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Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Menschenrechtlerin gefoltert

  • Honduras
UA-292/2012-1
Index:
AMR 37/013/2012
25. Oktober 2012

KARLA ZELAYA, Menschenrechtsverteidigerin

Am 23. Oktober wurde Karla Zelaya, eine Menschenrechtlerin, die sich in Landrechtsfragen engagiert, in Tegucigalpa verschleppt und drei Stunden lang festgehalten. Die Männer, die sie verschleppten, folterten und bedrohten sie, während sie sie über ihre Arbeit ausfragten.

Karla Zelaya, eine Journalistin, die für die Kleinbauernorganisation Movimiento Unificado Campesino del Aguán (MUCA) arbeitet, wurde am 23. Oktober um 6.30 Uhr an einer Bushaltestelle in Tegucigalpa von zwei Männern gezwungen, in ein Auto einzusteigen. Die beiden Männer, die mit ihr auf dem Rücksitz Platz nahmen, forderten sie auf, zu kooperieren, und befragten sie über führende Mitglieder von MUCA wie z. B. Jhony Rivas. Sie verbanden ihr die Augen und setzten die Befragung fort, während sie Karla mit einem scharfen Gegenstand in die Brust und den Bauch ritzten. Sie sprachen davon, führende Mitglieder von MUCA umzubringen und teilten Karla Zelaya mit, sie würden ihren Alltagsablauf kennen und wissen, wo ihre Familie lebt. Sie sagten: "Du machst deinen Mund zu oft auf und wir haben dich in den Mitteilungen gewarnt, aber du wolltest nicht hören, also ist heute dein Tag gekommen" ("Es que vos abrís más de la cuenta la boca, y te hemos advertido por mensajes y no has querido hacer caso, entonces hoy es tu día"). Nach drei Stunden ließen die Männer sie schließlich gehen und sagten: "Wir werden dich finden wann immer wir wollen und du wirst uns jede Information geben, die wir haben wollen" ("En cualquier momento te vamos a buscar y nos vas a dar la información que necesitamos"). Karla Zelaya hat den Vorfall bei den Behörden angezeigt.

Am Abend des 21. und 22. Oktober hatte sie jeweils drei SMS erhalten. In einer von ihnen stand: "Ich habe langsam genug von dir, hast du keine Angst zu sterben, Schlampe, ich werde dich umbringen" ("Ya me estas cansando no te da miedo morir perra te voy a matar"). Karla Zelaya hat schon im August und September dieses Jahres Mordrohungen erhalten sowie Anrufe, bei denen sich niemand meldete.

MUCA ist eine Bewegung, die sich vor dem Hintergrund anhaltender Landstreitigkeiten für die Landrechte der Kleinbauern in der Region Aguán im Nordosten von Honduras einsetzt.

SCHREIBEN SIE BITTE

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere eine sofortige Untersuchung der Verschleppung und Folter von Karla Zelaya und dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass die Ermittlungsergebnisse zu den von Karla Zelaya im August und September erhaltenen Drohungen öffentlich bekannt gegeben und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich und in Absprache mit Karla Zelaya angemessene Schutzmaßnahmen für sie einzuleiten.

APPELLE AN

GENERALSTAATSANWALT
Sr. Luis Alberto Rubí
Fiscal General de la República
Lomas del Guijarro
Avenida República Dominicana
Edificio Lomas Plaza II
Tegucigalpa
HONDURAS
(Anrede: Sr. Fiscal General / Dear Attorney General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 504) 2221 5667

INNENMINISTER
Sr. Pompeyo Bonilla
Secretaría de Estado en el Despacho de Seguridad
Plantel Casamata
subida al Picacho
Tegucigalpa
HONDURAS
(Anrede: Estimado Sr. Ministro / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 504) 2220 1756

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION COFADEH
Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras
Barrio La Plazuela, Avenida Cervantes
Casa No. 1301
Tegucigalpa
HONDURAS
Fax: (00 504) 2220 5280
(Sagen Sie bitte: "Me da tono de fax, por favor")

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S. E. Herrn Ramón Custodio Espinoza
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: 030-3974 9712
E-Mail: informacion.embahonduras.de@gmail.com

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. Dezember 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Nach einem Besuch in Honduras erklärte die UN-Sonderberichterstatterin über die Lage von MenschenrechtsverteidigerInnen im Februar 2012, dass MenschenrechtlerInnen dort noch immer zum Opfer von Morddrohungen, Angriffen, Drangsalierung und Stigmatisierung werden. Sie forderte die Behörden des Landes auf, schnellstmöglich ein Schutzprogramm für MenschenrechtsverteidigerInnen einzuführen.

Am 22. September 2012 wurde der Menschenrechtsanwalt Antonio Trejo Cabrera in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, getötet. Er hatte sich als Anwalt für drei Kleinbauerngenossenschaften eingesetzt, die in einen vielschichtigen Streit um Landrechte in Bajo Aguán verwickelt sind. Antonio Trejo Cabrera hatte den Bäuerinnen und Bauern dabei geholfen, ihre Rechte an Grundstücken in dem fruchtbaren Tal im Norden des Landes wiederzuerlangen. Im Oktober sollte er nach Washington D.C. reisen, um dort an Anhörungen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte zu den anhaltenden Landkonflikten teilzunehmen. Der Menschenrechtsanwalt hatte berichtet, wegen der Vertretung der Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Baja Aguán Morddrohungen erhalten zu haben.
Tausende landlose ArbeiterInnen haben in den vergangenen Jahren Land besetzt, das wohlhabende GrundbesitzerInnen und UnternehmerInnen für sich beanspruchen. Seit über einem Jahrzehnt werden aus diesem Grund Rechtsstreite geführt. Dabei wurden immer wieder Entscheidungen festgehalten und wieder angefochten sowie eine Vielzahl von Zwangsräumungen durchgeführt.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for an urgent investigation into the abduction and torture of Karla Zelaya and urging those responsible to be brought to justice.
  • Asking the authorities to make public what progress has been made in the investigation into the threats received by Karla Zelaya in August and September 2012, and to bring those responsible for the threats to justice.
  • Urging that the authorities take immediate action to provide appropriate protection to Karla Zelaya, in accordance with her wishes.