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Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Abtreibung gewährt

  • Argentinien
UA-308/2012-1
Index:
AMR 13/007/2012
18. Oktober 2012

32-JÄHRIGE FRAU

Der Oberste Gerichtshof in Argentinien hat einer 32-jährigen Frau eine legale Abtreibung gewährt, nachdem ihr dies zuerst durch einen Richterentscheid untersagt worden war. Die Frau war monatelang gegen ihren Willen in einem Bordell festgehalten und dort infolge einer Vergewaltigung schwanger geworden.

Am Abend des 11. Oktober machte der Oberste Gerichtshof die Entscheidung einer Richterin vom 9. Oktober rückgängig, welche der Frau eine legale Abtreibung in der Hauptstadt Buenos Aires verwehrt hatte. Das Urteil war die Folge einer Verfassungsbeschwerde (recurso de amparo) einer Organisation, die sich gegen Abtreibung einsetzt. Der Oberste Gerichtshof wies die Behörden in Buenos Aires an, die Abtreibung als eine dringliche Angelegenheit zuzulassen. Der Eingriff ist inzwischen durchgeführt worden.

Der Oberste Gerichtshof appellierte außerdem an die Justizbehörden in Argentinien, seinem Urteil vom 13. März Folge zu leisten. Dieses legt eindeutig fest, dass Vergewaltigungsopfern auf deren Wunsch hin immer eine medizinisch sichere Abtreibung gewährt werden muss, und dass für die Durchführung des Schwangerschaftsabbruchs keine richterliche Anordnung nötig ist.

Amnesty International begrüßt die jüngste Entscheidung, ist aber weiterhin in Sorge, dass dieser Fall als Beispiel dafür steht, dass sich Gerichte in Argentinien auch entgegen dem Urteil des Obersten Gerichtshofes in Abtreibungsfragen einmischen. Frauen, die infolge einer Vergewaltigung schwanger wurden, eine sichere und legale Abtreibung zu verweigern, ist eine Verletzung von Menschenrechten und kommt Folter und grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung gleich.

Es sind keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank an alle, die Appelle geschrieben haben.