins Leben gerufene nationale Plan zum Schutz verletzlicher Kinder bewirkten in der Praxis kaum Veränderungen.

Mit einer neuen Kampagne will Amnesty International die Regierung Haitis dazu bringen, den Schutz von Kindern in Gesetz und Praxis zu verbessern. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, Haiti dabei zu unterstützen.

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