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Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Kein Kontakt zur Außenwelt

  • Syrien
UA-277/2012
Index:
MDE 24/079/2012
26. September 2012

Herr MAHER FAWZI AL-HAMOUD, 25 Jahre

Maher Fawzi al-Hamoud wurde am 16. Juni an seinem Arbeitsplatz in Sweida, einem Vorort von Damaskus, festgenommen. Seitdem hat er keinen Kontakt zur Außenwelt. Er soll bereits zuvor von syrischen Sicherheitskräften gefoltert worden sein.

Der 25-jährige Maher Fawzi al-Hamoud wurde zuletzt am 16. Juni an seinem Arbeitsplatz, der Tamreedh-Schule in Sweida außerhalb der syrischen Hauptstadt Damaskus, gesehen. Er war bereits vom 9. Oktober 2011 bis 13. Januar 2012 in einer Einrichtung des Luftwaffengeheimdienstes inhaftiert. Nach seiner Freilassung berichtete er seiner Familie, dass während der Haft gefoltert und auf andere Weise misshandelt worden war. Er kam im Januar im Zuge einer Generalamnestie wieder frei.

Als sich am 19. September ein Familienmitglied nach dem Verbleib von Maher Fawzi al-Hamoud erkundigte, erklärten die Behörden in Sweida, dass er in der Einrichtung des Luftwaffengeheimdienstes im Stadtteil Harasta von Damaskus festgehalten werde. Die Behörden haben jedoch bislang weder bekanntgegeben, warum Maher Fawzi al-Hamoud festgenommen wurde noch ob Anklage gegen ihn erhoben worden ist. Seit seiner Festnahme wird dem 25-Jährigen der Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand verweigert.

SCHREIBEN SIE BITTE

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr in Sorge, dass Maher Fawzi al-Hamoud seit dem 16. Juni 2012 ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert ist. Veranlassen Sie bitte, dass er unverzüglich sowohl zu seiner Familie als auch einem Rechtsbeistand seiner Wahl Kontakt aufnehmen darf. Gewährleisten Sie bitte auch, dass er bei Bedarf medizinisch versorgt wird.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass Maher Fawzi al-Hamoud vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt wird.
  • Ich möchte Sie dringend bitten, Maher Fawzi al-Hamoud entweder unverzüglich einer international als Straftat aner-kannten Handlung anzuklagen und in Übereinstimmung mit den internationalen Standards für faire Gerichts¬verfahren vor Gericht zu stellen, oder ihn andernfalls umgehend freizulassen.

APPELLE AN

STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410

VERTEIDIGUNGSMINISTER
His Excellency 'Imad al-Fraij
Ministry of Defence, Omayyad Square
Damascus, SYRIEN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 223 7842 oder
(00 963) 11 666 2460

AUSSENMINISTER
Walid al-Mu'allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 6253

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
Frau Abir Jarf
Geschäftsträgerin a. i., Gesandte - Botschaftsrätin
Rauchstr. 25, 10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de, press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. November 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Seit Ausbruch der Proteste im Februar 2011 sind tausende mutmaßliche GegnerInnen der syrischen Regierung fest-genommen und viele, vermutlich sogar die Mehrzahl, gefoltert und anderweitig misshandelt worden. Amnesty Interna-tional liegen die Namen von mehr als 470 Menschen vor, die Berichten zufolge in dieser Zeit in Haft gestorben sind. Die Organisation hat außerdem zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen Häftlinge gefoltert oder anderweitig misshan¬delt wurden. Weitere Informationen zu Fällen von Folter und anderen Misshandlungen an syrischen Häftlingen finden Sie in dem englischen Bericht: "I wanted to die": Syria's torture survivors speak out, online unter: http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/016/2012/en.

Die Situation hat sich inzwischen fast im gesamten Land zu einem internen bewaffneten Konflikt entwickelt. Die Mehrzahl der von Amnesty International dokumentierten Menschenrechtsverletzungen wurden von den Streitkräften und Milizen der als Shabiha bekannten regierungstreuen Gruppierungen begangen. Doch auch bewaffnete Opposi¬tionskräfte sollen sich Menschenrechtsverstöße schuldig gemacht haben. So sollen sie u. a. gefangengenommene Angehörige der Armee und der Shabiha und auch vermeintliche RegierungsanhängerInnen und mutmaßliche InformantInnen entführt oder getötet haben. Amnesty International verurteilt diese Menschenrechtsverstöße scharf und hat die Führungsebene sämtlicher in Syrien operierender bewaffneter Oppositionsgruppen dazu aufgerufen, derartige Handlungen in einer öffentlichen Bekanntmachung zu verbieten und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit oppositionelle Gruppen keine Menschenrechtsverstöße mehr begehen.

Amnesty International hat in Syrien systematische und weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und mögliche Kriegsverbrechen dokumentiert (nähere Informationen finden Sie im eng-lischsprachigen Bericht Civilians bearing the brunt in the battle for Aleppo, online unter: http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/073/2012/en). Auch andere Organisationen haben Menschenrechtsverlet¬zungen in Syrien recherchiert und dokumentiert, so beispielsweise die Unabhängige Internatio¬nale Untersuchungskommission der UN zur Situation in der Arabischen Republik Syrien. Die Kommission hat ihren Bericht am 15. August 2012 vorgestellt.

Amnesty International ruft weiterhin dazu auf, die Situation in Syrien der Anklagebehörde des Internationalen Strafgerichtshofs zu unterbreiten, ein internationales Waffenembargo gegen das Land zu verhängen und die Vermögenswerte von Präsident al-Assad und seinen engsten Vertrauten einzufrieren. An Staaten, die Waffenlieferungen an die bewaffnete syrische Opposition erwägen, richtet Amnesty International den eindringlichen Appell, mit geeigneten Mechanismen sicherzustellen, dass mit den gelieferten Waffen keine Menschenrechtsverletzungen und/oder Kriegsverbrechen begangen werden. Die syrische Regierung sollte zudem der unabhängigen internationalen Beobachtermission sowie internationalen Menschenrechts- und Hilfsorganisationen den uneingeschränkten Zugang nach Syrien gestatten.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern that Maher Fawzi al-Hamoud has been held incommunicado since 16 June, and urging the Syrian authorities to grant him immediate access to his family, a lawyer of his choice, and all necessary medical treatment.
  • Calling on the authorities to ensure that Maher Fawzi al-Hamoud is not subjected to torture or other ill-treatment.
  • Calling on the authorities to release Maher Fawzi al-Hamoud unless he is promptly charged with a internationally recognizable criminal offence and tried in a civilian court, in proceedings that respect international fair trial standards.