*/ ?>
Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Gewerkschafter in Lebensgefahr

  • Kolumbien
UA-239/2012
Index:
AMR 23/029/2012
09. August 2012

Herr OSCAR ARTURO OROZCO, Regionalleiter des Gewerkschaftsverbands CUT
Herr WILSON JARAMILLO, Generalsekretär des Gewerkschaftsverbands CUT

Die Gewerkschafter Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo befinden sich in Lebensgefahr. Am 4. August wurden im kolumbianischen Departamento de Caldas Schüsse auf ihr Auto abgegeben.

Der Präsident der Regionalsektion Departamento de Caldas des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbands (Central Unitaria de Trabajadores - CUT) Oscar Arturo Orozco war mit dem Generalsekretär Wilson Jaramillo gerade im Auto zwischen den Gemeinden Manizales und Palestina im Departamento de Caldas unterwegs, als zwei Männer von einem Motorrad aus sowie weitere Männer, die an der Straße standen, Schüsse auf ihr Auto abgaben. Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo blieben unverletzt, obwohl das Auto von mehreren Schüssen getroffen wurde. Beide Männer sind neben ihrer Tätigkeiten für CUT auch Mitglied der Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado - MOVICE) und der Gewerkschaft der Arbeiter und Angestellten in der Elektrizitätsindustrie (Sindicato de Trabajadores de la Electricidad de Colombia - SINTRAELECOL).

Die beiden Männer waren auf dem Weg zu einem Treffen mit Fischern des Flusses Arauca gewesen. Die dortigen Fischer hatten sich über die schädlichen Umweltfolgen des Wasserkraftwerks Central Hidroeléctrica de Caldas beschwert, da dies ihre Möglichkeit, einen angemessenen Lebensunterhalt zu bestreiten, beeinträchtigt habe.

In den vergangenen Jahren sind bei SINTRAELECOL mehrfach Handzettel mit Morddrohungen eingegangen, zuletzt Mitte Juli in Form eines Zettels mit der Abbildung von Gewehrpatronen. Nach Angaben des CUT sind allein in diesem Jahr in Kolumbien zwölf GewerkschafterInnen getötet worden. Der Angriff auf Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo kommt zu einer Zeit, als die Mittel für das Schutzprogramm des Innenministeriums gerade gekürzt wurden. Außerdem war angeordnet worden, die Schutzmaßnahmen für Oscar Arturo Orozco nicht länger aufrechtzuerhalten.

EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte meine Sorge um die Sicherheit von Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo zum Ausdruck bringen und Sie eindringlich bitten, in Absprache mit den beiden Männern angemessene Maßnahmen zu ihrem Schutz einzuleiten.
  • Leiten Sie eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Angriffs auf Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo ein und untersuchen Sie auch jegliche früheren Vorfälle, bei denen Mitglieder des CUT bedroht worden sind.
  • Veröffentlichen Sie bitte die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
  • Ich fordere Sie außerdem auf, unverzüglich von der Regierung zugesagte Maßnahmen umzusetzen, um die paramilitärischen Gruppen in der Region aufzulösen und ihre Verbindungen mit den Sicherheitskräften zu unterbinden, wie es die Vereinten Nationen wiederholt empfohlen haben.

APPELLE AN

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President Santos)
Fax: (00 57) 1 596 0631

INNENMINISTER
Señor Federico Renjifo Vélez
Ministerio Del Interior
Carrera 8 No. 7-83
Bogotá,
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro Renjifo / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister Renjifo)

ARBEITSMINISTER
Rafael Pardo Rueda
Ministerio de Trabajo
Carrera 14, No.99-33
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro Pardo / Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister Pardo)
Fax: (00 57) 1 489 3900
Durchwahl 2320

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S.E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. September 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Bergbau-, Öl-, Gas- und Energiebranchen stellen die lukrativsten Industriezweige des Landes dar. Öl- und Bergbauexporterlöse machen einen großen Teil des Wirtschaftseinkommens aus. Da Kolumbien über riesige Wasserressourcen verfügt, besteht eine beträchtliche Kapazität zur Erzeugung von Energie durch Wasserkraft. Ein Großteil des erzeugten Stroms wird in Nachbarländer exportiert, was ebenfalls eine wichtige Einkommensquelle darstellt. Die vielversprechenden Wasser-, Bergbau-, Öl- und Gasindustrien sowie eine vermehrte Privatisierung wichtiger Teile dieser Branchen hat große transnationale Konzerne nach Kolumbien gelockt.

GewerkschafterInnen, die sich in diesen Bereichen engagieren, werden regelmäßig Opfer von Menschenrechtsverletzungen - sei es in Verbindung mit Arbeitskämpfen, Kampagnen gegen Privatisierungen oder Kampagnen in Solidarität mit Gemeinden, die sich gegen ein großes Infrastrukturprojekt wehren, welches sie als Bedrohung ihres Lebensunterhalts ansehen.

Seit 1986 sind 2.896 GewerkschafterInnen getötet worden. Für die meisten Tötungen sind Paramilitärs verantwortlich, die mit der Unterstützung oder sogar aktiven Beteiligung der Sicherheitskräfte operieren. Auch GuerillakämpferInnen sind in der Vergangenheit für die Tötung von GewerkschafterInnen verantwortlich gewesen. Über 90% dieser Tötungsfälle werden nicht strafrechtlich verfolgt.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Oscar Arturo Orozco and Wilson Jaramillo and urge the authorities to take appropriate measures to protect them, in strict accordance with their wishes.
  • Calling on the Colombian authorities to order a full and impartial investigation into the attack against Oscar Arturo Orozco and Wilson Jaramillo and other previous incidents against members of CUT Caldas.
  • Calling on the Colombian authorities to publish the results and bring those responsible to justice.
  • Calling on them to dismantle any paramilitary groups that continue to operate in the area and break any continued links with the security forces in line with repeated United Nations human rights recommendations.