Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Strafe reduziert

  • Tunesien
UA-216/2015-2
Index:
MDE 30/3159/2016
06. Januar 2016

"MARWAN", 22-jähriger Student

Regenbogenfahne: © AmnestyRegenbogenfahne: © Amnesty

Die Haftstrafe eines Studenten, der in Tunesien wegen homosexueller Beziehungen verurteilt worden war, ist im Rechtsmittelverfahren reduziert worden. Der 22-Jährige war im November 2015 gegen Kaution aus der Haft entlassen worden und muss nun keine erneute Inhaftierung im Zusammenhang mit seiner Verurteilung von September 2015 befürchten.

Ein 22-jähriger Student, der unter dem Pseudonym "Marwan" bekannt ist, war am 22. September 2015 vom erstinstanzlichen Gericht in Sousse wegen homosexueller Handlungen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Die Verurteilung erfolgte auf der Grundlage von Paragraf 230 des tunesischen Strafgesetzbuchs, der gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellt. Am 5. November entließ man ihn gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 500 Dinar (etwa 230 Euro) aus der Haft. Laut seinem Rechtsbeistand kam der Richter damit einem Antrag des Studenten nach, mit dem er seine Freilassung gefordert hatte, um die letzten Prüfungen seines Studiums abzulegen.

Während einer Anhörung im Rechtsmittelverfahren von "Marwan" am 17. Dezember wurde sein Strafmaß auf zwei Monate Haft und eine Geldstrafe von 3.000 Dinar (etwa 1.300 Euro) reduziert. Da er die zwei Monate Haft bereits abgeleistet hatte, muss er seit dem 17. Dezember nicht fürchten, im Zusammenhang mit seiner Verurteilung vom September 2015 erneut inhaftiert zu werden.

Derzeit sind keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschickt haben.